Englisch mal ganz anders erlebt

Jugendbuchautor hält vor Gymnasiasten und Realschülern Lesung in deutscher und englischer Sprache

Von Regina Koppenhöfer

Englisch mal ganz anders erlebt
Öhringer Schüler lasen gemeinsam mit Autor David Fermer aus einem seiner Bücher.Foto: Regina Koppenhöfer

Öhringen - Über die Leinwand im alten Ratssaal der Stadtbücherei flimmern Bilder eines BMX-Wettbewerbs. Man könnte es zwar vermuten, aber nein, es war keine Sportveranstaltung, zu der man gestern Vormittag in die Stadtbücherei eingeladen hatte. Zu Gast war vielmehr David Fermer. Der in England aufgewachsene Jugendbuchautor las aus seinem Buch "Nonstop BMX!" und hatte dafür eine Lesung der ganz anderen Art vorbereitet. Textpassagen aus seinem Buch wurden vom Autor selbst, aber auch von Öhringer Schülern gelesen, kurze Videoausschnitte hat man gemeinsam angeschaut und lockere Gespräche entwickelten sich.

Filmausschnitte Zu Fermers Markenzeichen gehört, dass er seine Jugendbücher kapitelweise abwechselnd in englischer und in deutscher Sprache schreibt und damit seiner jungen Leserschaft auf spannende und auch unterhaltsame Art die englische Sprache näher bringt. Diesen gelungenen Sprachenmix baute Fermer gestern auch bei seiner Lesung in Öhringen ein, und er kam damit bei den jungen Leuten sehr gut an. Die Siebt- und Achtklässer des Hohenlohe-Gymnasiums und der Realschule Öhringen lauschten aufmerksam den Texten, verfolgten sichtlich fasziniert die eingespielten Filmausschnitte und ließen sich auch ganz ungeniert in ein deutsch-englisches Geplauder über die Hauptfiguren des Jugendbuchs verwickeln.

Die zwölfjährige Lena durfte sogar gemeinsam mit einigen Mitschülern etwas aus Fermers Jugendbuch vorlesen. "Es macht Spaß, dass man auch selber mitmachen kann und sein Englisch kann man wirklich gut verstehen", freute sich die Gymnasiastin.

Dank des flotten Wechsels zwischen Gesprächen, Lesung und Filmschauen kam trotz eineinhalbstündiger Dauer der Veranstaltung in der Stadtbücherei keine Langeweile auf. Der Autor wusste seine jugendlichen Zuhörer gekonnt zu fesseln. "Er macht das sehr interessant. Der Wechsel zwischen Englisch und Deutsch war leicht, aber er hat es ja auch gut erklärt", waren sich die 13-jährige Cagla und ihr Schulkamerad Deniz einig.

Anerkennung Groß war auch das Lob des Englischlehrers. "Ich fand es super, weil Deutsch und Englisch gemischt waren. Die Kinder mussten Mut beweisen und mitmachen − und das auch auf Englisch", begeisterte sich Ole Wagner, der dann anerkennend anfügte: "Der Autor hat ein Thema genommen, das viele der Kids interessiert, und er hat auch die beiden Geschlechter angesprochen." Nicht zuletzt gefiel es dem Pädagogen, wie der Schriftsteller durch lockere Zwiegespräche mit den Schülerinnen und Schülern über das eben Gehörte das Lese- und Hörverständnis abprüfte.

David Fermer ist dieser Tage auf Einladung der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen Stuttgart in Süddeutschland unterwegs. Die Lesungen finden anlässlich des Frederick-Tags 2011 statt.