Fenster erhalten Goethe-Glas

Pfedelbach - Sanierung der evangelischen Kirche - Erster Bauabschnitt fast abgeschlossen

Von Regina Koppenhöfer

Pfedelbach - Die Rosette auf der Westseite hat es damals auch erwischt“, erinnert sich Wolfram Wild. Die Erinnerungen des evangelischen Pfarrers von Pfedelbach an den letzten Freitag im vergangenen Mai sind wenig schön. Ein schlimmes Unwetter mit Hagel war an jenem Tag über die Region gezogen. Auch in Pfedelbach gab es Schäden. Große Hagelkörner zerschlugen die Fenster der evangelischen Kirche, vor allem an der Südfassade, aber auch an der Westseite.

Bei der Begutachtung der Schäden machte man die Not dann zur Tugend: Die Kirchengemeinde entschloss sich, die beschädigten Fenster nicht nur reparieren, sondern zusätzlich auch bei allen Fenstern Isolierglas von außen einbauen zu lassen. Nachdem das Gerüst an der Kirche aufgebaut war, konnte man auch einen genaueren Blick aufs alte Mauerwerk werfen. Und dabei kam dann ans Tageslicht, dass auch hier Restaurierungsbedarf besteht.

Wiedereinzug

Seit Ende Mai steht nun das Gerüst an der Kirche und vor den Fenstern hängen Plastikbahnen. Im Oktober begannen dann nach langer Beantragungsphase der Zuschussgelder endlich die Sanierungsarbeiten. Doch bevor die Gemeinde am Samstag, 29. November, wieder in ihr Gotteshaus einziehen kann, war einiges zu tun. Über den ersten Bauabschnitt, der noch nicht ganz beendet ist, sprach Pfarrer Wolfram Wild mit der HZ.

Er berichtete, dass die neue Isolierverglasung in den vergangenen zwei Wochen von der Firma Gaiser Fieber eingebaut wurde. Die Esslinger Firma ist spezialisiert auf Kunstverglasung und Glasrestaurierung. In Pfedelbach hat sie Goethe-Glas eingebaut. Die Kirchengemeinde hat sich für das spezielle Glas entschieden, weil es leicht gewellt ist und besser mit bleiverglasten, alten Fenstern harmoniert. Noch sind diese aber nicht wieder eingesetzt.

Kreuzblume

Wild ist froh, dass im Zuge der Baumaßnahme auch das Mauerwerk saniert wurde. Um die in die Jahre gekommenen Fugen hat sich Restaurator Klaus Hub aus Künzelsau gekümmert. Und ein weiteres Gutes hat der Hagelschaden vom Frühjahr: Im Zuge der Baumaßnahme wird auf den Westgiebel auch wieder eine Kreuzblume gesetzt. Vor gut 20 Jahren war das verschnörkelte Sandsteinkreuz abgebrochen. Mittels alter Bruchstücke und Fotos wird es nun von einem Steinmetz rekonstruiert.

Pfarrer Wolfram Wild ist zufrieden mit der Kirchensanierung, die auf viel Zustimmung stieß. „Von den Pfedelbachern wurde die Maßnahme weit über den engen Kreis der Kirchengemeinde hinaus getragen“, freut er sich. Privatleute und Firmen haben gespendet. Und manch einer erklärte sich diese Woche gar gerne bereit, beim Großputz nach den Bauarbeiten Putzlappen und Besen zu schwingen.

Während der Sanierung seit Oktober wurden die Gottesdienste im benachbarten Gemeindehaus abgehalten. Mit einem Benefizkonzert am heutigen ersten Adventssamstag um 19 Uhr wird das Gotteshaus nun wieder eingeweiht. Pfarrer Wolfram Wild wird mit liturgischen Elementen den Abend gestalten. Der Musikverein Pfedelbach wird den festlichen musikalischen Rahmen bieten. Nach dem Benefizkonzert wird es deftige Fleischkäswecken, Waffeln, Glühwein und Punsch geben.