Neue Rollsportbahn ist eingeweiht

Öhringen  Nach sechs Monaten Bauzeit wurde die Sportanlage des RV Öhringen nun offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Von Christian Nick

Neue Rollsportbahn ist eingeweiht

In Sachen Rollschuhbahn wurde gemeinsam an einem Strang gezogen − und daher wird denn auch zusammen das Eröffnungsband durchgeschnitten. Auch RV-Vorsitzender Marcus Fuchs (dritter v.l.) und OB Thilo Michler (dritter v. r.) greifen zur Schere.

 

Ob Petrus auch gerne die Rollschuhe schnürt? Fast kann man das am Sonntagnachmittag vermuten, denn er schickt zur Eröffnung nochmals Kaiserwetter vom Himmel herab.

Nun rollen die Sportler des RV Öhringen endlich mit anderen Vereinen ebenbürtig - nämlich auf einer nigelnagelneuen Betonbahn. 800 Quadratmeter pures Glück für den 200-Mitglieder-Verein - und besonders für seine 70 aktiven Rollsport-Akteure.

Ein Traum in Beton

"Jetzt ist es endlich so weit", freut sich denn auch Vereins-Vorsitzender Marcus Fuchs, ehe die 20x40-Meter-Fläche sowie das ebenfalls neu errichtete kleine Vereinsheim mit Umkleide und öffentlich nutzbarer Toilettenanlage dann offiziell ihrer jeweiligen Bestimmung übergeben werden. "Ein Traum wird wahr", sagt Fuchs. Und zwar ein langgehegter - gab es doch bereits in den 60-ern Pläne zum Bau einer entsprechenden Anlage, wie der RV-Chef in Erinnerung ruft.

Doch erst 60 Jahre und zahlreiche Indoor-Trainings-Orte später stehen Sportler, Gäste und Honoratioren nun gemeinsam an der schmucken Rollsportfläche. Sie ist für den Verein ein Meilenstein - obwohl sie nicht aus Stein, sondern aus Beton ist: Ermöglicht sie doch endlich, Wettkämpfe auszutragen: "Alles zwischen Bezirksmeisterschaften und WM-Turnier", scherzt Vereins-Chef Fuchs, der die "tolle Unterstützung vonseiten der Stadt" rühmt.

Vielleicht reicht es auch noch für ein Dach

Deren oberster Repräsentant hat ebenfalls ein großes Herz für die rollenden Sportler - nicht nur, weil seine Kinder selbst dort aktiv sind. "Das hier ist jetzt weit und breit die Bahn Nummer eins", so der Öhringer Verwaltungschef. "Der Verein kann stolz auf sie sein", sagt Thilo Michler - und überreicht auch noch eine Finanzspritze für die Anschaffung einer Reinigungsanlage.

Die freilich wird auch nötig sein: Denn die Bahn, die außerhalb der Trainingszeiten auch von Nicht-Vereinsmitgliedern genutzt werden darf, hat (noch) kein Dach. Dafür fehlt das Geld.

Apropos Finanzen: Wie lief denn die Finanzierung von Gebäude und Sportfeld? 340.000 Euro Gesamtkosten mussten gestemmt werden, berichtet Marcus Fuchs. Aufgebracht unter anderem durch rund 300 Geldgeber, die sich per Crowdfunding an der Finanzierung des ambitionierten Projekts beteiligt hatten.

Damit auch künftig noch so einige Euro in die Vereinskasse rollen - und die Sportler vielleicht doch bald unter einem Dach - ist der RV Öhringen auch weiterhin auf Spenden angewiesen. 40.000 Euro müssen für die nun errichtete Anlage ebenfalls noch gesammelt werden. Doch darüber will sich gestern niemand den Kopf zerbrechen. "Keep on rolling" heißt bis zum Abend die Devise.