Bewährungsstrafe für 25-Jährigen wegen Drogenhandels

Öhringen  Das Öhringer Schöffengericht verurteilte einen jungen Mann wegen Drogenhandels zu einer Bewährungsstrafe.

Von dig
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Vor dem Schöffengericht Öhringen hatte sich ein 25-Jähriger wegen Drogenhandels zu verantworten.

Foto: Dignal

Er holte seinen Hauptschulabschluss mühsam nach und brach mehrere Berufsausbildungen erfolglos ab. Er lebt von Hartz IV, ist sechs Mal vorbestraft und erst 25 Jahre alt. Das Schöffengericht verurteilte ihn nun wegen unerlaubter Geschäfte mit Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten, die unter strengen Auflagen zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Als er Angaben zur Person macht, lächelt der Angeklagte verlegen, weil er weiß, dass er mit seinem bisherigen Leben nicht glänzen kann. "Ich habe mich in der Schule, ehrlich gesagt, nicht so sehr um die Noten gekümmert", gibt der in Öhringen geborene Türke kleinlaut zu. Er würde gerne eine Lehre zum Kfz- oder Industriemechaniker machen, was ihm jedoch noch nicht gelang.

Hilflose Ehrlichkeit

Mit 14 Jahren fing er stattdessen an zu kiffen, nicht nur gelegentlich, sondern zwei- bis viermal täglich. "Ich würde gerne aufhören, aber ich schaff's nicht", sagt er. Im Herbst 2018 versuchte er, mit Dealen an Geld zu kommen, mal mit 100 Gramm Marihuana, mal mit zehn Gramm. Doch es klappte nicht. Dafür besorgte er sich im Januar 2019 selbst sieben Gramm zum Eigenkonsum. Illegal war das eine wie das andere, auch wenn es zu keiner Übergabe kam, wie er vor Gericht beteuert.

Wegen seiner Sucht habe ihn nun auch die Freundin verlassen, berichtet er. "Es ist eine Katastrophe." Sein Verteidiger schaltet sich geradezu väterlich ein: "Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder du machst eine Therapie. Aber wer bezahlt die? Oder zwei Jahre in der Justizvollzugsanstalt. Die ist kostenlos."

Der Staatsanwalt, der die von Hilflosigkeit gezeichnete Ehrlichkeit des Angeklagten erkennt, rät ihm dringend, seine Drogenabhängigkeit anzugehen. "Wir können das nicht für Sie tun. Das müssen Sie selbst übernehmen." Ein direkter Weg dahin sei der Versuch, sein "Leben umzukrempeln".

Abstinenz muss nachgewiesen werden

Das Gericht entscheidet auf ein Jahr und vier Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung. Die Auflagen für die Strafaussetzung sind angesichts der kriminellen Vorgeschichte des 25-Jährigen umfangreich. So muss er sich wenigstens drei Jahre lang bewähren, 80 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten, exakt den Anweisungen des Bewährungshelfers folgen und über die Zeit acht Drogenscreenings durchführen lassen, die er selbst zu bezahlen hat. Insbesondere jedoch muss er in den nächsten sechs Monaten nachweisen, dass und wie oft er sich um einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz beworben hat.


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