Fische wohin das Auge reicht bei der 45. Aquarien-Börse in Bretzfeld

Bretzfeld  Sie ist ein Riesentreffen von gleichgesinnten Hobbyzüchter: Bei der mittlerweile 45. Aquarien-Börse in der Brettachtalhalle in Bretzfeld herrschte großer Andrang.

Von Stefanie Pfäffle
Email

Aus unzähligen aneinandergereihten Aquarien werden exotische Fische ausgesucht, die mit einem neuen Besitzer nach Hause gehen.

Foto: Stefanie Pfäffle

Mizera hat sich für fünf "Pseudotropheus elongatus mpanga" entschieden, drei Männchen und zwei Weibchen. Das sind Buntbarsche, blau mit gelber Flosse - und eigentlich Afrikaner: Denn sie stammen ursprünglich aus dem Malawisee bei Mpanga Rock. Und warum sollen es gerade die sein? "Weil sie schön sind", begründet die Öhringerin die Aufstockung für ihre drei Aquarien.

Ganz gezielt kauft sie die Flossenträger am gestrigen Sonntag bei der Zierfisch- ,Terrarien- und Teichbörse der Aquarien- und Terrarienfreunde Hohenlohe in der Bretzfelder Brettachtalhalle: "Hier ist es günstiger, und ich denke, die Haltung ist auch besser als im Fachgeschäft", erklärt sie.

Große Resonanz

Das scheinen viele zu denken, denn der Ansturm bei der 45. Auflage der Börse ist enorm. Kaum ist noch ein Parkplatz in der Umgebung zu finden; und schon eine halbe Stunde mach Hallenöffnung kommen einem dutzende Menschen mit Eimern und Plastiktüten voll Wasser und Fischen entgegen: Die Bretzfelder Börse ist eine der größten Vereinsbörsen in ganz Deutschland.

Keine kommerziellen Händler, nur Hobbyzüchter

Und das bedeutet vor allem, dass es hier keine kommerziellen Händler, sondern nur Hobbyzüchter gibt. "Wir schauen uns die Becken der Bewerber ganz genau an und wenn sich dort keine Jungfische finden, es also nur Handelsware ist, dürfen sie nicht kommen", erklärt der erste Vorsitzende Willi Schönleber. Außerdem achte man immer darauf, dass man nicht zu viele Exemplare einer Art da habe, sondern auch einige echte Raritäten.

Manche Fische gibt es gar nicht im Handel: wie den Coptodon snyderae, ebenfalls ein Buntbarsch. "Der steht auf der roten Liste und lebt nur in einem 700 Meter langen See in Kamerun", erklärt Börsenwart Thomas Elsässer. Oder eben bei ihm, weil die Hobbyzucht wichtig sei, um diese Art zu erhalten.

Hunderte von Arten suchen neue Besitzer 

Überall leuchtet es blau. Die Zahl der Aquarien ist kaum zu überblicken. 250 bis 300 Arten, und die dann nochmals in zehn bis zwanzig Varianten, suchen neue Besitzer. Aber es gibt auch Pfeilgiftfrösche, die übrigens in Gefangenschaft nicht giftig sind, Skorpione, Spinnen, Schaben, Zwerggarnelen, Schnecken und Würgeschlangen. Und Axolotl, ein mexikanischer Schwanzlurch, der unter Wasser lebt, Füße hat - und tatsächlich ein wirklich goldiges Gesicht.

Und die Lurche haben es denn auch Luca angetan. Der Achtjährige überredet seine Mama Sabrina Fensch, dass er einen goldenen bekommt. "Die haben ihn von klein auf fasziniert", erzählt die Eschelbacherin und seufzt: "Eigentlich wollten wir nur Garnelen kaufen." Doch Luca und seine Schwester Luna (9) kommen von der Tiervielfalt kaum los, egal ob Schlange oder Kurzschwanz-Opposum, die beiden sind begeistert.

Pflanzen und Dekoartikel gibt es auch 

Neben den Tieren stehen auch Pflanzen, Dekoartikel für die Behausungen und Geräte wie Sauerstoffpumpen zur Auswahl. "Wir bieten aber keine Neuwaren, weil wir dem Zoohandel nicht in die Quere kommen wollen", betont Schönleber. Und so ist es einfach ein Riesentreffen von Gleichgesinnten.


Kommentar hinzufügen