Spatenstich für neues Seniorenzentrum

Öhringen  Im Öhringer Neubaugebiet Mannlehenfeld wird ein Seniorenzentrum gebaut. Im Sommer 2022 soll es fertig sein. Neben barrierefreien Wohnungen ist eine Demenz-WG geplant.

Email

Oberbürgermeister Thilo Michler (Mitte), Mitarbeiter der AWO, Architekten und Ingenieure sowie Öhringer Stadträte beim Spatenstich.

Foto: Nadine Nowara

Noch sieht man nur einen Graben und ein Bauschild am Kreisverkehr am Baugebiet Mannlehenfeld beim Limespark. Hier wird bis zum Sommer 2022 ein Seniorenzentrum entstehen. Zum Spatenstich sind neben Mitarbeitern der Arbeiterwohlfahrt (AWO) die Architekten Jürgen und Matthias Hanke, Mitarbeiter des Bauunternehmens Grauer und Mitglieder des Öhringer Gemeinderats gekommen.

"Ich freue mich, dass es losgegangen ist", sagt Oberbürgermeister Thilo Michler. Er hebt die Lage des Zentrums direkt am Ortseingang Öhringens hervor: "Der Stadtbus hält direkt vor der Tür." Gebaut werden 37 barrierefreie Seniorenwohnungen mit einer Wohnfläche von 45 bis 87 Quadratmetern. Sieben davon sind Sozialwohnungen. "Durch die zentrale Lage können die Bewohner am Gemeinwesen teilnehmen", betont Stefan Oetzel, stellvertretender Vorsitzender des AWO-Bezirksverbands Württemberg. "Unser betreutes Seniorenwohnen ermöglicht älteren Menschen auch bei nachlassender Leistungsfähigkeit, so selbstständig und sicher wie möglich in der eigenen Wohnung leben zu können", so der AWO-Vertreter weiter.

Bereits jetzt schon viele Anfragen

Auch wenn das Seniorenzentrum erst 2022 an den Start gehen kann, hat Sevim Sulejmanov, Geschäftsführerin der Öhringer Arbeiterwohlfahrt, schon jetzt zahlreiche Anfragen erhalten. Bewerber müssen entweder über 60 Jahre alt sein oder eine Behinderung haben.

In einem weiteren Gebäude ist eine Wohngemeinschaft für acht an Demenz erkrankte Personen geplant. In drei Schichten sind jeweils zwei bis drei Betreuungskräfte als Ansprechspartner vor Ort. "Auch nachts kümmert sich je eine Person um die Bewohner", sagt Sevim Sulejmanov. Jedes WG-Mitglied lebt in einem Einzelzimmer. In der Küche können sie gemeinsam kochen, essen und den Alltag gestalten. Zur Wohngemeinschaft gehört auch ein Garten.

Sprechstunden und Gemeinschaftsangebote

In den oberen Stockwerken gibt es Wohngemeinschaften für 16 Mitarbeiter der AWO. Auf jedem Stockwerk befinden sich acht Zimmer. Christian Ruppert, Geschäftsführer der AWO Württemberg, schlüsselt auf, was zum "Grundpaket" des betreuten Seniorenwohnens gehört: Hausmeisterdienst, Sprechstunden zur Beratung für Behördengänge und in Sachen Schriftverkehr - oder auch in Bezug auf den pflegerischen Unterstützungsbedarf. Damit es nicht langweilig wird, gibt es überdies Gemeinschaftsangebote wie beispielsweise Ausflüge.

Die Bewohner können auswählen, ob sie Unterstützung beim Putzen, Fahrdienste oder pflegerische Hilfe benötigen. Letzteres funktioniert - freilich nur als Extraleistung und im Notfall - im wahrsten Sinne des Wortes auch auf Knopfdruck. "Die Menschen sollen selbstständig leben und selbst das Tempo bestimmen, in dem Hilfe benötigt wird", betont Sulejmanov. Eins sei aber dennoch wichtig: "Die Bewohner sollen auch mal in Ruhe gelassen werden."


Nadine Nowara

Nadine Nowara

Autorin

Nadine Nowara arbeitet seit Mai 2020 bei der Heilbronner Stimme. Sie kümmert sich bei der Hohenloher Zeitung unter anderem um die Gemeinden Krautheim und Schöntal.

Kommentar hinzufügen