Zwei Tage Fest in Ohnberg: Damit die Kirche auch in Zukunft im Dorf bleibt

Öhringen  Mit Essensverkauf, Sponsorenlauf, Entenrennen und viel Musik sammeln die Ohrnberger Geld zur Sanierung des Kirchturms.

Von Renate Väisänen
Zwei Tage Fest in Ohnberg: Damit die Kirche auch in Zukunft im Dorf bleibt

Gute Laune haben die Helfer beim Flammkuchen-Ofen. Hier werden Bleche geschmiert und Feuer geschürt.

Ordentlich Dampf macht am Samstag der Öhringer Teilort an der Mündung der Ohrn in den Kocher. Und das im wörtlichen Sinne: Schon von weitem ist die Rauchfahne des holzbefeuerten Backofens zu sehen. Rund 100 Gäste lassen sich an den Bierbankgarnituren auf dem Festplatz bei der Kirche Kaffee und Kuchen schmecken. Noch übersichtlich ist der Andrang an den beiden Flohmarktständen, während Daniel Schulz schon regen Publikumszulauf hat: Der 13-Jährige hilft heute beim Verkaufen der begehrten Startnummern für das Gummienten-Rennen, welches am frühen Abend am Pfahlbach ausgetragen werden soll.

Kinder laufen, Erwachsene spenden

Über die Ohrntalstraße geht der Sponsorenlauf der Ohrnberger Kinder seinem Ende zu: sieben Runden zu rund 420 Meter ist Elias heute schon gelaufen. "Anstrengend", findet es der Sechsjährige, was ihn jedoch nicht daran hindert, immer weitere Runden zu laufen, wobei Elias" Opa jede Runde mit einem kleinen Geldbetrag sponsert. "Nach Hause geht es erst am Montagmorgen", scherzt auch Mitorganisator Andreas Müller vom TSV-Ohrnberg nach dem Lauf-Event. Was machen die Ohrnberger Bürger und Vereine heute nicht alles dafür, "damit der Kirchturm bleibt".

Unter diesem Motto stehen nämlich die Aktionen und das Fest in Ohrnberg. Die Spendenkasse für die Restaurierung des maroden Kirchturmgebälks und der Dachkonstruktion der Dorfkirche sollen das Fest sowie schon zurückliegende Veranstaltungen füllen. Knapp 400 000 Euro ist für Turm und die Notsicherung des Kirchendaches von Experten veranschlagt worden, weiß die Pfarrerin der Ohrnberger Kirchengemeinde, Nadja Elbe.

Entenrennen und Jazz auf der Bühne

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Zwischen Flohmarkttisch und Gummienten: Veronika Gerl, (v.li), Ute Zeile und Daniel Schulz.

Kurz vor der offiziellen Eröffnung der Feier hat auch Claudia Löhr am Flohmarktstand zu tun. "Was kostet das Piratenbuch", möchte der achtjährige Leonard wissen, während seine kleine Schwester Viktoria schon mit der Puppe spielt, die sie für gerade mal einen Euro erstanden hat. Ein Schnäppchen hat Hannes (11) soeben gemacht: Zehn Euro nur hat das Flügelhorn gekostet, welches der Nachwuchsmusiker des örtlichen Musikvereins gekauft hat.

Jazzige Klänge dringen jetzt von der Zeltbühne her. Die Öhringer Schulband Octatonics umrahmt die Eröffnung, die von Ortsvorsteher Gerhard Schulz, dem stellvertretende OB Ulrich Schimmel und Pfarrerin Elbe vorgenommen wird. Über das Engagement der Ohrnberger Bürger und Vereine sind alle drei Redner voll des Lobes. "Bei allem Stress, den die Feier mit sich bringt, ist doch sehr viel Freude mit dabei. Schön, wenn ein Problem zum Fest umfunktioniert wird", meint Elbe in ihrer bewegenden Ansprache.

Viel Arbeit im Vorfeld

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Trotz Nieselregen kommen die Festgäste schon zur Eröffnung. Schließlich wollen alle mithelfen, dass das Problem, die dringend notwendige Sanierung des Kirchturms, schnell behoben wird. Das Fest füllt die Spendenkasse.

Fotos: Renate Väisänen

Wohl fühlen sich die Gäste trotz des Nieselregens. Bei Flammkuchen, Falafel-Sandwich oder Wurstweck und beim groovenden Sound der Octatonics feiert man gerne. Wenn auch Petrus sich einsichtiger zeigen könnte, wie Anita Neumann bemerkt. "Aber besser so, als wenn es zu heiß wäre", meint die Dimbacherin. Schaulustige beobachten das Wettschwimmen der Gummi-Enten. Das war viel Arbeit. Der Bachlauf musste von Altmetall gesäubert und vertieft werden. Heute sorgt ein Tank voll Wasser dafür, dass die gelben Tierchen gehörig Fahrt aufnehmen können. Spannung ist jetzt unter den rund 70 Startern angesagt. Wer gewinnt?

 

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