Mehrwegsystem für "To Go"-Verpackungen wird konkreter

Hohenlohe  Große Beteiligung beim zweiten Online-Dialog mit Hohenloher Gastronomen, Anbietern und Verwaltung im Landkreis.

Von unserer Redaktion
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Die Müllberge wachsen durch Essenbestellungen in Corona-Zeiten: weg vom Einweggeschirr hin zum Mehrwegsystem, dem widmet sich ein Dialog-Forum.

Foto: dpa

Der Online-Dialog des Landratsamtes, der Wirtschaftsinitiative, der Touristikgemeinschaft, der Abfallwirtschaft und der Dehoga-Kreisstelle mit den Gastromomen im Hohenlohekreis über Mehrweglösungen für das "To Go"-Geschäft stößt weiterhin auf sehr großes Interesse. Im zweiten Teil des virtuellen Dialog-Forums "In und nach der Corona-Krise: Wie kann das "To Go"-Geschäft im Hohenlohekreis umweltfreundlicher werden?" beleuchteten rund 40 Interessierte die Vor- und Nachteile von unterschiedlichen Mehrwegsystemen näher. Außerdem standen Einblicke in gemeinsame Initiativen anderer Regionen auf dem Programm. Diskutiert wurden auch Vorschläge für ein regionales Branding.

Ausstellung ist geplant

"Uns ist es wichtig, den Gastronomen einen guten Überblick über verschiedene Systeme zu ermöglichen, so dass es ihnen nachher leichter fällt, sich für ein geeignetes Mehrwegsystem zu entscheiden", betont die Geschäftsführerin der Wirtschaftsinitiative Hohenlohe und Leiterin des Amts für Wirtschaftsförderung und Tourismus Caroline Bogenschütz. Insgesamt standen in der Arbeitskreissitzung sieben Anbieter von Mehrwegsystemen zu ihren Produkten und Dienstleistungen Rede und Antwort. In der Fragerunde ging es vor allem um die Praktikabilität der Angebote. Schnittfest und hitzebeständig sollten sie sein. Außerdem ist ein einfaches System für Kunden und Gastronomen erforderlich - darin waren sich alle einig. "Selbstverständlich muss man Schalen und Becher auch mal in Händen gehalten haben, bevor eine Entscheidung getroffen werden kann", fasst Angelika Walter-Hertweck vom Mitveranstalter Dehoga einen vielfach geäußerten Wunsch von Gastronomen zusammen. Dafür soll in der Woche nach den Osterferien bei der Abfallwirtschaft in Künzelsau eine kleine Ausstellung mit den vorgestellten Produkten aufgebaut werden.

Wichtig: lokale Ansprechpartner

Gemeinsame Initiativen aus Brackenheim, Weilheim an der Teck, Esslingen und Wolfsburg, die auf unterschiedliche Mehrwegsysteme zurückgreifen, wurden ebenfalls vorgestellt. Die dort verantwortlichen Initiatoren aus den Bereichen Verwaltung und Gastronomie betonen die Wichtigkeit eines lokalen Ansprechpartners für den Systemanbieter, der einfachen Handhabung des Pfandsystems und hochwertiger Produkte. Wie bereits bei der Auftaktveranstaltung war auch hier der Tenor, dass ein Pfand beim Kunden "keine Hürde für die Akzeptanz" darstellt.

In der Arbeitskreissitzung zeigte sich, dass bei der gemeinsamen Initiative der regionale Gedanke im Vordergrund stehen soll. Die Vorteile eines regionalen "Brandings", also eines individuellen Hohenlohe-Designs, wurden bereits bei der Auftaktkonferenz des Dialog-Forums von den Teilnehmern als groß eingestuft. So würde man regionale Identität schaffen und bei einem überregionalen Mehrwegsystem werde die Region sichtbarer. "Warum nicht auch in Hamburg Werbung für Hohenlohe machen und so unsere Bekanntheit steigern?", regt Willi Carle von der Rose aus Bitzfeld an. Die anwesenden Anbieter von Mehrwegsystemen betonten mehrheitlich ihre Aufgeschlossenheit und Flexibilität in Hinblick auf ein regionales Branding. Im Anschluss wurden hierfür bereits erste Ideen gesammelt, die in der dritten Veranstaltung des Dialog-Forums weiter diskutiert werden sollen.

Zum Abschluss wurde eine Umfrage gestartet, welches System bislang in welchem Maße überzeugt hat. Die Auflösung soll in der dritten und vorerst letzten Arbeitssitzung besprochen werden.

Erfreulich ist, dass neben den Anbietern von Speisen und Getränken zum Mitnehmen unter anderem auch Mitglieder der Bewegung Hohenlohe for Future und des neu gegründeten Künzelsauer Klimabeirates an den Diskussionen im Dialog-Forum teilgenommen haben. "Ein funktionierendes Mehrwegsystem ist ein echter Beitrag zum Klimaschutz und zur Abfallvermeidung", unterstrich der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Sebastian Damm. Daher unterstütze man den Dialogprozess sehr gerne. 


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