Am Anfang stand ein frommer Graf

Pfedelbach - Um ihre Zukunft ist mir nicht bange, denn die katholische Kirchengemeinde bringt sich in das Gemeindeleben äußerst positiv ein", schreibt Bürgermeister Torsten Kunkel in der Jubiläums-Festschrift der katholischen Kirchengemeinde. "Ihr seid die Christen an unserer Seite" betont Pfarrer Wolfram Wild von der evangelischen Kirche in seinem Grußwort.

Von unserem MitarbeiterHartmut Müller

Am Anfang stand ein frommer Graf
Die Patrone Petrus und Paulus überm Portal der katholischen Kirche Pfedelbach blicken am Sonntag auf die Besucher des Festgottesdienstes herab. Unter ihnen Weihbischof Kreidler.Foto: Hartmut Müller

Pfedelbach - Um ihre Zukunft ist mir nicht bange, denn die katholische Kirchengemeinde bringt sich in das Gemeindeleben äußerst positiv ein", schreibt Bürgermeister Torsten Kunkel in der Jubiläums-Festschrift der katholischen Kirchengemeinde. "Ihr seid die Christen an unserer Seite" betont Pfarrer Wolfram Wild von der evangelischen Kirche in seinem Grußwort. Und für Bischof Dr. Gebhard Fürst ist das Jubiläum zum 200-jährigen Bestehen der katholischen Kirchengemeinde Sankt Petrus und Paulus "auch ein stolzer Anlass, neu darüber nachzudenken, woraus wir die Kraft schöpfen, mutig, mit der Kraft unseres Glaubens und mit Hoffnung in die Zukunft zu gehen".

Pfarrer Helmut Nohanowitsch von der katholischen Kirchengemeinde: "Der Rückblick auf 200 Jahre sollte uns Mut machen, dass Christus der Herr der Kirche, uns auch heute führt."

Festschrift

Die 68-seitige Festschrift zum großen Geburtstagsfest von St. Petrus und Paulus liegt druckfrisch vor. Ein fünfköpfiges Redaktionsteam hat alles Verfügbare an Fotos und schriftlichen Dokumenten zusammen getragen, um daraus ein reich bebildertes kleines Geschichtsbuch werden zu lassen.

Die 200-jährige Kirchengeschichte der Katholiken in Pfedelbach begann mit einem frommen Graf. Als anno 1728 Ludwig Gottfried, der letzte evangelische und kinderlose Graf der Hohenlohe-Waldenburger Hauptlinie starb, fiel Pfedelbach an Hohenlohe-Waldenburg- Bartenstein. Graf Ferdinand von Bartenstein sorgte dafür, dass ein katholischer Pfarrer nach Pfedelbach kam. Und er ließ katholische Untertanen in Pfedelbach und der Umgebung ansiedeln. Katholische Gottesdienste, katholische Taufen und Eheschließungen fanden in einem Saal des Schlosses statt.

Doch der Graf wollte einen zentralen Gottesraum für die Katholiken. Im Schloss ließ er deshalb die Backstube und Mehlkammer ausräumen und eine Hofkapelle einrichten. 1732 entstand noch ein Kapuzinerkloster. Vier Mönche machten sich bis zum Jahr 1810 für den katholischen Glauben stark. Dann wurde aus dem Kloster ein Pfarrhaus. Das alte Haus aus Stein neben dem Schloss stand dort, wo sich bis zum Jahr 2010 die evangelische Kindertagesstätte befand.

Neuer Abschnitt

Vor 200 Jahren dann begann ein neuer Abschnitt: König Friedrich I. von Württemberg erhob die katholische Gemeinde zur Pfarrei. Und aus der fürstlichen Hofkapelle im Schloss wurde die Pfarrkirche. Als sie nicht mehr alle katholischen Kirchgänger aufnehmen konnte, wurde das neue Gotteshaus an der Straße nach Windischenbach gebaut.

Die Kirche St. Petrus und Paulus weihte 1888 Weihbischof Dr. Wilhelm von Reiser ein. Am kommenden Sonntag kommt abermals hoher kirchlicher Besuch aus Rottenburg. Weihbischof Dr. Johannes Kreidler wird zusammen mit Pfarrer Nohanowitsch den Festgottesdienst zum 200-jährigen Bestehen der Pfarrei zelebrieren.