Spätere Rückkehr nicht ausgeschlossen

Nach 15 Jahren verlässt Pfarrer Hartmut Häcker die evangelische Kirchengemeinde und tritt eine neue Stelle an

Von Peter Hohl
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Aufbruch mit Laptop und Zeitschriftenkiste: 15 Jahre lang haben Brigitte und Hartmut Häcker die evangelische Kirchengemeinde Öhringen-Süd mit Leben erfüllt. Nun steht der Abschied in Richtung Stuttgart an.Foto: Peter Hohl

Öhringen - Der Gedanke war immer da: Wir wechseln noch einmal.“ 15 Jahre lang war Hartmut Häcker evangelischer Pfarrer im Öhringer Süden. In der kommenden Woche räumen er und seine Frau Brigitte das Pfarrhaus am Rosenberg. Künftige Wirkungsstätte ist die Kirche St. Oswald in Stuttgart-Weilimdorf.

Der Ortswechsel gehört zum Pfarrerberuf dazu. Früher hat die Landeskirche sogar Druck gemacht, wenn ein Pfarrer deutlich mehr als zehn Jahre auf einer Stelle sitzen blieb. Hat Häcker diesen Druck gespürt? „Eigentlich nie“, sagt er, „doch es kamen schon Hinweise.“

Letzter Wechsel Mit 51 Jahren wird es Zeit für einen (letzten) Stellenwechsel, weiß Hartmut Häcker. Überdies: Die drei Kinder sind erwachsen, auch wenn Stefan, der Jüngste, noch bei den Eltern wohnt. Ehefrau Brigitte wird vom künftigen Wohnort aus kürzere Wege zur ihren Eltern haben, die im Alter Unterstützung brauchen.

Und für Hartmut Häcker bringt der Ortswechsel einen beruflichen Aufstieg mit sich: Als geschäftsführender Pfarrer ist er künftig Erster unter Gleichen im Kollegenkreis der Kirchengemeinde Weilimdorf mit ihren gut 9000 Mitgliedern und vier Kirchen.

Dennoch: Der Abschied aus Öhringen fällt nicht leicht. „Wir fühlen uns sehr wohl hier“, sagt Hartmut Häcker. Er erzählt von den beiden älteren Gemeindegliedern, die Tränen in den Augen hatten, als sie vom bevorstehenden Abschied ihres Pfarrers erfuhren. Häcker: „Man ist schon zusammengewachsen.“

„Die Leute möchten eine persönliche Bezugsperson. Deshalb ist der Umzug so schwierig“, sagt Häcker. Das Pfarrerbild habe sich gewandelt. Der Pfarrer werde nicht mehr als (austauschbare) Amtsperson wahrgenommen, sondern in erster Linie als persönlicher Bezugspunkt. Dennoch ist er überzeugt: „Es ist auch für eine Gemeinde gut, wenn es nicht immer gleich weiterläuft.“

Was betrachtet Hartmut Häcker als das Kennzeichnende seines ganz persönlichen Berufsbildes? „An der Gemeinde nah dran zu sein“, lautet seine Antwort. Ein offenes Pfarrhaus und viele Besuche bei den Gemeindegliedern nennt er als Beispiele.

Hartmut Häcker war als Pfarrer in vielen Funktionen aktiv: als Religionslehrer in der Hungerfeldschule, in der Friedensarbeit, am runden Tisch für Asylbewerber, im Arbeitskreis Zeitgeschichte, im Posaunenchor, als Kontaktmann für Partnergemeinden, in der württembergischen Landessynode. Auch Brigitte Häcker war mehr als nur die Frau das Pfarrers: Sie hat den Religionsunterricht für Erwachsene aufgebaut, hat bei der Diakonie Aussiedler beraten, hat sich zur Lektorin weitergebildet, die eigenständig Gottesdienste halten darf.

Enges Miteinander Was nimmt Häcker aus Öhringen mit seinen fünf evangelischen Pfarrämtern mit? „Das enge Miteinander war prägend hier, und das wünsche ich mir auch für meine neue Stelle“, sagt der scheidende Pfarrer.

22 Jahre waren Brigitte und Hartmut Häcker in Hohenlohe, zunächst sieben in Schwabbach, dann 15 in Öhringen. Gut 13 Jahre in Weilimdorf liegen jetzt vor ihnen. Werden sie als Ruheständler nach Hohenlohe zurückkehren? „Das können wir uns gut vorstellen“, sagt Hartmut Häcker.

Die evangelische Kirchengemeinde Öhringen verabschiedet Pfarrer Hartmut Häcker im Anschluss an den 10-Uhr-Gottesdienst am Sonntag, 1. Juli, in der Stiftskirche. Der Öhringer Süden verabschiedet sich am Sonntag, 8. Juli, ab 14 Uhr mit Gottesdienst und Fest im Rosenberg-Gemeindehaus von seiner Pfarrersfamilie. Am Sonntag, 22. Juli, 9.30 Uhr wird Hartmut Häcker in der Pfarrkirche St. Oswald in Stuttgart-Weilimdorf in sein neues Gemeindeamt eingesetzt.


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