Mehrheit im Saal fordert Abstand von 1000 Metern

Neuenstein - Mit einem Wald aus Bannern und Postern begrüßten die Menschen aus den Gemeinden Kupferzell, Neuenstein und Waldenburg die Bürgermeister ihrer Gemeinden. Die Verwaltungschefs hatten am Donnerstagabend, zur vorgezogenen Bürgerbeteiligung zum Thema Windkraft, in Neuensteins Stadthalle, eingeladen.

Von unserer Redakteurin Juliane Renk
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Klares Votum: Als es um die Frage geht, wer sich im Saal für einen Abstand von 1000 Metern zwischen Wohnhäusern und Windrädern ausspricht, gehen die Hände der meisten Anwesenden nach oben.Fotos: Juliane Renk

Neuenstein - Mit einem Wald aus Bannern und Postern begrüßten die Menschen aus den Gemeinden Kupferzell, Neuenstein und Waldenburg die Bürgermeister ihrer Gemeinden. Die Verwaltungschefs hatten am Donnerstagabend, zur vorgezogenen Bürgerbeteiligung zum Thema Windkraft, in Neuensteins Stadthalle, eingeladen. Vielen Plakate wiesen auf Befürchtungen wie Dauerlärm, Belastung durch Infraschall und Eiswurf hin.

Ingenieur Volker Mörgenthaler stellte den Flächennutzungsplan vor. Er kategorisiert, wie gut sich die einzelnen Bereiche als Standorte für Windkraftanlagen eignen. Immer und immer wieder sprach der Ingenieur von Verhinderungsplaung.

Keine Definition

Wenn die Kommunen diese betrieben, also zu wenig Raum für Windräder ausweisen würden, dann sei der Flächennutzungsplan angreifbar. Die Antwort, was Verhinderungsplanung sei, und bei welchen Abständen man davon spreche, blieb Mörgenthaler schuldig, da es momentan noch keine Definition davon gibt.

Rund zwei Stunden versuchten Mörgenthaler und die Bürgermeister Rede und Antwort zu stehen. Zu vielen Detailfragen hatten sie keine Lösung parat. Dies liegt auch daran, dass viele Aspekte sowohl in gesetzlicher Hinsicht als auch im Hinblick auf die konkrete Planung, noch unklar sind. Ein Frage zur Festlegung der Abstände zwischen Windrädern und Häusern, brachte zu Tage, dass nach der Abstimmung des Gemeinderats, die jeweiligen Vertreter im Gemeindeverwaltungsverband allein ihrem Gewissen verpflichtet sind und nicht gemäß dem Beschluss des Rats entscheiden müssen. Letzteres sei aber üblich, meinte Bürgermeister Joachim Schaaf. Zudem erklärte Mörgenthaler, dass für einen Windpark mindestens eine Fläche von 20 Hektar zur Verfügung stehen sollte. Der Kupferzeller Gemeinderat Peter Lemke schlug vor, einen Standort als Windpark für die drei Gemeinden zu nutzen. Das Publikum applaudierte.

Einige Anwesende sprachen sich gegen einen Einkesselungseffekt aus. Beinahe jeder dritte, forderte mündlich einen Abstand von Mindestens 1000 Metern zu Wohnhäusern.

Gesundheit

Die Bürger baten die Kommunen sich genauer mit den gesundheitlichen Risiken auseinandersetzen, auch weil das Robert-Koch-Institut noch Forschungsbedarf sehe, so Rosemarie Zimmer aus Goggenbach. Sie wies darauf hin, dass die vielzitierte TA-Lärm-Norm neu überarbeitet werde.

Den Bürgern stieß übel auf, dass der Investor der Anlagen für Waldenburg auch das Artenschutzgutachten bezahlt. Ein Eschentaler sagte, dass es wie auf einem Basar zuginge. Er habe das Gefühl, dass die sachliche Grundlage fehle. Die Kommunen nahmen die Vorschläge auf. Die Gemeinderäte werden dann abwägen.

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