Grooven heißt die gute Tat beim "Rock for Gambia"

Öhringen  Zum 13. Mal fand am Freitagabend im Innenhof der Öhringer Spitalkirche das "Rock for Gambia"-Konzert statt. Die Besucher feierten ausgelassen - nicht nur weil die Einnahmen Hilfsprojekten in Afrika zugutekommen.

Von Renate Väisänen
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Biergartenstimmung im malerischen Innenhof: Die abendlichen Gäste haben sich mit Herzhaftem auf den Bierbänken unter den Sonnenschirmen niedergelassen oder genehmigen sich bei sommerlichen Temperaturen einen erfrischenden Cocktail an den Stehtischen. Von der Bühne erklingt die Musik der Vorgruppe des Abends: das Duo Olec und Bolec, das mit stimmungsvollem Gesang zur Gitarrenbegleitung Hits aus den 1980er und 1990er Jahren zum Besten gibt.

Hinter der Bühne versammeln sich nach und nach die elf Mitwirkenden des nächsten Showacts: Einer von ihnen ist David Hanselmann. Der prominente Musiker lässt es sich trotz gesundheitlicher Probleme nicht nehmen, dieses Jahr wieder für die Gambia Allstars seinen sängerischen Beitrag zu leisten. Denn: "Die Gambia Allstars sind Kult. Solche Musiker kriegst du nur für den guten Zweck zusammen", meint der Sänger, der das Musik-Business bestens kennt.

 

 

Rock für den guten Zweck

Auch Sängerin Nadine Kaiser und Keyboarder Pit Neubert sind heute Abend mit von der Partie. Und aus welchen Beweggründen? "Für den Benefiz", da sind sich beide einig. Und weil der Erlös der Veranstaltung zu hundert Prozent in die Hilfsprojekte des Hohenloher Vereins fließt.

Davon haben sich Frank Engel und Jürgen Maurer alias Maui schon vor Ort in Gambia überzeugen können. "Für mich war das ein einschneidendes Erlebnis", erzählt Gitarrist und Sänger Engel. "Das hat mir mal vor Augen geführt, was für nichtige Probleme wir in Deutschland manchmal wälzen." In Gambia habe er gut erzogene, motivierte Kinder kennen gelernt, die einen 20 Kilometer langen Fußweg in Kauf nehmen, um in die Schule zu kommen. Auch Gitarrist Maui konnte sich über die diversen Projekte ein Bild machen und erfuhr, wie effektiv das Geld der Gambiahilfe verwendet wird. "Hilfe vor Ort − das bringt schon was", findet der Gitarrist, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Jahr für Jahr die Besetzung der Allstars zusammen zu trommeln.

Geprobt wird nicht, aber die Setlist steht

Dabei gilt es rund sechs gute Sänger und Musiker zu finden, die am ersten Augustwochenende Zeit haben und ohne Gage auftreten. Deswegen buche er die Musiker schon am Anfang des Jahres. "Geprobt wird vorher nicht. Was fest steht ist eine genreübergreifende Setlist", erklärt der Musiker.

"Mit Stevie Wonders Superstition wird die Session eröffnet und mit Princes Purple Rain beendet. Das ist Gesetz", meint der Kopf der Truppe. Die Vorgruppe hat mittlerweile die Bühne im Innenhof verlassen. Der Auftritt der Headliner steht jetzt unmittelbar bevor.

Im Backstage-Bereich wird es zunehmend voller. Unter dem rhythmischen Klatschen des Publikums stürmen Schlagzeuger, Keyboarder und E-Bassist die Bühne. Die groovenden Rhythmen des traditionellen Eröffnungsstücks schlagen die rund 350 Gäste im Spitalhof in ihren Bann. Jetzt gilt es für die Tanzwütigen, sich schnell einen bühnennahen Platz zum Schwofen zu erobern. Und bis "Purple Rain" das Tanzbein zu schwingen. Auch das ist Gesetz.

 


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