Großer Empfang zum Jahresauftakt in Öhringen

Öhringen  OB Thilo Michler gibt bei der Begegnung 2020, dem Bürgerempfang zum Jahresauftakt in der Kultura, vor rund 700 Öhringern einen Rück- und Ausblick auf das Stadtgeschehen. Bauen und Planen sind die großen Themen.

Von Bettina Hachenberg
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Volles Haus in der Kultura: Rund 700 Öhringer sind zur Begegnung 2020 gekommen und belohnen nicht nur den Auftritt von Pöhrcussion mit Beifall.

Fotos: Hachenberg

Begegnung heißt der Bürgerempfang der Stadt Öhringen. 2000 ins Leben gerufen, gehört er seither für viele Öhringer zum Jahresauftakt. So sind auch am Dreikönigstag wieder rund 700 Menschen in die Kultura gekommen. Die ist mit roten und weißen Weihnachtssternen und Alpenveilchen von Mitarbeitern des Baubetriebshofs in den Stadtfarben geschmückt. Und ganz wie es sich für eine Begegnung gehört, sind schon eine Viertelstunde vor dem offiziellen Beginn viele Menschen in rege Gespräche vertieft. "Ein gutes neues Jahr" ist allenthalben zu hören.

Bevor Oberbürgermeister Thilo Michler für seinen halbstündigen Rück- und Ausblick auf das städtische Geschehen ans Mikro tritt, sorgt das erfolgreiche Schlagwerkensemble Pöhrcussion von der Jugendmusikschule mit Sven Münch, Nils Thieringer und Matthias Wurster zusammen mit Lehrer Winfried Haug für eine flotte Begrüßung. Auch neun junge Sternsinger werden noch ihre Aufwartung machen.

Großprojekt für 45 Millionen Euro

Am Hohenlohe-Gymnasium Öhringen starten in diesem Jahr die Arbeiten für Neubau und Sanierung

HGÖ-Direktor Frank Schuhmacher (re.) erklärt die Baupläne fürs Gymnasium.

Nach der Gemeinderatswahl im Mai 2019 entscheiden 38 Stadträte aus sieben Fraktionen und Gruppierungen zusammen mit dem OB, welche Entwicklung die Große Kreisstadt nimmt. Und Bauen ist dabei ein ganz großes Thema, wie der Stadtchef in seiner Powerpointpräsentation zeigt. Auf den Weg gebracht ist die größte Baumaßnahme: Neubau und Sanierung des Hohenlohe-Gymnasiums. Auf rund 45 Millionen Euro sind die Kosten veranschlagt. Nachdem sich der Gemeinderat nach einem europaweiten Wettbewerb für den Siegerentwurf entschieden hat, beginnen dieses Jahr mit dem Abbruch des nicht mehr sanierungsfähigen A-Baus aus den 1950er Jahren die Arbeiten. Dazu werden 13 Klassenzimmer in Interims-Containern, die unterhalb des Parkhauses Alte Turnhalle und teilweise auf einem Trainingsplatz der TSG stehen, untergebracht. Damit die Schüler auch einen Pausenhof haben, fallen während der Bauarbeiten einige Parkplätze an der Hunnenstraße weg.

Limespark boomt

Öhringen als Wohnort ist gefragt. Derzeit, so Michler, habe man 300 Interessenten für einen Bauplatz. Nicht nur der Limespark, in dem einmal 5000 Menschen leben sollen, boomt. Auch in den Stadtteilen gebe es 30 Bebauungsplanverfahren. Im Limespark würden nun die Gebiete C, D, E, G und F angegangen. Im Gebiet D, das vorgezogen werde, seien entlang des Ströllerbachs auch erstmals sogenannte Kettenhäuser, die Fläche sparen, angedacht. Nachdem der sechsgruppige Kindergarten bereits im Bau ist, soll es im Limespark auch die dritte große Grundschule im Stadtgebiet geben.

Riesig, so Michler, sei die Nachfrage nach Gewerbefläche. Im "Schönblick" oberhalb des jüdischen Friedhofs werde ein sechs Hektar großes Gewerbe-Mischgebiet erschlossen. Gemeinsam mit Bretzfeld, Pfedelbach und Zweiflingen habe man zudem eine Studie für ein gemeinsames Gewerbegebiet in Auftrag gegeben. Sie soll im Juli vorgestellt werden.

Interimslösung nach Wegfall von Kubiz

Am Hohenlohe-Gymnasium Öhringen starten in diesem Jahr die Arbeiten für Neubau und Sanierung

Das Schlagwerkensemble Pöhrcussion sorgt für einen flotten Auftakt.

Weil das Kubiz aus Brandschutzgründen nicht mehr betrieben werden könne, sind VHS, Teile der Jugendmusikschule und Vereine derzeit auf Interimsunterkünfte angewiesen. Für ein neues Gebäude, für das es auch einen Architektenwettbewerb geben soll, wird sich 2020 ein Ausschuss mit dem Raumprogramm befassen. Die Pläne für den Gesundheitscampus am Krankenhaus sollen, so Michler, am 12. Mai in einer Bürgerversammlung präsentiert werden.

Blitzersäulen in Unterohrn und am Wollreffenweg

Für Raunen sorgt seine Ankündigung, dass zwei Blitzersäulen in Unterohrn und eine im Wollreffenweg aufgestellt werden, um Tempo 30 zu kontrollieren. Weitere Themen, denen sich der OB widmet: Feuerwehr, Straßen- und Feldwegesanierung, Glasfaserausbau sowie Veranstaltungen 2020. Und das Klima: Im Januar werde der Gemeinderat entscheiden, ob Öhringen einen Klimamanager erhält. Er als OB werde dafür stimmen.

Lob und Kritik

Am Hohenlohe-Gymnasium Öhringen starten in diesem Jahr die Arbeiten für Neubau und Sanierung

Auch Zeit für nette Gespräche gehört für die Öhringer zur Begegnung: (von links) Karl Mugele, Konrad und Helga Heppenheimer, Inge Mugele, Ruth und Paul Meißner.

Dass sie so einen komprimierten Überblick über das Stadtgeschehen erhalten haben, finden die befragten Öhringer gut. Wie Gisela Fritzsche. Sie komme regelmäßig zur Begegnung, sagt die 64-Jährige. "Man muss doch wissen, was mit unserem Geld geschieht." Als Oma von zwei Enkeln interessiert sie besonders, wie sich Kindergärten und Schulen in Öhringen weiterentwickeln. Ihr gefällt, dass im neuen Gemeinderat auch viele junge Menschen seien. "Sie bringen neue Ideen ein und engagieren sich." Doch auch Kritik hat die Rentnerin parat. So missfällt ihr im oberen Teil des Limesparks der hohe Geschosswohnungsbau. Und sie vermisst in dem großen Gebiet eine Apotheke, Bäcker und Metzger.


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