Hubschrauber fliegt mögliche Windkraftstandorte an

Kupferzell  Kupferzell - Rund 60 Zuschauer sind am Samstag in Goggenbach zusammengekommen. Sie wollen sehen, in welcher Höhe sich die Rotoren der Windräder drehen würden - wenn sie an diesen Standorten aufgestellt würden.

Von Juliane Renk
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In dieser Höhe, auf rund 200 Metern, könnten sich in Hohenlohe Rotoren drehen. Der angeflogene Standort ist bei Goggenbach.

Fotos: Juliane Renk

Kupferzell - Rund 60 Zuschauer sind am Samstagnachmittag in Goggenbach zusammengekommen. Sie wollen sehen, in welcher Höhe sich die Rotoren der Windräder drehen würden - wenn sie an diesen Standorten aufgestellt würden.

Die Idee war in Kooperation der Interessengemeinschaft Bürger für verträgliche Windkraft und dem Hause von Stetten entstanden. Letzteres bezahlt auch die Flüge von Waldenburg über Goggenbach bis nach Nitzenhausen.

Zuerst tauchte der Hubschrauber am Waldenburger Funkturm auf. Als er seine Endposition über Waldenburg erreicht hatte, schwebte er 50 Meter über dem Turm.

Petra Häusermann beobachtete den Hubschrauber wenige Meter von ihrem Haus entfernt in Goldbach. "Die Höhe war einfach gigantisch, wenn das wirklich kommen sollte, werden noch viele erschrecken", sagt Häusermann. Wichtiger als die Optik sei für sie jedoch der Abstand. "Wir brauchen die 1000 Meter", betonte Häusermann.

Bei Goggenbach flog der Hubschrauber vier Standorte an. Zunächst sank er bis fast auf den Boden. Dann ließ der Pilot die Maschine auf 150 Meter, also auf Nabenhöhe, ansteigen. Nachdem er dort kurz verweilte, stieg die Maschine auf 200 Meter auf. Sonja Welk aus Eschental beobachtete die Flugbahn der Maschine mit Interesse. "Jetzt kann man sich das viel besser vorstellen." An den politischen Entwicklungen im Bereich Windkraft übte die Eschentalerin Kritik. "Ich finde es schade, dass es sich das Land so einfach macht und alles auf die Kommunen abwälzt."

Als die Maschine 200 Meter über Waldenburg schwebt, "hat das Schloss und die Stadt wie Legoland ausgesehen", berichtet Wolfgang von Stetten, der im Cockpit saß. Er und Sohn Christian hatten den Goggenbachern Unterstützung zugesagt, da sie Windkraftanlagen in Hohenlohe als Verschandelung der Landschaft betrachten.

"Unsere Schlösser und Burgen werden durch Windräder nicht schöner", betonte Wolfgang von Stetten. Das lässt den Schluss zu, dass er den Tourismus in der Region gefährdet sieht. Darüber hinaus teilte er mit, dass die Hubschrauberflüge auch genutzt werden, um anschließend Landschaftsbildprojektionen und landschaftsbildverändernde Gutachten zu erstellen.

Unter den Gästen der Flugdemonstration waren mehrere Gemeinderäte. Die drei Bürgermeister fehlten. Eine geplante Heißluftballonfahrt von Neuenstein über Waldenburg nach Goggenbach fiel wegen zu starken Winds aus.

Viele Zuschauer von Höhe überrascht

Wolfgang von Stetten und sein Pilot landen am Samstag in Goggenbach.

Viele Zuschauer von Höhe überrascht

Etwa 60 Zuschauer erwarten den Hubschrauber in Goggenbach.

Viele Zuschauer von Höhe überrascht

Aufmerksam verfolgen die Zuschauer, wie der Hubschrauber aufsteigt und die simulierte Nabenhöhe erreicht. Die Bürgermeister der drei Kommunen waren nicht unter ihnen.

Foto: privat


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