Gegner des Windparks Karlsfurtebene gründen Verein

Hohenlohe  Bisher hatten sich die Gegner der neun geplanten Windräder zwischen Michelbach, Obersteinbach und Waldenburg nur lose zusammengeschlossen. Jetzt wird aus der Bürgerinitiative offiziell ein Verein.

Von Christian Nick
Email
Windpark-Gegner gründen Verein

Die Vorstandsmitglieder (von links): Wolfgang Maurer, Hans Kratschmayer, Ralf Neumeier, Birgit Schulz, Hartmut Binkowski, Jürgen Beck, Sandra Schulz.

Foto: privat

Die geplanten neun Windräder, die der Projektentwickler Abo Wind in der Karlsfurtebene errichten will, fächeln bei manchen Bürgern den Widerstand an: Ebendieser soll sich - so der Wunsch der Verantwortlichen - im nun neu gegründeten Verein "Bürgerinitiative Gegenwind Waldenburg - Michelbach - Öhringen" kanalisieren.

"Bisher war unsere Vereinigung, die seit Anfang dieses Jahres existiert, ein loser Zusammenschluss von Bürgern", berichtet Sandra Schulz, Projekt-Kritikerin und neu gewählte Vize-Vorsitzende des Vereins. Damit soll unter anderem auf die "mangelnde Informationspolitik zum Bauvorhaben" reagiert werden. 360 Unterschriften gegen den Windpark wurden bereits zusammengetrommelt, 6500 Flyer verteilt.

30 Personen kamen zur Gründungsversammlung

Rund 130 Mitglieder zählt die Bürgerinitiative nach eigenen Angaben zum gegenwärtigen Zeitpunkt - immerhin um die 30 Gegner der Windenergieanlagen waren vergangenen Samstag dann zur Gründungsversammlung des Vereins nach Waldenburg gekommen, um sich dort über die Agenda und das weitere Vorgehen zu informieren - und das Gremium des Vereins zu wählen, welcher nun von Jürgen Beck angeführt wird, der bereits bisher als einer der Wortführer und Haupt-Financier des Rechtsanwalts der Kritiker aufgetreten ist.

Weiterlesen: Heftige Debatten bei der öffentlichen Anhörung

Der Grund für die Institutionalisierung des Gegenwinds? "Wir werden als Verein künftig noch stärker auftreten können, und haben zusätzlich auch die Möglichkeit, Geldspenden annehmen zu dürfen, die uns bereits zahlreich zugesprochen wurden", sagt Sandra Schulz.

Windparkgegner rechnen mit Geldspenden

Den Kritikern ist wichtig zu betonen, dass sie die Windenergie prinzipiell als "wichtige alternative Energiequelle" anerkennen - diese freilich nur an Standorten, "an denen geeignete Windhöffigkeit herrscht und die Natur nicht beeinträchtigt oder gar zerstört wird" realisiert sehen wollen. Man plant zukünftig unter anderem auch gemeinsame Aktionen mit der Pfedelbacher Bürgerinitiative "Gegenwind am Limes", die schon seit Längerem als eingetragener Verein firmiert.

Und wie wird es jetzt weitergehen in Sachen Vereinsgründung? "Wir haben bereits 18 potenzielle Mitglieder auf einer Liste zusammen, hoffen aber natürlich auf noch deutlich mehr Zuspruch", so Sandra Schulz, die auch gleich das weitere Prozedere absteckt: Bereits in den kommenden Tagen sollen die für die Gründung notwendigen Unterschriften notariell beglaubigt - und der Verein beim Amtsgericht Stuttgart angemeldet werden.

"Wir rechnen damit, dass bis Mitte August alles Notwendige auf den Weg gebracht worden sein wird", zeigt sich die Michelbacherin zuversichtlich. Bereits vorher soll - so jedenfalls der aktuelle Planungsstand gemäß Aussagen des Landratsamts - die öffentliche Anhörung zu dem Windpark-Projekt in die zweite und finale Runde gehen, denn mit der Fortsetzung wird spätestens im Juli gerechnet.

 


Kommentar hinzufügen