Sonderbriefmarke zu Sophie Scholl in Forchtenberg verkauft

Forchtenberg  Die Deutsche Post ehrt die Widerstandskämpferin mit dem Verkauf einer Sonderbriefmarke im Rathaus Forchtenbergs. Dort ist sie als Tochter des Bürgermeisters vor genau 100 Jahren geboren worden.

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Landrat Matthias Neth (li.) spendierte aus eigener Tasche die Ersttagsbriefe für sich, Gedenkstättenleiterin Renate Deck und Bürgermeister Michael Foss. Fotos: Kraft

Sophie Scholl ist schon längere Zeit zusammen mit ihrem Bruder Hans das Aushängeschild der Stadt Forchtenberg. Am kommenden Sonntag, 9. Mai, wäre die Widerstandskämpferin 100 Jahre alt geworden. Mit verschiedenen Aktionen ehrt die Stadt ihre berühmte Tochter. Den Auftakt machte am gestrigen Donnerstag der Verkauf des Ersttagsbriefes und der Sonderbriefmarke im Geburtshaus Sophie Scholls, dem Rathaus, wo ihr Vater früher Bürgermeister war.

Um 9.30 Uhr ließen es sich einige Forchtenberger nicht nehmen, die ersten Besitzer der besonderen Briefumschläge und Marken zu werden. Auch eine 20-Euro-Gedenkmünze soll in nächster Zeit erscheinen, Vorbestellungen waren beim Team Erlebnis Briefmarken der Deutschen Post möglich.

Dieter Gnaun aus Weißbach war einer der ersten Kunden. Der 70-Jährige Weißbacher ist Münzsammler und ließ sich die Vorbestellung nicht entgehen. "Das ist doch ein besonderer Anlass", sagt er. Die Sonderbriefmarke zeigt Sophie Scholl in Ulm, Renate Deck datiert es auf das Jahr 1938 oder 1939.

Gedenkstättenleiterin Deck hat sich mehrere Verdienste erworben

Deck leitet seit 30 Jahren die Gedenkstätte Weiße Rose i-punkt in Forchtenberg. Die Idee, die Postwertzeichen am authentischen Ort, dem Geburtshaus von Sophie Scholl, anzubieten, hat sie angeregt. Dass das Originalbild der Briefmarken schon 2007 von Cécile Wolfram etwas verfremdet gemalt wurde, ist ebenfalls Decks Verdienst: "Ich wollte, dass ein Mädchen im gleichen Alter Sophie Scholl malt", sagt sie. Das Bild Wolframs hat es jetzt auf den Umschlag des Ersttagsbriefs geschafft.

Sonderbriefmarke zu Sophie Scholl in Forchtenberg verkauft

Ersttagsbrief (Mitte) und die Marken gab es nur am Donnerstag vor Ort.

Und noch etwas geht auf das Konto der 67-jährigen Deck: 2005 hat sie im Rosenhof Schultheis in Bad Nauheim eine Kleinstrauchrose auf den Namen Sophie-Scholl-Rose getauft, ein Abbild dieser Rose findet sich im besonderen Stempel des Ersttagsbriefes. Landrat Matthias Neth, Renate Deck und Bürgermeister Michael Foss waren - im Beisein des SWR - prominente Kunden des Ersttagsbriefes.

Neth dankte der Post für den Aktionstag und freute sich, mit den Marken und Umschlägen Forchtenberg mit "einer hohen Frequenz" bekannt zu machen. Deck war beim Entgegennehmen des Umschlages von Neth davon begeistert, dass "nicht Ulm, nicht München, sondern Forchtenberg" als Verkaufsort gewählt wurde.

Hohenlohekreis und Stadt Forchtenberg haben vorbestellt

Der Hohenlohekreis und die Stadt Forchtenberg sicherten sich per Vorbestellung Marken und Umschläge im Wert von je 1000 Euro. Bürgermeister Foss war froh, dass die Veranstaltung trotz der Pandemie vor Ort stattfinden konnte. Gefragt zur heutigen Bedeutung Sophie Scholls sagte er: "Es war ihre Lebensleistung, dass sie gegen ein Unrechtssystem angekämpft hat. Ihre Botschaft ist, dass wir Mut haben müssen und Verantwortung übernehmen müssen, wenn Ungerechtes passiert."


Kraft

Christoph Kraft

Volontär

Christoph Kraft arbeitet seit Oktober 2019 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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