Lesersommer-Wanderung bei Waldenburg

Waldenburg  Die von der Albvereins-Ortsgruppe Kupferzell betreute Tour führt am zweiten Augustsamstag rund 70 Wanderer in die Waldenburger Berge und an den Neumühlsee.

Von Renate Väisänen
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Im nordöstlichen Teil des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald liegen die Waldenburger Berge. Benannt nach der auf einem Bergsporn von 500 Höhenmetern liegenden Stadt mit historischem Stadtkern. Zwei Ortsteile und zahlreiche Weiler gehören zu der ehemaligen Fürstenresidenz und dem staatlich anerkannten Luftkurort, der an zahlreichen Aussichtspunkten einen Blick auf die Weite der Hohenloher Ebene gewährt. So verspricht Wanderführer Simon Schickert von der Ortsgruppe Kupferzell des Schwäbischen Albvereins am Samstagmorgen den rund 70 Teilnehmern der Lesersommer-Tour am Ausgangspunkt der rund zehn Kilometer langen Wanderung am Waldenburger Friedhof nicht nur einen atemberaubenden Ausblick übers Hohenloher Land, sondern auch beste Luftqualität.

Aufgeweichter Waldboden macht es auch geübten Wanderern schwer 

Doch zunächst geht es für die Wandergruppe bei Nieselregen forschen Schrittes am schmalen Bachlauf der Bibers entlang erst einmal talabwärts. Die gebürtige Waldenburgerin und jetzige Kupferzellerin Gudrun Schickert berichtet, wie der Bach durch die zahlreichen Biber, die hier vor der Flurbereinigung in den 1970er Jahren angesiedelt waren, zu seinem Namen kam. Ebenso wird auf den selten gewordenen, sich im Fruchtstand befindlichen Bach-Nelkenwurz aufmerksam gemacht.

Die Route führt querfeldein an einer befestigten Viehweide, üppigen Glockenblumen und zahlreichen Tümpeln entlang über einen Trampelpfad in den Wald. Dieser habe durch die Trockenheit der letzten Sommer merklich gelitten, stellt der Wanderführer fest. "Langsamer", ertönt es von hinten: Der aufgeweichte Waldboden lässt heute auch geübte Wanderer umsichtiger als gewohnt voranschreiten.

Aufgerückt ist die Nachhut längst, als sich der Mischwald langsam lichtet und die Aussicht auf die malerische Landschaft des Neumühlsees samt Campingplatz freigibt. Nahezu menschenleer ist diese am späten Samstagvormittag bei mäßigen Temperaturen und bewölktem Himmel. Doch so überlaufen, wie manch anderer See in der Region, sei der Waldenburger Stausee eh nicht, weiß Schickert.

Kuchen und Grillwürste bei der Rast

Um das Ufer des Sees führt der Weg zur DRLG-Hütte, unter deren Vordach Vorsitzende Christel Gundel und weitere emsige Mitglieder des Kupferzeller Albvereins mit Kaffee und Blechkuchen aufwarten. An der rund 70 Meter entfernten Grillstelle bereitet Ralf Köberer Würste für die hungrigen Wandersleute zu. Nieselregen ist nach kurzem Sonnenintermezzo wieder angesagt. Badegäste sieht man heute kaum, dafür jedoch den einen oder anderen Angler am Seeufer. Allgemeine Begeisterung ruft bei den Lesersommer-Teilnehmern dafür die erstklassige Bewirtung hervor, die ein wenig für den Regen während der Pause entschädigt.

Am Ende lacht die Sonne

Auf dem Rückweg nach Waldenburg erläutert der Wanderführer am gegenüberliegenden, naturgeschützten Ufer des Stausees, wie dieser vor rund zehn Jahren abgelassen und saniert wurde. An Brennnesseln, dem kleinen Wiesenknopf, Wildbeerensträuchern und Baldrian entlang wandert man auf einem Waldweg, der zum Weiler Ziegelhütte führt. "Seid ihr das Begrüßungskomitee", ruft eine Wanderin begeistert, die auf einem Holzstapel vor einem Haus drei junge Katzen erspäht. Nach strammem Marsch bergauf wird noch ein Abstecher zum Höhenweg gemacht. Die Sonne lacht vom Himmel, als die Ausflügler die Aussichtsplattform auf dem Theresienberg erreichen. Mit Fotoapparat oder Handy wird noch der hinreißende Ausblick über die Hohenloher Ebene festgehalten, bevor es zurück zum Ausgangspunkt geht.

 


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