Lästerattacken auf schwäbischem Höchstniveau im Scala-Kino

Öhringen  Das Comedy-Duo Die Kächeles amüsiert mit ihrem "Dorftratsch Deluxe" und humoristischen Szenen einer Ehe das Publikum.

Von Stefanie Pfäffle
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Karl-Eugen und seine Käthe : Die Kächeles können auf keinen Fall ohneeinander, bloß mit ist manchmal halt auch schwierig. Foto: Stefanie Pfäffle

Scheinbar hat Karl-Eugen doch eine romantische Ader - schlägt er seiner Gattin Käthe doch mal wieder einen schönen gemeinsamen Sonntag vor. Doch zu früh gefreut. "Ich fahr dich zu deiner Mutter und wenn ich Formel1 geschaut, hol ich dich wieder ab", schlägt er vor und erntet einen Knuff.

Ute Landenberger und Michael Willkommen frotzeln sich am Sonntagabend endlich mal auf der Bühne im Öhringer Scala-Kino. Mit ihrem Programm "Dorftratsch Deluxe" amüsieren die Kächeles ihr Publikum mit jeder Menge Lästereien.

Es ist die vorerst letzte Veranstaltung von "Kleinkunst im Kino" nach den 3G-Regeln. "Eine Zuschauerin kam getestet, deswegen ist es heute noch mal 3G, ab der nächsten Veranstaltung aber 2G", kündigt Veranstalter Heiko Volkerts an.

Gags über Apps

Das erhöhe die Planbarkeit und gebe den Leuten die Möglichkeit, ohne Maske im Saal zu sitzen. "Wir dürfen dann auch vollmachen, wobei wir es trotzdem auf 140 beschränken", erklärt er und lacht bitter auf. Ehrlicherweise sei das derzeit ein Wunschtraum. Vielleicht werde es mit 2G ja besser, weil die Geimpften sich sicherer fühlen könnten und die Leute eben keine Lust hätten, zwei Stunden mit Maske irgendwo zu sitzen.

Rund 80 Zuschauer haben sich trotzdem darauf eingelassen - und das freut auch die Akteure. "Schön, mal wieder andere Männer zu sehen als den eigenen", befindet Käthe Kächele und lästert gleich mal darüber, mit welcher Hingabe diese das eigene Auto einreiben statt der Gattin. Das Gen mehr als Pferde hätten die Herren doch bloß, damit sie beim Autowaschen nicht den Eimer aussaufen.

Von der bissigen Sorte

Ja, Käthe Kächele ist von der bissigen Sorte, dabei wünscht sie sich doch eigentlich nur etwas mehr Aufmerksamkeit von ihrem Karl-Eugen. Der muss jetzt sogar wegen dieses blöden Feminismus" einkaufen gehen und das wegen zehnprozentigem Naturjoghurt. Mit Kumpel Emil, der auf der Suche nach Flohsamenschalen verzweifelt, endet das Ganze in einem Besäufnis mit Bier, Speck und Schnaps. Nicht zu vergessen die 3,21 Euro, die sie an der Kasse für den inzwischen geleerten Bierkasten als Pfand kassieren.

Jeder ihrer zahlreichen Nachbarn bekommt etwas ab. Wenn Käthe von dem schicken Auto und den zahlreichen Apps der einen schwärmt, findet Eugen das nur Quatsch. Obwohl, die Apps könnte man schon installieren: "Aber ganz klar, entweder Haushaltsführung wie bisher durch dich oder die Apps, sonst amortisiert sich die Investition nicht." Nächster Knuff.

Und dass der andere Nachbar mit Vorspiel beim Liebesakt überzeugt, schert Eugen wenig. "Ich bleib doch auch nicht auf der Straße stehen und hupe und hupe, bevor ich in die Garage fahre." Ob gemeinsam oder einzeln auf der Bühne: Die Kächeles sorgen für jede Menge Gelächter und auch das eine oder andere Kopfnicken im Publikum. Das gibt wohl zu Hause auch noch einen Knuff.

 


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