Richtfest beim neuen Hotel am Kupferzeller Marktplatz

Kupferzell  Nach langer Verzögerung hat das künftige Gesicht der Kupferzeller Ortsmitte nun Gestalt angenommen: Es wurde Richtfest gefeiert. Im Mai 2022 soll das 93-Betten-Haus, in das der Investor rund 4,7 Millionen Euro steckt, eröffnet werden.

Email

Das neue Schmuckstück am Marktplatz hat mittlerweile Gestalt − und im vorderen Bereich auch schon Dachziegel − angenommen. Für Gebäude II wurde Richtfest gefeiert.

Im Jahr 2017 hatten die ersten Planungen begonnen - und eigentlich hätte das ortsbildprägende Gästehaus im Herzen Kupferzells gegenwärtig längst voller zahlender Kunden sein sollen. Doch einige Widrigkeiten - nicht zuletzt eine Pandemie - sorgten für Verzögerung. Nun indes steht das 38-Zimmer-Hotel, das der Künzelsauer Investor Dieter Bäumlisberger am Marktplatz errichten lässt, vor seiner Vollendung: Beim Richtfest wurde der letzte Akt bis zur Eröffnung eingeläutet. Die soll, wie verkündet wurde, am 1. Mai 2022 stattfinden.

93 Betten, Restaurant mit Außenbereich sowie "Drei-Sterne-Plus-Niveau" sollen dann die Gäste - vorrangig Geschäftsreisende, aber auch Touristen - erwarten. Und so hatte auch Bäumlisberger, der rund 4,7 Millionen Euro in das neue Antlitz des Kupferzeller Marktplatzes investiert, zum Richtfest ordentlich Lokalprominenz aufgefahren.

Gute Wünsche am goldenen Mikrofon

Richtfest beim neuen Hotel am Kupferzeller Marktplatz

Auch Eberhard Gienger (li.) deklamiert: Investor Dieter Bäumlisberger gefällt"s.

Nachdem die rund 40 geladenen Gäste beim Richtspruch vom Gerüst aus die obligatorischen guten Wünsche fürs Haus in Reimform und Glücks-Scherben empfangen hatten, übernahm Bundestagsabgeordneter Christian von Stetten (CDU) nach einem kurzen politischen Rundumblick, den "Überraschungsgast" Eberhard Gienger anzukündigen.

Der Ex-Reck-Weltmeister, der seit 2002 mit von Stetten im Parlament gesessen und sich entschieden hatte, nicht mehr fürs Hohe Haus zu kandidieren, deklamierte kurzzeitig ebenfalls in Versen: Inspiration hatte er sich in Form eines Gedichts aus dem 19. Jahrhundert mitgebracht. "Ich gratuliere zu diesem wunderbaren Bau", so Gienger, ehe er augenzwinkernd anmerkte: "Bauunternehmer und Gastronom passt ja nicht immer so gut zusammen: Ich drücke die Daumen."

Dass das Projekt - nicht zuletzt auch für das Leben in der Gemeinde - eine Erfolgsgeschichte werden wird: Daran ließ Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles in seinem Grußwort freilich keine Zweifel aufkommen: Das repräsentative Hotel sei schließlich "nicht irgendein Neubau", sondern nichts weniger als eine "richtungsweisende Weichenstellung" für die Zukunft Kupferzells, so der Rathauschef. "In der schweren Zeit der Pandemie zeigte sich der Mut aller Beteiligten, an dem Projekt festzuhalten", freute sich Christoph Spieles, ehe er auf den gemeinsamen kreativen Schöpfungsprozess mit dem örtlichen Gemeinderat und Architekt Werner Tafel Bezug nahm, der sich federführend um die Außengestaltung kümmerte und kümmert.

Auch Marktplatz selbst wird verschönert

Richtfest beim neuen Hotel am Kupferzeller Marktplatz

Hoch die Sektgläser: Einige der rund 40 Gäste stoßen auf eine gute Zukunft an.

Apropos Außengestaltung: Das Hotel, dessen Dächer sich rund 16 Meter in die Höhe recken, wird gleichsam die Ouvertüre für eine Frischzellenkur des Kupferzeller Marktplatzes sein, der durch Sitzgelegenheiten und Baumpflanzungen aufgepeppt werden soll.

An ein Vierteljahrhundert gemeinsamer Bauaktivitäten mit der Firma des Investors erinnere am goldenen Mikrofon sodann Wolfgang von Stetten. Es habe dabei durchaus Schwierigkeiten, aber "nie einen Streit" gegeben. Mit dem ambitionierten Bauprojekt wirke die Örtlichkeit ja nun "fast wie der Marktplatz einer großen Stadt".

Auch er sparte nicht mit Lob für den unternehmerischen Mut von Vater und Sohn Bäumlisberger: "Wo viele zumachen, machen Sie auf", so von Stetten mit Blick auf die mancherorts schwierige Lage in der Gastronomie. Und was demnächst unbedingt benötigt wird, um die Kundschaft, die in einem guten halben Jahr in Hoteltrakt und Restaurant einkehren wird, auch tatsächlich so glücklich machen zu können, wie beim Richtfest die Gesichter von Finanziers, Handwerkern und Gästen waren - das weiß auch Wolfgang von Stetten: "Ich wünsche genug Personal für Küche und Service."

Richtfest beim neuen Hotel am Kupferzeller Marktplatz

Erst gibt es von den Zimmermännern um Stefan Kraft (mit Zettel) gute Wünsche in Reimform, dann − wie es sich für den Richtspruch gehört − Scherben.

Fotos: Nick

Dass man langfristig planen muss und will, betont freilich auch der Projektentwickler: "Wenn sich die Kosten in zwölf Jahren amortisieren, sind wir zufrieden", so Investor Dieter Bäumlisberger zur HZ, nachdem er zuvor allen Handwerkern gedankt hatte, die auf dem 1737-Quadratmeter-Areal gearbeitet hatten.

Entstehungsgeschichte

Im Juli 2018 hatte Bäumlisbergers Unternehmen den Genehmigungsantrag eingereicht – und Ende 2019 bereits mit den ersten Gästen gerechnet. Doch länger musste man warten, bis die vom Bauboom strapazierten Behörden den Antrag bearbeitet hatten. Dann sorgten Fachkräftemangel, Pandemie und auch Betreiber-Suche für Herausforderungen. Nachdem es 2019 geheißen hatte, ein Pächter sei schon gefunden, steht jetzt fest, dass das Familienunternehmen das Hotel selbst betreiben wird.

 

Christian Nick

Christian Nick

Autor

Christian Nick ist Redakteur bei der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung. Schwerpunktmäßig betreut er die Kommunen Kupferzell, Neuenstein und Waldenburg – schreibt aber auch über alles andere gerne.

Kommentar hinzufügen