Jugendliche verschönern ihre Stadt mit Graffiti

Bunte Kunstwerke in der Fußgängerunterführung am Bahnhof – Junge Künstler hoffen auf ein neues Projekt

Von Jasmin Demuth
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Die Jugendlichen sind stolz auf ihre Werke, mit denen sie die Neuensteiner Fußgängerunterführung besprayt haben.Foto: Jasmin Demuth

Neuenstein - Wer künftig die neue Fußgängerunterführung unter dem Bahndamm benutzt, wird überrascht sein: Statt kahlen Betonwänden gibt es hier nun bunte Graffitis. Elf Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren haben sich seit vergangenen März daran gemacht, ihre Stadt zu verschönern. Die offizielle Einweihung wurde nun bei strahlendem Sonnenschein vorgenommen.

„Dieser Applaus ist verdient. Ihr habt einen tollen Einsatz gebracht, und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen“, lobte Bürgermeisterin Sabine Eckert-Viereckel. Sie ist besonders stolz, dass in Neuenstein ein Netzwerk besteht, welches eine solche Zusammenarbeit möglich macht. Die Initiative Fiz (Familie im Zentrum), Werner Eberle und Wolfgang Bewersdorf haben die Jugendlichen bei ihrer Arbeit unterstützt.

„Wir haben uns zum ersten Mal im März getroffen und ein bisschen herumexperimentiert. Uns war es aber auch wichtig, dass die Kinder etwas von der illegalen Seite des Sprayens erfahren“, erzählt Eberle. Dass auch Neuenstein mit teils ungewollten Graffitikunstwerken zu kämpfen hat, weiß auch Sabine Eckert-Viereckel. Darum bekamen die Jugendlichen Besuch von der Polizeidienststelle Künzelsau und wurden über die Strafen aufgeklärt. „Ein abschreckendes Beispiel“, hofft Eberle.

Stadt als Thema Das Thema der Graffitis war: Neuenstein. In all den phantasievollen Bildern kann man etwas von der Stadt entdecken, mal springt es sofort ins Auge, teils muss man etwas suchen. Da liegt der Hammer des Neuensteiner Wappens im Fluss und wird ein Stück flussabwärts von einem Phantasiewesen wieder herausgefischt. Auf einem anderen Bild ist eine idyllische Straße zu sehen, im Hintergrund befindet sich erneut das Wappen der Stadt.

Merve Gavancs und Didem Atmaca sind die einzigen Mädchen des Graffitiworkshops. Ihr Kunstwerk zeigt ein geflügeltes Wappen mit einer Krone, links und rechts stehen ihre Namen. „Wir haben einfach mal drauflos gezeichnet, und dann kamen die Ideen schon von ganz alleine“, erzählt die 14-jährige Merve. Und ihre Freundin Didem (16) ergänzt: „Wir haben viel gelernt, und es hat total viel Spaß gemacht.“

Zur tollen Atmosphäre hat wohl auch Workshopleiter Emin Hasirci (www. rusl1.de) beigetragen. Der Neckarsulmer ist Graphiker und wurde von der Stadt für das Projekt engagiert. „Der Workshop war wirklich supertoll. Wir hatten aktive Leute und ein klares Ziel vor den Augen. Der Wille war einfach da und dann kann man auch viel erreichen.“

So sieht es auch Wolfgang Bewersdorf. „Die Jugendlichen waren sehr aktiv und haben einfach mitgemacht. Acht Tage am Stück haben sie sehr hart im alten Schulhaus gearbeitet, und es ist nicht passiert oder kaputtgegangen.“

Schwammkopf Zwei weitere Künstler sind Ismail Cakiroglu (18) und Koray Gök (15). Die beiden wählten den allseits beliebten Spongebob als Motiv, in der Hand hält der Schwammkopf eine Flagge mit dem Stadtnamen. „Darauf stehen die Mädchen“, lachen die Jungs. Auch sie haben das erste Mal gesprayt und hoffen, dass es ein neues Projekt geben wird. Die Chancen dafür stehen gut: „Wir haben noch genügend Flächen in der Stadt, die verschönert werden können“, so Sabine Eckert-Viereckel


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