Bürger müssen tiefer in die Taschen greifen

Zweiflingen  Die Finanzlage zwingt die Gemeinde Zweiflingen zur Erhöhung der Hebesätze. Nun muss der Ausschuss einen Plan für künftigen Haushalte ausarbeiten.

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Blick ins Dorf: Auch Leben auf dem Land wird knapper Kassen geschuldet immer teurer. Auch in der kleinsten Gemeinde des Hohenlohkreises bleiben Bürger nicht von Erhöhungen verschont.

Foto: Seidel

Der Kinderbonus hübscht in dieser Woche bei vielen Familien das Konto auf. Während auf der einen Seite die Kasse klingelt, kommt es vielerorts zu Gebührenerhöhungen. Auch in Zweiflingen sieht die Gemeinde keine andere Lösung aufgrund der knappen Kassen und erhöht die Hebesätze in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Schwieriges Jahr in Aussicht

Leicht macht es sich die Gemeinde bei diesem Tagesordnungspunkt nicht, obgleich der Zweiflinger Bürgermeister Klaus Gross zu Beginn deutlich macht: "Wir müssen heute diesen Schritt gehen." Alleine der Zuschüsse wegen müsse man handeln. Die Gemeinde habe ein sehr schwieriges Jahr vor sich. Auch das Landratsamt sehe die Notwendigkeit einer Erhöhung. Alleine jetzt sei man schon bei einem Gewerbesteuerminus von 60000 Euro. Er habe es in über 30 Jahren nicht erlebt, dass die Gemeinde großzügig mit ihren Finanzen umgehen konnte. Den Hebesatz in diesem Ausmaß habe man dennoch nicht erhöht. "Vielleicht ein Fehler", wie Gross spekuliert.

Seit mehr als 25 Jahren lag die Grundsteuer A bis 2008 bei 300 von Hundert. Stückchenweise ist sie schließlich erhöht worden und liegt nun bei 360. Die Gewerbesteuer lag bis 2008 25 Jahre lang bei 330 von Hundert. Bereits bei den Hebesatzanpassungen 2009 und 2014 wünschten sich die Stellen, die Zuschüsse bewilligen, eine stärkere Erhöhung. 2018 wurde die Grundsteuer deshalb nochmal angehoben.

Keine Zustimmung

Die Hebesätze im Januar dieses Jahres zu erhöhen, fand jedoch keine Zustimmung im Rat. Das hat sich geändert. Und der Beschluss fällt nun einstimmig. Robert Mayr: "Wir haben im Ausschuss lange darüber beraten, aber es führt kein Weg dran vorbei." Zudem überlegt das Gremium, ob man die Erhöhung nicht zeitlich befristen solle, um in besseren Zeiten wieder nach unten zu gehen. Die Grundsteuer A liegt ab kommendem Jahr bei 450, bei Grundsteuer B bei 450 von Hundert und die Gewerbesteuer bei 400 von Hundert. Für die Bürger bedeutet die Erhöhung eine Mehrbelastung von 100 Euro im Jahr für einen Grundstücksbesitzer. Zweiflingen liegt damit im oberen Drittel im Hohenlohekreis. Für den Haushalt bedeutet das Mehreinnahmen von 14 839 Euro bei der Grundsteuer A bei der Grundsteuer B sind es 63 537 Euro.

"Die Belastungen sind vertretbar", findet Gross. Um Zuschüsse für Projekte wie die Wasserversorgung zu erhalten, soll vom zuständigen Ausschuss ein Plan ausgearbeitet werden, wie der Haushalt auch zu stärken ist. Gross: "Es liegen große Aufgaben vor uns."


Stefanie Jani

Stefanie Jani

Autorin

Stefanie Jani schnupperte schon zu Schulzeiten in die journalistische Arbeit der Stimme. Nach dem Studium in Regensburg und verschiedenen Praktika kehrte sie zurück in die Heimat und ist seit 2011 Redakteurin in Hohenlohe.

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