Am Tag der Demokratie spielerisch Volksherrschaft lernen

Öhringen  Am Jugendpavillon wurde der Tag der Demokratie von Teilnehmern aller Altersgruppen gefeiert, die hier die die grundlegenden Bausteine der Demokratie kennenlernten. Öhringen ist eine von 20 teilnehmenden Städten.

Von Lisa-Marie Guja
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Die Schülerinnen Diana und Lea (v.l.) haben schon an der Online-Kampagne teilgenommen und toben sich gerade am Stand der "Respekt-Coaches" aus.

Fotos: Guja

Menschenrechte, Wahlen und Volksentscheid sind nur ein paar Wörter, die den Besuchern an den verschiedenen Stationen begegnen. Sie stehen auf Bauklötzen, aus denen ein Haus gebaut werden soll. Und auch am bunten Glücksrad finden sich diese wieder. Beim Drehen kann jedoch kein Preis gewonnen werden. Stattdessen werden Menschen- und Kinderrechte erklärt.

Erfahren, was Demokratie ist

Das Ziel bei diesen Spielen ist ganz einfach: Erfahren, was Demokratie ist. Denn auf dem Gelände des Öhringer Jungendpavillons haben sich einige Leute eingefunden, um den internationalen "Tag der Demokratie" zu feiern. "Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, Zugang zu diesem Thema zu vermitteln, am besten spielerisch", meint Jugendreferentin Yasemin Serttürk. Sie organisiert die Aktion "Demokratie - Ich bin dabei" und setzt auf genau diese ungezwungene Art der Vermittlung.

Durch soziale Medien würden politische Zusammenhänge oft verzerrt dargestellt - beispielsweise durch Falschmeldungen. Umso wichtiger sei es, die grundlegenden Bausteine der Demokratie zu erklären. Durch die verschiedenen Spiele werden ebendiese an jenem Hochtag der Volksherrschaft lebensnah an die Menschen herangebracht.

Zu wenig reden

Denn: Obwohl die Aktion am Jugendpavillon stattfindet, sind Jugendliche jedoch nicht automatisch die Hauptzielgruppe. Jede Gruppierung und Altersklasse ist vertreten - und dabei steht nicht nur das große Über-Thema im Raum, sondern vor allem auch der Kontakt untereinander. "Unser Problem heutzutage ist, dass wir zu wenig miteinander reden", findet die Jugendreferentin: "Begegnungen zu schaffen ein guter Grundstein für ein gesundes Miteinander."

Beim Tag der Demokratie in Öhringen: spielerisch Volksherrschaft lernen

SPD-Stadtrat Patrick Wegener am Glücksrad der Menschenrechte.

So sehen das auch Elisabeth Spitzmaul und Alexandra Krahl. Sie wurden durch einen Flyer auf die Aktion aufmerksam und sind begeistert. "Ich finde es gut, dass in einer Demokratie wie unserer jeder mitbestimmen darf und alle gleichberechtigt sind", sagt Spitzmaul.

Probleme der Senioren

Nur eine Sache fehlt der Rentnerin noch für wirkliche Gleichberechtigung: Sie habe es schwer, eine Wohnung zu finden und hoffe, dass in Zukunft mehr für die Senioren getan werde. Genauso wie für Studenten Wohnraum geschaffen werde, sollten auch für Rentner bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Eine Aktion wie "Demokratie - Ich bin dabei" sei eine gute Plattform, um sich einerseits klarzumachen, wie toll das politisches System Deutschlands ist - jedoch trotzdem mit anderen überDefizite und Verbesserungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Aufmerksamkeit

Auch Bernhardt Krahl ist froh, in einer Demokratie zu leben. Er sieht noch einen ganz anderen Vorteil in der Aktion: "Ich hoffe die jungen Leute werden hierdurch auf Demokratie aufmerksam gemacht und erkennen, wie gut es uns damit geht."

Jugendreferent Hans-Jürgen Saknus hat den Jugendpavillon gerne zur Verfügung gestellt und weiß genau, warum besonders die Jugend die Begeisterung für das demokratische System braucht: "Demokratie funktioniert nur, wenn man sie mit Leben füllt", betont er. In der Jugendarbeit gebe es viele demokratische Aufgaben, und auch die Gemeindepolitik stützte sich darauf. Darum müssten auch junge Menschen für solche Werte einstehen. An Fridays for Future oder den Bemühungen der Öhringer Jugend um einen Skaterpark sieht Saknus diesen "Demokratiegeist".

Trotz Pandemie

Der Aktionstag zum "Tag der Demokratie" findet nun zum zweiten Mal in Öhringen statt. Damit trotz Pandemie auch Menschen aus den Risikogruppen teilnehmen können, wurde eine Online-Kampagne aufgezogen - wo es auch etwas zu gewinnen gibt. Die Aufgabe? Der Satz "Demokratie finde ich toll, weil ?" muss vollendet werden - und dann wird ein Foto davon gemacht. Das Demokratiezentrum wählt dann den besten Beitrag aus und lädt den Gewinner zu einem Besuch im Landtag ein.

Kooperation

Auch Diana und Lea haben mit ihrer Schule teilgenommen. In Kooperation mit den "Respekt-Coaches" beim Roten Kreuz hat die Weygang-Schule ihre Schüler ermutigt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die 14-Jährigen haben dabei gerne mitgemacht und dann beschlossen, noch persönlich bei der Aktion vorbei zu schauen.

Da der "Tag der Demokratie" auf einen Samstag fällt, ist nicht die ganze Klasse gekommen. Organisatorin Yasemin Serttürk kann das jedoch gut verstehen: "Wir haben an allen Schulen im Kreis Flyer verteilt. Weil die Aktion allerdings direkt nach den Sommerferien ist, war es schwer, engen Kontakt mit den Schulen herzustellen."

 

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