Preisverleihung der Umweltstiftung der BI Westernach nachgeholt

Hohenlohe  Die Preisverleihung der Umweltstiftung der Bürgerinitiative Westernach, die pandemiebedingt aufallen musste, wurde nachgeholt. Gleich mehrere Projekte in Region wurden für ihr herausragendes Engagement für die Natur ausgezeichnet.

Von Andreas Scholz
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Auszeichnung für Kupferzell: (v. li.) Hermann Ludwig, Michael Wahl, Christine Heinke, Christoph Spieles, Albrecht Förstner.

Mit einem Jahr Verspätung können Hermann Ludwig, Vorsitzender der Umweltstiftung der BI (Bürgerinitiative) Westernach, und seine Mitstreiter endlich die Preisverleihung des Umweltpreises 2020 unter Einhaltung der 3G-Regel vornehmen.

Rund 40 Zuhörer wohnen am Freitagabend in der Gaststätte "Lamm" im Ortskern von Westernach der Preisverleihung bei. Die Umweltstiftung der BI Westernach zeichnet im Laufe des Abends mehrere Umweltprojekte aus den Landkreisen Hohenlohe und Schwäbisch Hall aus.

Bühläckerschule in Unterrot erhält Umweltpreis

Preisverleihung der Umweltstiftung der BI Westernach nachgeholt

Der Ökogarten der Landfrauen Baumerlenbach-Möglingen ist ein Paradies für Insekten, Igel, Eidechsen und andere Tiere. Für ihr Engagement erhielt der Verein einen der Umweltpreis.

Fotos: Andreas Scholz

Zum Auftakt erhält die Bühläckerschule in Unterrot einen Umweltpreis. In seiner Laudatio würdigt Friedrich Bullinger das umweltpädagogische Engagement von Rektorin Martina Dreher und ihrem Schulteam und hebt auch die insektenfreundliche Blumenwiese auf dem Gelände der Grundschule hervor. "Auch in unserer Region gibt es leider noch zu viele Gärten mit Steinwüsten. Eigentlich müsste daher die Bühläckerschule in Blühäckerschule umbenannt werden", scherzt das Umweltstiftungsmitglied. Anschließend berichtet Martina Dreher von dem großen Engagement der Grundschüler.

Über einen Umweltpreis dürfen sich auch Karin Abendschein und das gesamte Helferteam freuen, das die Landfrauen Baumerlenbach-Möglingen bei der Umsetzung eines Öko-Gartens am Ortseingang im Öhringer Stadtteil Baumerlenbach unterstützt hat.

Nach dem Spatenstich im September 2019 wurde der Öko-Garten mit Kräuterspirale, Totholzbereichen, Barfußpfad und Hütte für Events im Juni 2020 offiziell eingeweiht. Abendschein berichtet von einer großen Artenvielfalt, die sich schon nach kurzer Zeit eingefunden habe. "Wir haben schon viele Wildbienen beobachtet und auch die Igel haben unsere Igelhäuser gut angenommen. Neben Eidechsen beobachten wir regelmäßig auch ein Mauswiesel", freut sie sich.

Auszeichnung für Verein Urban Garden Schwäbisch Hall

Eine Auszeichnung gibt es für den Verein Urban Garden Schwäbisch Hall. Die Stadtverwaltung stellte für den Trend zum städtischen Gärtnern dem Verein zwei Flächen im Stadtgebiet - eine in der Gelbinger Gasse und eine beim Schiedgraben - zur Verfügung. Matthias Wolf schildert in seinem Vortrag, wie viel Spaß das gemeinsame Gärtnern mache und dass die Gemüseernte sowie eine einmal jährlich stattfindende Setzlingstauschbörse die Menschen zusammenbringe.

Eine ökologische Insel im Stadtgebiet ist auch der insektenfreundliche Garten am Schiedgraben, der sogar schon die Aufmerksamkeit eines SWR-Filmteams erregt hat. "Wir haben uns überlegt, welche insektenfreundlichen Pflanzen und Blumen für dieses eher sonnige Biotop geeignet sind und haben bewusst auf heimische und mediterrane Wildpflanzen wie Wilde Möhre, Färber-Kamille, Lein oder Malve gesetzt", erklärt Dieter Bock. Schon nach kurzer Zeit hätten faszinierende Wildbienen wie die Garten-Wollbiene den Blütenreichtum neben der Treppe hinauf zum Neubausaal entdeckt.

Biotopvernetzungskonzept in Kupferzell

Preisverleihung der Umweltstiftung der BI Westernach nachgeholt

Karin Abendschein mit Urkunde und ihrem Team von den Landfrauen Baumerlenbach-Möglingen mit Hermann Ludwig.

Christine Heinke und Michael Wahl vom Landwirtschaftsamt des Hohenlohekreises freuen sich mit Christoph Spieles. Der Bürgermeister nimmt den Umweltpreis für das Biotopvernetzungskonzept in Kupferzell entgegen, das bereits unter seinem Vorgänger Joachim Schaaf an Fahrt aufnahm. Das Projekt "Biotopvernetzungskonzept Kupferzell" wurde von der Gemeinde Kupferzell initiiert und vom Landwirtschaftsamt unterstützt und begleitet. "Es ist schön, dass in Kupferzell die Landwirte mitmachen und Blühstreifen, Blühäcker oder Lerchenfenster anlegen und auch die ökologisch wertvollen Streuobstbäume pflegen", freut sich Michael Wahl.

Der letzte Umweltpreis am Abend geht zu vorgerückter Stunde an Martin Herbst. Der Wahl-Kölner fährt regelmäßig in seine Hohenloher Heimat. Im Öhringer Stadtteil Möglingen im Kochertal hat der Rentner einen Garten mit zahlreichen Stein-Elementen und Nistmöglichkeiten für Insekten angelegt, in dem sich auch viele Vogelarten wie Blaumeise, Grünspecht oder Kleiber blicken lassen. Als Inspirationsquelle für seinen artenreichen Garten namens "Garten der Grünspechte" dient dem Hobbyfotografen der Hortus-Gedanke von Markus Gastl, der im fränkischen Herrieden ein artenvielfaltförderndes Gartenkonzept realisiert hat, das schon viele Nachahmereffekte nach sich zog.

 

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