Steinbruch ändert Abbaurichtung

Bretzfeld - Regionalverband Heilbronn-Franken stimmt Korrektur zu

Von Joachim Friedl
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Der Steinbruch bei Bitzfeld wächst die kommenden 20 Jahre in Richtung Schwöllbronn und Weißlensburg.Foto: Yvonne Tscherwitschke

Bretzfeld - Die Zukunft des Steinbruchs zwischen Bitzfeld und Weißlensburg ist für die nächsten 20 Jahre gesichert. Die Vollversammlung des Regionalverbands Heilbronn-Franken billigte am Mittwoch in Boxberg einstimmig die Änderung der Abbaurichtung nach Norden, obwohl dadurch der regionale Grünzug "Öhringer Ebene einschließlich Bretzfeld" betroffen ist. Im Gegenzug werden neue Landschaftsschutzgebiete innerhalb des Abbaugebietes ausgewiesen.

Der Bretzfelder Gemeinderat hatte bereits im Spätherbst der geplanten Änderung der Abbaurichtung zugestimmt. Der Steinbruch wächst nun weiter Richtung Weißlensburg und vor allem Richtung Schwöllbronn. Bestehende Feld- und Verbindungswege markieren die neue Grenze.

Gefährdung

Der Anlass für diese jetzt getroffene regionalplanerische Entscheidung liegt im Jahr 2007. Bei Sprengarbeiten im Steinbruch wurde eine bis dahin nicht bekannte, kompliziert aufgebaute geologische Störungszone angetroffen.

Untersuchungen des Landesbergamtes mit Sitz in Freiburg hatten in der Folge ergeben, dass im Bereich dieser tektonischen Störung kein qualitativ ausreichender Muschelkalkstein aufgrund seiner Bröseligkeit mehr gebrochen werden kann und auch die Standsicherheit der Abbauwände stark gefährdet ist.

Die Firma BMK Steinbruchbetriebe aus Talheim stellte deshalb den Antrag, ihre bisherige Abbaufläche aufzugeben und auf angrenzenden Flächen Gesteinsmaterial zu gewinnen, obwohl es sich hier um hochwertige landwirtschaftliche Böden handelt. Vor allem der Bauernverband Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems hatte deshalb heftige Bedenken angemeldet.

Konfliktarm

In einem Umkreis von 15 Kilometer um den Standort wurde deshalb nach Alternativflächen gesucht. "Im Ergebnis wurden aber keine vernünftigen und konfliktärmeren Gebiete gefunden", sagte bei der Sitzung in der Boxberger Umpfertalhalle Diplomgeograf Christof Krämer von der Verbandsverwaltung. Um auch künftig die Rohstoffgewinnung in Bretzfeld-Bitzfeld gewährleisten zu können, musste der Regionalplan 2020 geändert werden.Die Zustimmung des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums steht noch aus. Beim Regionalverband geht man jedoch von einer Genehmigung aus. Die neue Muschelkalkstein-Abbaufläche hat eine Größe von 9,7 Hektar. Die Lagerstättenmächtigkeit beträgt rund 55 Meter. Der rechnerische Abbauzeitraum liegt einschließlich eines Sicherheitszuschlags von 25 Prozent für Natursteinvorkommen bei etwa 20 Jahren. Die jährliche Abbaumenge liegt bei rund 400 000 Tonnen. Mit der Neuausrichtung des BMK-Steinbruchs in Bretzfeld-Bitzfeld werden parallel rund 4,5 Hektar der alten Abbaufläche planerisch geschützt und als regionaler Grünzug ausgewiesen.

"Die vorliegende Planung ist alternativlos, es sei denn, wir verzichten auf die Rohstoffgewinnung in diesem Gebiet gänzlich", sagte Thomas Strobl, Vorsitzender der CDU-Verbandsfraktion. Und mit einem Augenzwinkern fügte der Heilbronner Bundestagsabgeordnete und Generalsekretär der Landes-CDU hinzu: "Die hier gebrochenen Steine können einmal ortsnah beim Ausbau der A 6 eingesetzt werden." Weitere Wortmeldungen gab es nicht.


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