Drei Aussichtsplattformen am Limes

Öhringen - Das Architekturbüro Knorr & Thiele aus Ohrnberg soll die drei Aussichtsplattformen planen, die entlang der elf Kilometer langen, schnurgeraden Linie des Limes zwischen dem Sechsecksturm bei Gleichen und dem Pfahldöbel bei Pfahlbach aufgestellt werden.

Von Peter Hohl

Vom Dreieck auf die Gerade
Die markante Dreiecksform prägt den Entwurf des Siegerbüros.
Öhringen - Dreieck größer Quadrat größer Rechteck: Was sich anhört wie eine Rechnung aus dem Geometrieunterricht, ist die Reihenfolge der Architektenentwürfe für die drei Aussichtsplattformen am Limes bei Gleichen, Öhringen und Pfahlbach. Eine Kommission aus sieben Vertretern von Öhringen, Pfedelbach und Zweiflingen hat in dieser Woche ihre Empfehlung ausgesprochen, nun sollen (im Mai) die Gemeinderäte der drei Kommunen entscheiden, was gebaut wird.

Das Öhringer Stadtmanagement mit Albert Küchel und Dr. Michael Walter hat die Federführung bei einem Projekt, das mit finanzieller Unterstützung aus dem europäischen Leader-Programm (55 Prozent der Netto-Kosten) den elf Kilometer langen, schnurgeraden Verlauf der römischen Grenzlinie zwischen dem Sechseckturm bei Gleichen und dem Pfahldöbel bei Pfahlbach in den Blick rücken soll.

Vom Dreieck auf die Gerade
Von den drei Plattformen öffnet sich der Blick entlang der noch unsichtbaren Limeslinie (im Bild von Öhringen in Richtung Pfahldöbel). Durch Bepflanzung soll der schnurgerade Verlauf des Grenzwalls sichtbar gemacht werden.Grafiken: Knorr Thiele
Drei Aussichtsplattformen sind geplant: am Hang unterhalb des Gleichener Sechseckturms, in der Nähe des Wasserturms im Öhringer Süden und auf dem Wasserbehälter am Pfahldöbel. Drei Architekturbüros, je eines aus jeder Gemeinde, erhielten den Auftrag, Entwürfe vorzulegen. Nur ein Konzept soll umgesetzt werden, damit die drei Plattformen eine erkennbare Einheit bilden. "Es sind drei sehr verschiedene Arbeiten", bilanzierte gestern der Öhringer Oberbürgermeister Thilo Michler, als er die Entscheidung der siebenköpfigen Kommission vorstellte. Die Entwürfe im Überblick:

Rechteck: Das Büro Vogler Fischer aus Zweiflingen hat eine rechteckige Grundform gewählt. Die Türme erinnern an gestapelte Container, allerdings in einer transparenten Konstruktion aus Holz und Stahlseilen. Gesamtkosten: 325 500 Euro. Die Anteile für Zweiflingen und Öhringen sind in diesem Entwurf am geringsten, für Pfedelbach wäre es die teuerste Lösung. Platz 3.

Quadrat: Ute Wieland aus Gleichen hat sich von den alten römischen Wachtürmen inspirieren lassen. Auf quadratischem Grundriss erhebt sich eine Betonkonstruktion, das Obergeschoss ist mit Holz verschalt und hat ein begrüntes Dach. Gesamtkosten: 336 645 Euro. Hier liegen die Ansätze für die einzelnen Standorte am dichtesten beieinander. Platz 2.

Dreieck: Das Büro Knorr Thiele aus Ohrnberg hat eine Stahlkonstruktion in Dreiecksform vorgelegt. Die Aufgänge erhalten eine Blende im Palisadenmuster. Die Aussichtsplattformen erinnern an Sprungbretter im Freibad. Gesamtkosten: 392 455,92 Euro, wobei der Öhringer Anteil (254 084,68 Euro) um gut 100 000 Euro höher ist als bei den beiden anderen Büros. Platz 1.

Die außergewöhnliche Grundform hat den Ausschlag gegeben bei der Kommissionsempfehlung. "Die beiden anderen sind Türme irgendwelcher Art", sagt Albert Küchel. Schließlich wollen die Öhringer bei der Landesgartenschau 2016 Akzente in Sachen Limes setzen.

Allerdings hat die Kommission auch am Siegerentwurf noch einiges auszusetzen: in Öhringen am Platzverbrauch, an der einseitigen Ausrichtung Richtung Pfahldöbel und vor allem an den Kosten, in Gleichen an der zu geringen Höhe der Plattform und am Pfahldöbel an der Nähe zu einer Stromleitung.

"Das Büro kriegt Zeit, die gravierenden Mängel zu beseitigen", sagt Thilo Michler. Dennoch soll das Projekt Plattformen in diesem Jahr über die Bühne gehen, schon alleine wegen der Förderung aus dem Leader-Topf. "Wir können hier eine touristische Marke bilden", sagt Michael Walter: "Wenn wir das jetzt nicht schaffen, dann nie mehr."

Die Entwürfe der drei Architektenbüros hängen ab Montag, 7. Februar, in den Rathäusern in Öhringen, Pfedelbach und Zweiflingen aus.