Kletterturm bleibt trotz Defizit mindestens bis 2022

Öhringen  Immerhin 3700 Besucher wollten im vergangenen Jahr beim Kletterturm in der Cappelaue in die Höhe. Die Anlage verursacht allerdings ein Defizit, das zu einem gewissen Teil die Stadt Öhringen ausgleicht.

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Kletterturm bleibt trotz Defizit in Öhringen mindestens bis 2022.

Hoch hinauf kann man beim Öhringer Kletterturm. Dazu muss man nicht zwingend sportlich sein. Die Aussichtsplattform ganz oben ist über Stufen zu erreichen − wenigstens bis 2022. So lange trägt die Stadt einen Teil des Defizits.

Foto: Archiv/Tscherwitschke

Die Zielrichtung ist klar. Es soll nach oben gehen. Nicht nur für die Kletterer, sondern auch mit den Besucherzahlen. Denn: Das Defizit, das der Kletterturm in der Öhringer Cappelaue verursacht, muss getragen werden. Zum einen von der DAV-Sektion Heilbronn, die den Turm betreibt und das dafür notwendige Personal stellt. Zum anderen von der Stadt Öhringen, die einen Fehlbetrag bis zu maximal 20.000 Euro pro Jahr ausgleicht.

Weitere drei Jahre gesichert

Dieses Geld überweist die Stadt Öhringen noch mindestens bis 2022 an den DAV. So hat es der Gemeinderat beschlossen und sichert somit die Attraktion gegenüber des Freibads. So ist gesichert, dass der Alpenverein drei weitere Jahre den Turm betreut, der zur Landesgartenschau als eine der Attraktionen aufgebaut worden war. Hiesige Firmen haben mit ihren Spenden Stufen für das Bauwerk gekauft. Vor allem Freundeskreis-Vorsitzender Jochen K. Kübler hatte sich für den Kletterturm stark gemacht.

Hatte der Kletterturm während der Landesgartenschau täglich geöffnet, wurden in den Folgejahren die Öffnungszeiten und auch die Eintrittspreise dem Freizeitverhalten der Hohenloher und der Touristen angepasst. An den Wochenenden und in den Ferienzeiten kann an der Anlage geklettert und der Flying Fox und der Freefall benutzt werden. Auch für Kindergeburtstage und Teambuilding-Maßnahmen kann der Turm gebucht werden. Unter der Woche aber ist er geschlossen. Der Personal-Aufwand dafür rechnet sich nicht.

Besucherzahlen sollen steigen

3700 Besucher wurden im Jahr 2019 gezählt. Das, sagt Pressesprecher Dr. Michael Walter, ist grundsätzlich ein recht guter Wert. Ziel sie jedoch, die Besucherzahlen in dieser Saison zu steigern.

Ob das gelingt, das hängt auch maßgeblich vom Wetter ab: Wenn es an den Wochenenden regnet, hat die Turmaufsicht viel Zeit, das Leihmaterial zu prüfen. Aber auch zu große Hitze ist nicht gut für das angestrebte Ziel hoher Ausnutzung: Ist es nämlich zu heiß, gehen die Menschen lieber ins gegenüberliegende Freibad.

Und eine zusätzliche Nutzung durch die DAV-Ortsgruppe Öhringen? Auch das wurde diskutiert. Da aber der Kletterturm eine reine Freizeiteinrichtung ist, also keine Routen geklettert werden können, ist der Turm als Trainingsort für die Kinder- und Jugendgruppen ungeeignet. Eine Nutzung durch die Ortsgruppe macht damit für die Verantwortlichen keinen Sinn. Die Kinder- und Jugendmannschaften trainieren in der Kletterarena Heilbronn.

 


Yvonne Tschwerwitschke

Yvonne Tscherwitschke

Autorin

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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