Wenig Bock auf Beach und Bar

Öhringen  Die Chill-Zone an der Ohrn wird weit weniger genutzt, als die Laga-Planer erhofft hatten. Die Öhringer Stadtverwaltung sucht nun Ideen, wie der Bereich am Cappelrain attraktiver werden kann.

Von Peter Hohl

Wenig Bock auf Beach und Bar
Was ist gut, was könnte besser werden? Petra Teufel, Andreas Insam, Ralf Lumpp und Kerstin Müller (von links) diskutieren, warum die Chill-Zone wenig besucht wird.  

Sonne und Strand, die Füße im Wasser und ein erfrischender Cocktail an der Bar: So sehen gemeinhin Sommerträume aus. In Öhringen jedoch will sich die Karibikstimmung nicht so recht einstellen. Jedenfalls nicht dort, wo die Planer der Landesgartenschau dies erwartet hatten. Der Ohrn-Beach ist meist menschenleer.

Vom Generationengarten im Hofgarten bis zur Weinscheune in der Cappelaue: Vieles von dem, was den Öhringern von der Landesgartenschau geblieben ist, ist mit Leben erfüllt. Die Chill-Zone am Cappelrain ist es nicht. Oder selten. Woran liegt es? Eine Spurensuche.

Biergarten brummt

Wenig Bock auf Beach und Bar

Das Freibad H2Ö platzt aus allen Nähten, vier Wochen vor Saisonende sind bereits mehr als 100.000 Besucher gekommen. Der Biergarten vor dem Bad brummt. Ralf Lumpp bewirtet mit seinem Team den Freibad-Kiosk und den Biergarten. In diesem Jahr hat er hier wenig Grund zu klagen. Ganz anders sieht es in der Beach-Bar aus. Freitags bis sonntags jeweils von 14 bis 20 Uhr ist sie geöffnet. 20 bis 30 Besucher kommen im Tagesschnitt, berichtet Lumpp. "Das große Geschäft ist das nicht", formuliert er vorsichtig.

Kämmereiamtsleiter Andreas Insam, in der Öhringer Stadtverwaltung unter anderem für die Bäder und für die Verpachtungen zuständig, sucht nach Gründen, weshalb die Öhringer diesen Bereich des Laga-Geländes nicht annehmen. Einer der Gründe dürfte die Südausrichtung sein. Die meisten Bäume, zur Laga gepflanzt, sind noch klein und bieten kaum Schatten. Sticht die Sonne wie in den vergangenen Wochen vom Himmel, wird es auf der Terrasse vor der Bar selbst unterm Sonnenschirm ungemütlich. "Am Sonntag waren zwei Leute da, die sind nach fünf Minuten gegangen, weil es ihnen zu warm war", berichtet Ralf Lumpp.

Wenig Laufkundschaft

Zu wenig Laufkundschaft ist ein weiterer Grund, den Lumpp verantwortlich macht für den geringen Zuspruch: "Da laufen sonntags nicht viele Leute vorbei", sagt er und zeigt auf die gegenüberliegende Seite der Ohrn, wo der Fuß- und Radweg am Jugendpavillon entlang führt. Andreas Insam bestätigt: Radfahren und Laufen sei auf dem ebenen Weg am rechten Ohrnufer leichter als am Cappelrain mit Steigung und Gefälle. Wer auf dem Schwimmbadweg unterwegs ist, macht dann eher im Biergarten Halt, als ums halbe Bad herum bis zur Bar zu gelangen.

Unterstützung für die Chill-Zone an der Ohrn kommt aus dem städtischen Jugendreferat. "Wir versuchen das zu beleben", sagt Jugendreferent Hans-Jürgen Saknus. So sei bei einem Skate-Event kürzlich die Beach-Bar einbezogen worden, weil im Jugendpavillon kein Alkohol angeboten werden darf. Außerdem wurde aus schweren Steinquadern eine große Grillstelle angelegt, die im Herbst fertiggestellt sein soll, berichtet Andreas Insam.

Hundetreff

Wenig Bock auf Beach und Bar
Mischlingshund Pepsi genießt den Ausflug in die Ohrn. Fotos: Peter Hohl  

Immerhin eine Gruppe aus der Bevölkerung hat die Freifläche an der renaturierten Ohrn für sich entdeckt: die Hundehalter. "Das ist hier zum Hundetreff geworden", berichtet Kioskbetreiber Lumpp. Während die Vierbeiner das kühle Ohrnwasser genießen, erfrischen sich Herrchen oder Frauchen bei einem Bier oder einem Cocktail an der Bar. Sofern Wochenende, Nachmittag, schönes Wetter und daher die Bar geöffnet ist.

Kerstin Müller ist meist vormittags an der Ohrn. "Wunderbar" sei der Platz, sagt sie. Heute ist sie gemeinsam mit Petra Teufel hier. Die drei Kinder der beiden Mütter spielen im Steingeviert des künftigen Grills, Mischlingshund Pepsi holt sich feuchte Pfoten in der Ohrn. Kerstin Müller genießt die Ruhe und die Natur. Wegen ihr müsste der Ohrn-Beach nicht zusätzlich belebt werden. Im Gegenteil: Auf die vermutlich nächtlichen Nutzer, die Flaschen im Fluss zerschlagen, könnte sie gut verzichten.

Im Gegenzug beklagt Jugendreferent Saknus die "Anspruchshaltung" einiger Hundehalter. Als das Jugendreferat kürzlich die Freizeitfläche an der Ohrn für eine Veranstaltung nutzte, hätten sie den Zugang zum Wasser für sich beansprucht.

 

Ideen gesucht

Während der Biergarten beim H2Ö im 14. Jahr seines Bestehens weithin bekannt ist - auch dank Livekonzerten sowie Public Viewing bei den großen Fußballturnieren -, ist die Beach- Bar auf der Rückseite des Freibades auch im zweiten Sommer nach der Laga noch nicht im Bewusstsein der Öhringer verankert. Kämmereiamtsleiter Andreas Insam ist deshalb "froh über Tipps" von Bürgern, wie Stadtverwaltung und Pächter das Areal an der Ohrn attraktiver machen könnten. Vorschläge und Ideen nimmt er unter E-Mail andreas.insam@oehringen.de entgegen.