Ein Schwan fliegt auf

Pfedelbach - Mein lieber Schwan. Dieser stattliche Vogel flattert ganz schön heftig. Und zwar seit 2. April 1957 auf dem Untersteinbacher Wappen. Der stolze Höckerschwan mit dem weißen Gefieder ist von Natur aus ein unerschrockener Vogel. So präsentiert er sich auch auf dem Wappen der früher selbständigen Gemeinde Untersteinbach, heute ein Ortsteil von Pfedelbach.

Ein Schwan fliegt auf
Über dem Eingang zum Rathaus in Untersteinbach fliegt ein Schwan auf, der Wappenvogel der früher einst selbstständigen Gemeinde, die heute zu Pfedelbach gehört.Fotos: Hartmut Müller

Pfedelbach - Mein lieber Schwan. Dieser stattliche Vogel flattert ganz schön heftig. Und zwar seit 2. April 1957 auf dem Untersteinbacher Wappen. Der stolze Höckerschwan mit dem weißen Gefieder ist von Natur aus ein unerschrockener Vogel. So präsentiert er sich auch auf dem Wappen der früher selbständigen Gemeinde Untersteinbach, heute ein Ortsteil von Pfedelbach.

Historie

Warum ein Schwan? Sozusagen als Aushängeschild für Untersteinbach? Hier ist kein Brutgebiet für den größten heimischen Wasservogel Mitteleuropas. Der Schwan im Wappen "ist historisch begründet", heißt es in den entsprechenden Unterlagen im Landesarchiv in Stuttgart. Die Wappendeutung lautet so: "Der auffliegende Schwan ist das Wappen der Herren von Krautheim, denen der Ort im 13. Jahrhundert gehörte. Die Farben Weiß und Schwarz sind die umgekehrten Farben des Hauses Hohenlohe, das später Besitzer des Ortes war". Erstmals urkundlich erwähnt wurde Untersteinbach anno 1266 als "Steinbach apud Oren".

Das Schwan-Wappen wurde am 2. April 1957 durch das Innenministerium (Nr. IV, 31/27, Untersteinbach 1) verliehen. Bevor der Schwan zum Wappenvogel von Untersteinbach wurde, gab es für ihn nicht nur Zustimmung. "Hat nichts mit irgendwelcher Tradition zu tun," hieß es von kompetenter Seite. Schon 1936 hatte sich Untersteinbach bemüht, ein Wappen zu bekommen. Es wurden sogenannte Faustskizzen vorgelegt. Eine davon zeigt ein schräges Wellenband und einen Leoparden. Ein anderer Wappenvorschlag sah so aus: Über einem gewellten blauen Schildfuß eine aus Steinen zusammengesetzte, mit drei Zinnen versehene weiße Mauer in rotem Feld. Aber: "Eine Entscheidung auf Vorschlag der Archivdirektion wurde damals wohl nicht getroffen", ist in Stuttgart vermerkt.

Unübersehbar

So flatterte schließlich der Schwan erst Ende der 50er Jahre nach Untersteinbach. "In Schwarz ein auffliegender silberner Schwan", so die Blasonierung des Wappens. Das ist in der Fachsprache der Heraldik die Beschreibung eines Wappens. Heute ist es unübersehbar am Rathaus in Untersteinbach hoch über dem Eingang zu sehen. Seit wann es dort zu sehen ist und wer es angebracht hat, ist auch für Heimatforscher Josef Kruck noch unklar. "Kein alter Untersteinbacher weiß es", ließ er wissen.

Heimatmuseum

Das neue Wappen mit dem Schwan erschien auch auf der ersten Ausgabe der "Untersteinbacher Mitteilungen" am 26. Juli 1958. Josef Kruck bewahrt es im Pfedelbacher Heimatmuseum auf. Dort zeigt er auch eine Seltenheit: Manschettenknöpfe mit dem Wappen-Schwan. Diese erhielt er vor über 20 Jahren von Georg Koch, damals Ortsvorsteher von Untersteinbach. Sogar auf einem Kassenbon, den Kruck aufbewahrt, ist das Wappen mit dem Schwan zu sehen. Das Wappen befindet sich auch auf einem Rednerpult, das auf der Bühne in der Festhalle steht. Es ist eine Intarsienarbeit. Ein Geschenk der Vaihinger Sportjugend an Bürgermeister Leins "als Dank für die vielen Zeltlager". Und schließlich hat auch die Blaskapelle Untersteinbach den Schwan für ihr Wappen auserkoren.