Gutes Netz in Friedrichsruhe: Frühstücken und gemütlich studieren

Zweiflingen  Die Hochschulen im Land starten am Montag mit dem digitalen Lehrbetrieb. Studenten bleiben daheim, unter ihnen die Hohenloherin Luisa Kübler. Sie macht ihr Master-Studium gerade online.

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So gut die Chats funktionieren, freut sich Luisa doch auf reale Kontakte.

Mit einer Tasse Tee in der Hand sitzt Luisa Kübler auf der Couch im Wohnzimmer ihrer Eltern in Friedrichsruhe. Sie klappt den Laptop auf, loggt sich in die Software Alfaview ein und bereitet sich auf ihre nächsten Vorlesungen vor. Die 22-Jährige macht ihren Master in Corporate Communication Management an der Hochschule Pforzheim bis auf Weiteres von zu Hause aus. Solange der Wlan-Empfang in Friedrichsruhe gut ist, klappt das auch problemlos.

Wegen der Corona-Krise machen viele Menschen in diesen Wochen ihre ersten wirklichen Erfahrungen mit dem Homeoffice. Aber auch Hochschulen müssen sich umstellen, zusammen mit den Studierenden. Nachdem das baden-württembergische Wissenschaftsministerium Mitte März entschied, dass bis auf Weiteres keine Veranstaltungen in höheren Bildungseinrichtungen mehr stattfinden dürfen, hatten viele Hochschulen Probleme, schnell auf den Online-Betrieb umzuschalten. So verschob sich der Semesterstart vielerorts, bis digitale Lösungen gefunden werden konnten.

Später Start kein Thema

Für die Hochschule Pforzheim war ein späterer Semesterstart keine Option: "Wir haben nicht überlegt, ob wir starten, sondern wie wir das in den drei Tagen bis zum regulären Vorlesungsstart zuverlässig hinkriegen", berichtet Thomas Cleff, der Dekan der Business School. Luisa Kübler ist von ihrem digitalen Studium begeistert: "Ich bin extrem positiv überrascht, wie gut alles funktioniert. "

Die Friedrichsruherin findet es besonders schön, dass sie später aufstehen kann, dann erst einmal mit ihren Eltern frühstückt und letztendlich direkt mit der Arbeit beginnen kann. "Ich muss normalerweise pendeln und stehe oft im Stau. Dann kommt noch die Parkplatzsuche an der Hochschule dazu", erzählt Kübler. Durch das Home-Studium gewinne sie also Zeit. "Und zwischendurch kann man auch einmal Wäsche zusammenlegen oder etwas anderes machen."

Virtuelle Räume

Gutes Netz in Friedrichsruhe: Frühstücken und gemütlich studieren

Durch das Home-Studium spart sich Luisa Kübler viel Zeit. Sie ist überrascht, wie gut alles funktioniert.

Fotos: privat

Die Hochschule Pforzheim hat zu Beginn der Corona-Krise quasi über Nacht 200 virtuelle Hörsäle und Online-Büros für die Professoren gekauft. Für die Vorlesungen wählen sich die Studenten in einen Hörsaal ein, für Teamarbeiten stehen weitere virtuelle Räume zur Verfügung. "Das Online-Office ist ein echter Gewinn. Das gebe ich auch dann nicht mehr her, wenn wir wieder auf den Campus und in die analogen Büros zurückkehren dürfen", sagt Professorin Simone Huck-Sandhu mit einem Augenzwinkern. Luisa Kübler findet es gut, trotz der Corona-Krise zum Beispiel zu digitalen Sprechstunden der Professoren gehen zu können.

Natürlich gebe es aber auch Nachteile des Home-Studiums. "In den virtuellen Gruppenräumen beschränkt sich die Kommunikation meist eher auf das Nötigste. Ich vermisse den persönlichen Kontakt, Freunde zu sehen und sich in der Pause auszutauschen", bedauert die Friedrichsruherin. Zudem sei es natürlich anstrengend, jeden Tag lange Zeit auf den Bildschirm zu schauen. Und obwohl die Technik gut mitspielt, sieht Kübler Herausforderungen auf die Studenten zukommen, wenn sie große Präsentationen als Gruppe vortragen sollen. Ganz am Anfang habe sich eine Professorin sogar einmal in den virtuellen Räumen verlaufen: "Sie hat dann in einem Untergruppenraum auf uns gewartet. Es war lustig, dass man sich auch in virtuellen Räumen tatsächlich verirren kann", erzählt Kübler.

Pünktlich

Insgesamt ist sie aber sehr zufrieden: "Ich bin froh, dass sich unsere Prüfungsphase nicht in die Semesterferien hineinziehen wird, weil wir pünktlich gestartet sind."

 

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Annika Heffter

Autorin

Annika Heffter arbeitet seit 2018 bei der Heilbronner Stimme und ist seit 2020 Redakteurin im Stadtkreisressort.

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