Leopard verdrängt Hirschstange

Kupferzell - Innerhalb von 78 Jahren hat sich das Wappen von Kupferzell zweimal geändert. Zuerst wurde die Hirschstange entfernt. Dann ist der Kirche der grüne Boden weggezogen worden und schließlich kam ein schwarzer Leopard dazu. Doch der Reihe nach.

Leopard verdrängt Hirschstange
Vor, am und im Rathaus, dem ehemaligen Amtshaus in der Ortsmitte, ist das Kupferzeller Wappen mit dem Leoparden zu finden, unter anderem auch im Sitzungssaal. Fotos: Hartmut Müller

Kupferzell - Innerhalb von 78 Jahren hat sich das Wappen von Kupferzell zweimal geändert. Zuerst wurde die Hirschstange entfernt. Dann ist der Kirche der grüne Boden weggezogen worden und schließlich kam ein schwarzer Leopard dazu. Doch der Reihe nach.

Zelle

Um das Jahr 1000 herum, so die Geschichtsforschung, hat es "uf dem Ornwaldt" eine Zelle gegeben. So wird eine geistliche Niederlassung bezeichnet. In Anlehnung daran entwickelte sich eine Siedlung. Aus villa dicta Celle wurde aus dem an der Kupfer gelegenen Dorf mit der Zeit Kupferzell. Die Herren von Hohenlohe übernahmen es 1323. An sie und die einstige Zelle erinnern im heutigen Wappen der hohenlohische Leopard und die Kirche.

Das erste Wappen für Kupferzell ist aus dem Jahr 1894 bekannt. In den Unterlagen der Archivdirektion in Stuttgart wird es so beschrieben: "Unter einem goldenen, mit einer liegenden fünfendigen schwarzen Hirschstange belegten Schildhaupt in Schwarz eine silberne Kirche mit rotem Dach. Vom Oberamt Öhringen 1894 genehmigt". Das Wappen zierte auch die Dienstsiegel. 63 Jahre lang. Dann hatte es ausgedient. Denn eine Neuverleihung brachte gegenüber dem bisherigen Gemeindewappen eine wesentliche Änderung. Der Grund: Die Hirschstange darf nur noch von altwürttembergischen Orten geführt werden. Das teilte die Archivdirektion am 11. Oktober 1957 der Gemeindeverwaltung Kupferzell mit.

Schon 1956 war in Stuttgart angeregt worden, das Schildhaupt zu ändern. "Es handelt sich nur um eine Wappenverbesserung aus historischen Gründen" ist im Hauptstaatsarchiv zu lesen. Dem Vorschlag der Archivdirektion entsprechend "hat die Gemeinde einen schreitenden schwarzen Leoparden aus dem Wappen der Hohenlohe in das Schildhaupt aufgenommen.". Nachzulesen in Stuttgart. Und: "Gleichzeitig wurde der in der Wappenbeschreibung von 1894 nicht genannte, aber zumindest in den letzten Jahren im Stempel wiedergegebene grüne Boden unter der Kirche weggelassen".

Gemeindereform

So blieb das Wappen bis 1972. Dann kam im Zuge der Gemeindereform auch die Frage auf "Soll das alte Wappen auch das neue bleiben?" Aus den früher selbständigen Gemeinden Kupferzell, Feßbach, Mangoldsall und Westernach, Eschental und Goggenbach wurde die neue Gemeinde Kupferzell gebildet. Drei Jahre nach der Reform bestand Einigkeit über die Beibehaltung des bisherigen Gemeindewappens der früheren Gemeinde Kupferzell. Bürgermeister Günter Petereit schrieb am 28. November 1975 ans Innenministerium nach Stuttgart: "Die Gemeinde Kupferzell beantragt, ihr das Recht zu verleihen, im Bereich der neugebildeten Gemeinde Kupferzell das bisherige Wappen und die bisherige Flagge zu führen".

Und so kam es. Am 27. Februar 1976 verlieh das Landratsamt des Hohenlohekreises im Namen des Innenministeriums der neuen, aufstrebenden Gemeinde das Wappen und die Flagge. Die offizielle Beschreibung lautet so: "Unter silbernem (weißen) Schildhaupt, darin ein schreitender, rot bezungter, hersehender schwarzer Löwe (Leopard), in Schwarz eine rot bedachte silberne (weiße) Kirche mit Dachreiter".