Wohnmobilprojekt an den Schleierhofer Seen spaltet die Gemüter

Forchtenberg  Der Landwirt Bernd Schimmel will auf einem Acker nahe der Tiroler Seen 50 Camperstellplätze einrichten. Während das Vorhaben vom Forchtenberger Gemeinderat begrüßt wird, zeigen sich die Dorfbewohner skeptisch.

Von Oliver Färber
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Über Wohnmobilprojekt gehen die Meinungen auseinander

Natur-Idylle an den Tiroler Seen bei Schleierhof: Der Gemeinderat Forchtenberg hat jetzt über die Pläne für einen Wohnmobilplatz beraten.

Foto: Archiv/Stockburger

Der Schleierhofer Ortsvorsteher Bernd Schimmel will den Tourismus stärken. Auf einem bisher als Acker genutzten Grundstück, das nur einen Steinwurf von den Tiroler Seen entfernt ist, möchte der Landwirt mit seiner Familie 50 Camperplätze einrichten.

Der Forchtenberger Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung damit beschäftigt. Und während bei einer ersten Infoveranstaltung die Bewohner des Ortes eher kritisch auf die Idee reagiert haben, geben die Stadträte bei einer Gegenstimme grünes Licht, dass dafür Pläne erstellt werden können.

Eröffnung des Verfahrens

"Der Gemeinde- und Ortschaftsrat muss da sicher noch einige Dinge abwägen", gibt Bürgermeister Michael Foss zu. Im Gemeindeverwaltungsverband soll das Vorhaben ebenfalls besprochen werden. "Und wenn wir jetzt über die Fortschreibung des Flächennutzungsplans beschließen, ist das ja noch kein endgültiger Beschluss für den Campingplatz", stellt er klar. Behörden und Bürger könnten ihre Einwendungen vorbringen. "Es ist jetzt nur die Eröffnung des Verfahrens", macht der Schultes deutlich.

Mit den Stellplätzen werde das Potenzial, das der Tourismus biete, gefördert. Das Interesse an Wohnmobil-Urlaub wachse. Foss sieht in der Idee einen Mehrwert für die ganze Region - wie auch die Tourismusgemeinschaft in einem Schreiben. "Aber das Camping muss natürlich verträglich zum derzeitigen Bestand sein", fügt Foss hinzu.

Bürgermeister nimmt Kritik ernst

Deshalb nehme man die Kritik, die bei der Infoveranstaltung vorgebracht wurde, ernst. Lärmbedenken begegnet er allerdings damit, dass die Camper selbst Ruhe suchten. Außerdem würden die Behörden sicher noch Regelungen zum Lärm erlassen.

Das gelte auch für den befürchteten zusätzlichen Verkehr. "Das wird durch eine Verkehrsanbindung an die Kreisstraße gelöst", sagt der Bürgermeister. Natürlich werde sich das Landschaftsbild durch die Camper und das angedachte Versorgungsgebäude mit sanitären Anlagen verändern.

Räte sehen das Projekt positiv

Grundsätzlich positiv sieht Stadtrat Ulrich Karle das Projekt. Eher mache er sich Sorgen darüber, ob der Lärm der Straße zwischen Forchtenberg und Bieringen, die stark befahren sei, nicht die Camper störe. "Ich bin relativ aufgeschlossen", sagt Stadtrat Thomas Hartmann. Ihm ist wichtig, dass der bestehende landwirtschaftliche Betrieb der Schimmels klar vom Unternehmen Wohnmobilstellplatz getrennt werde. "Nicht dass das Camping eines Tages die Landwirtschaft beeinträchtigt", meint er.

Selber würde Stadtrat Klaus Frankenbach die Idee befürworten, auch wenn er bei der Abstimmung später als einziger dagegen votiert. "Die Bevölkerung ist halt dagegen", bringt er vor. Er sieht die Parksituation entlang der Seen schon jetzt als schwierig. "Da müsste man unabhängig vom Camping für Abhilfe sorgen", entgegnet Foss. Doch das sei nur schwer möglich.

Stadtrat Werner Engel steht dem Ganzen positiv gegenüber, will sich aber auf das Urteil des Ortschaftsrats verlassen, der das Thema noch behandeln wird. "Es sind ja auch noch gar nicht viele Informationen da", gibt Foss zu.

Stadtrat Hermann Nothwang ist überzeugt, dass die Stellplätze laufen. "Eventuell müssen eben noch ein paar Sachen nachjustiert werden", meint er. "Gibt es Probleme, werden sie uns sicher vorgelegt, und dann können wir entscheiden", sagt Stadtrat Hans Ender.

Kurzzeitplätze am Friedhof

Ob dann die Stellplätze für Wohnmobile am Forchtenberger Friedhof, die immer noch nicht eingerichtet werden konnten, überhaupt gebraucht würden, fragt Stadtrat Jürgen Walter. "Das sind zwei Paar Schuhe", findet Stadträtin Susanne Koch. Diese Abstellplätze seien für Urlauber gedacht, die nur kurz Station machten, der Camperplatz hingegen für diejenigen, die ihre Ferien dort verbrächten.


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