Windpark Goggenbach vor dem Aus?

Kupferzell - Das Naturschutzgutachten der Gemeinden Neuenstein, Kupferzell und Waldenburg könnte für einige Windkraftstandorte das Aus bedeuten. In dem Schreiben haben Biologen festgehalten, ob auf den Vorrangflächen bestimmte Vogelarten und Fledermäuse leben.

Von unserer Redakteurin Juliane Renk
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Die Windräder, die in Hohenlohe gebaut werden sollen, sind größer und höher als die Anlage bei Stachenhausen.

Foto: Archiv/Fritze

Kupferzell - Das Naturschutzgutachten der Gemeinden Neuenstein, Kupferzell und Waldenburg könnte für einige Windkraftstandorte das Aus bedeuten. In dem Schreiben haben Biologen festgehalten, ob auf den Vorrangflächen bestimmte Vogelarten und Fledermäuse leben, die vor Windrädern geschützt werden müssen. Sie haben Empfehlungen für Tabuzonen herausgegeben, in denen kein Windrad stehen sollte.

In den Gebieten bei Goggenbach, Füßbach und Kirchensall sind Vogelarten heimisch, von deren Horste Windkraftanlagen mindestens einen Kilometer Abstand haben sollten. Von den Folgen des Gutachtens ist Goggenbach am stärksten betroffen: Wanderfalke und Rotmilan sorgen dafür, dass von der dortigen Fläche nur noch ein Randstreifen bleibt, auf dem Windräder gebaut werden könnten. Ob der Bereich dafür groß genug ist und ob sich dies lohnen würde, dazu machte das Ingenieurbüro Mörgenthaler keine Angaben.

Im Mai und Juni des vergangenen Jahres waren die Biologen vor Ort. Auf Gemarkung Kupferzell haben sie 54 Vogelarten beobachtet, 14 davon stehen auf der Roten Liste bedrohter Tiere des Landes Baden-Württembergs.

Auch von der Vorrangfläche bei Füßbach bliebe lediglich ein Randstreifen, weil dort ebenfalls der Rotmilan fliegt. Rund die Hälfte der Vorrangfläche bei Kirchensall steht noch für Windkraftanlagen zur Verfügung. Einen Rotmilan und einen Baumfalken haben die Biologen in diesem Gebiet entdeckt. Auch für sie empfehlen die Fachleute einen Schutzradius von einem Kilometer um die Horste.

Das Gutachten enthält auch eine erste Prognose für Waldenburg, da dort die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind. Auf der Vorrangfläche bei Obersteinbach vermutet der Vogelkundler keine Brutreviere von windkraftrelevanten Vogelarten. Bisher fand er nur den Horst eines Mäusebussards.

Das Naturschutzgutachen für Waldenburg ist unvollständig, da der Fachmann den Frühjahrszug der Fledermäuse noch abwartet . Diese Daten will er im April ermitteln.


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