Hohenloher Freibäder sind bereit und würden gerne öffnen

Hohenlohe  Die Freibadsaison kann auch in Hohenlohe coronabedingt noch nicht starten. Die Gemeinden hoffen auf eine baldige Entscheidung der Landesregierung, wann und unter welchen Auflagen es losgehen kann.

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Noch ist das Spaßbecken des H2Ö in Öhringen mit dem Wasser aus dem Vorjahr gefüllt. Sobald Freibäder wieder öffnen dürfen, wird es auch hier in die Vorbereitungsphase gehen. In ein bis zwei Wochen wäre das Freibad dann betriebsbereit.

Fotos: privat

Die gute Nachricht gleich vorweg: Die Freibäder in Hohenlohe sind startklar. Grünes Licht gibt es für ihre Öffnung zwar noch nicht. Viele Städte und Gemeinden sind aber guter Hoffnung, dass die Corona-Lockerungen bald auch auf den Badebetrieb ausgeweitet werden.

Wichtige Fragen sind indes noch offen. Sie betreffen zum einen die konkreten Auflagen, etwa wie viele Menschen auf einmal ins Wasser dürften oder wie die Abstandsregelungen eingehalten werden sollen. Zum anderen geht es um den konkreten Zeitpunkt. Für die meisten Kommunen wäre Anfang August das letztmögliche Datum, an dem es sich noch lohnen würde aufzumachen. Später sei die Saison quasi schon vorbei.

In Pfedelbach stehen die Freibäder in den Startlöchern

Das Freibad im Pfedelbacher Ortsteil Untersteinbach beginnt am kommenden Montag mit den Vorbereitungen. Das Freibad in Oberohrn versucht, bis zum 15. Juni mit den Vorbereitungen fertig zu sein. Über Auflagen möchte sich die Gemeinde Pfedelbach allerdings noch nicht den Kopf zerbrechen: "Bis die konkreten Vorgaben kommen, können wir nichts machen", sagt Bürgermeister Torsten Kunkel.

Er klingt verhalten optimistisch und hofft auf eine Öffnung spätestens zu den Sommerferien. Kunkel weiß, dass viele, die ihren Urlaub absagen mussten, sich nach kühlem Nass sehnen: "Die Menschen brauchen etwas Zerstreuung."

Corona-Konzepte sind von den Auflagen der Landesregierung abhängig

Verhalten optimistisch sind auch die Künzelsauer. Das Kocherfreibad wurde letztes Jahr komplett umgebaut, hat eine neue Naturfilteranlage und wurde nun zum ersten Mal befüllt. Gespannt wartet die Gemeinde auf die Vorgaben, ein Corona-Konzept gibt es noch nicht.

Freibäder sind Zuschussbetriebe

In Öhringen sieht es ähnlich aus, in spätestens zwei Wochen könnte das Freibad H2Ö aufmachen. Eine Mitarbeiterin der Bäderverwaltung berichtet, es hätten schon viele Bürger angerufen und sich erkundigt, wie es aussehe. Auch hier wird bestätigt, dass das Freibad öffnen werde, selbst wenn die Einnahmen dieses Jahr geringer ausfallen werden. Denn generell seien öffentliche Freibäder Zuschussbetriebe, erklärt Kämmereiamtsleiter Andreas Insam.

So belaufe sich das jährliche Defizit durch den Badebetrieb in Öhringen auf etwa 600.000 Euro, das Freibad Michelbach koste pro Jahr rund 80.000 Euro. Das H2Ö könne jährlich etwa 150.000 Euro einnehmen, in Michelbach seien es ungefähr 8000 Euro. Diese Einnahmen durch Eintritte und Ähnliches dürften sich durch die Corona-Beschränkungen verringern. Dennoch: Beide Freibäder sind betriebsbereit, sagt Insam. Jetzt müsse nur eine Entscheidung von oben her.

Hohenloher Freibäder sind bereit und wollen öffnen

Viele Menschen auf engem Raum: Solche Szenen wird es dieses Jahr wohl eher nicht geben. Das Niedernhaller Freibad hofft trotzdem darauf, bald öffnen zu können. Foto: privat

Kurzarbeit als Zwischenlösung in Niedernhall

In Niedernhall sind die Mitarbeiter des Solebads und des Freibads momentan in Kurzarbeit. "Das lässt sich aber jederzeit wieder aufheben, wenn die Öffnung erlaubt wird und der Gemeinderat zustimmt", sagt Hauptamtsleiter Alfons Rüdenauer.

Über mögliche Beschränkungen und wie sie eingehalten werden könnten, hat sich der Niedernhaller Gemeinderat schon Gedanken gemacht: Es müsse Aufsichtspersonal geben, vor den Toren des Freibads müssten Badegäste in geordneten Schlangen stehen und man gehe von einer begrenzten Anzahl von Gästen aus. "Wie genau das Hygienekonzept dann aussieht, hängt natürlich von den Auflagen der Landesregierung ab", sagt Rüdenauer.

Je heißer es wird, desto mehr Druck werden die Bürger machen

Etwas weiter sind die Vorbereitungen in Langenburg gediehen. "Wir sind soweit und könnten in knappen acht Tagen öffnen", sagt Bademeister Arnd Bezold. Auch er betont, dass mit dem heißen Sommerwetter sicherlich auch viel Druck von den Bürgern kommen werde. "Wir haben festgestellt, dass im April, als es ein paar Tage sehr heiß war, schon zwei Leute über den Zaun geklettert sind und hier in der Drecksbrühe gebadet haben", sagt er. Im Moment sei das Wasser noch das vom vorigen Jahr, mit Überwinterungsmittel darin.

Schichtbetrieb im Freibad

Das Hygienekonzept in Langenburg aber steht: "Wir haben uns einen Schichtbetrieb überlegt - morgens kommen Rentner und Hausfrauen, mittags Familien mit Kindern und ab 17 Uhr Menschen, die von der Arbeit kommen", erklärt Bezold. Es seien überall Desinfektionssäulen aufgebaut worden und es gebe eine Wegeführung, um die Abstände einhalten zu können.

Alles in allem wird dieses Jahr sicherlich keine normale Freibadsaison. Doch die Gemeinden in Hohenlohe wissen, wie wichtig es trotz finanzieller Einbußen ist, den Menschen diese Erholungsmöglichkeit zu bieten. Es kann also losgehen, sobald es losgehen darf.


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Annika Heffter

Volontärin

Annika Heffter ist seit Oktober 2018 Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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