Euphorie erfasst Zirkusbesucher

Öhringen  Die Akteure in der Manege begeistern beim dreitägigen Gastspiel des Zirkus Charles Knie auf der Öhringer Herrenwiese das Publikum. Von afrikanischen Exoten bis zu akrobatischer Zirkuskunst ist alles geboten.

Von Bettina Hachenberg

Euphorie erfasst Besucher
Nach sechs Jahren in den USA ist Alexander Lacey zurück in Europa und nun mit der weltbesten gemischten Raubtier-Nummer im Zirkus Charles Knie zu sehen. Mit viel Einfühlungsvermögen geht er mit den Tieren um.

Euphorie ist das Programm des Zirkus Charles Knie überschrieben - und in der Tat verlassen viele Besucher der sechs Vorstellungen, die der Großzirkus von Freitag bis Sonntag auf der Herrenwiese gab, nach zweieinhalb Stunden Zirkuskunst das große, rot-weiße Zelt regelrecht euphorisch. Ihnen wurde ein Feuerwerk aus hochkarätiger Artistik, beeindruckenden Tierdressuren und brillanter Komik geboten.

Euphorie erfasst Besucher
Vorhang auf für die Exoten des Zirkus Knie: Marek Jama, ausgezeichnet beim Zirkusfestival in Monte Carlo mit dem silbernen Clown, zeigt Kamele, Dromedare, Zebras, Rinder und Lamas. Fotos: Bettina Hachenberg

Exoten aus Afrika

"Manege frei, das Spiel beginnt", heißt es bei der Premiere. Der rote Vorhang geht auf. Zu den Klängen des Acht-Mann-Live-Orchesters schreiten die vier Tänzerinnen des Show-Balletts, die immer wieder auftreten werden, in farbenprächtigen Kostümen in die Manege. Schon geht ein staunendes "Ohh" durch die Zuschauerreihen - sechs Kamele und Dromedare, gefolgt von vier Zebras traben und galoppieren durch das Rund.

Dann folgen gemächlichen Schrittes Rinder vom mächtigen Watussi bis zum Zwergzebu. Kurz darauf kommt eine rasante Gruppe Lamas. Sie alle sind die Akteure von "Afrika United". Vorgestellt werden sie von Marek Jama, der für diese Exoten-Nummer beim 41. Internationalen Circusfestival in Monte Carlo mit dem silbernen Clown ausgezeichnet wurde.

Lachstürme mit Henry

Euphorie erfasst Besucher
Ob im Spagat, Schulterstand, liegend, bei Drehungen oder sitzend auf einem Stuhl, Tatiana Kundyk überzeugt mit ihrer waghalsigen Schlappseil-Darbietung.

Rasant ist auch die Jonglage der drei Messoudis aus Australien. Bälle und Keulen fliegen in atemberaubenden Tempo durch die Luft. Und dann kommt Henry, the Prince of Clowns. Immer wieder wird der Venezulaner mit seinen urkomischen Auftritten das Programm bereichern. Und dabei einzelne "Freiwillige" aus dem Publikum einbinden. Mit viel Einfühlungsvermögen insbesondere bei den Kindern geht er dabei vor. Keiner wird bloßgestellt. Der Lacherfolg ist ihm - wie beim Auftritt als Clown-Maestro oder mit den fliegenden Spaghettis - garantiert.

Elegant und mit ungeheurer Körperbeherrschung: Tatiana Kundyk bei ihrer Schlappseil-Darbietung. Zum Zirkus gehören Pferde: Sieben arabische Schimmel stellt Marek Jama vor. Sie drehen Pirouetten, steigen, und was die Großen können, kann ein Minishetti schon längst. Im zweiten Teil des Programms wird Jama auf einem Andalusierhengst die hohe Schule präsentieren.

Salto Mortale

Euphorie erfasst Besucher
Waghalsiger freier Fall von der Zirkuskuppel ins Netz: einer der Flying Wulber.

Nervenkitzel und Staunen lösen die fliegenden Menschen hoch in der Zirkuskuppel aus. Die Flying Wulber wirbeln am Trapez durch die Luft. Höhepunkt: der dreifache Salto Mortale mit anschließender Doppel-Pirouette. Und auch auf dem Trampolin beherrschen sie den Salto Mortale, wie sie später noch als Blues Brothers zeigen werden.

Kuss für den Löwen

Die Pause nutzt die wieselflinke Helfertruppe des Zirkus, um den Auftritt für Alexander Lacey vorzubereiten. Mit seiner vielfach preisgekrönten gemischten Raubtiernummer gilt der Engländer, der zuletzt sechs Jahre beim weltgrößten Zirkus in den USA ein Engagement hatte, als Weltstar. Im Dunkeln kommen die fünf Löwen und sieben Tiger in die Manege, werden von Lacey auf ihre Positionen gebracht.

Als das Licht angeht, präsentiert sich den Zuschauern ein phänomenales Bild. "Good boy", "good girl" - mit viel Einfühlungsvermögen und kleinen Belohnungen dirigiert Lacey seine Tiere, knuddelt hier mal einen Tiger, küsst dort den Löwen Massai und legt sich unter diesen.

Euphorie erfasst Besucher
Unglaubliche Kraft gepaart mit Ästhetik zeichnet die Handstand-Akrobatik der vier Messoudi-Brothers aus. Immer wieder formen sie neue lebende Skulpturen.

Kraft und Ästhetik

Zwei artistische Darbietungen lassen die Besucher erneut jubeln. Auf einer nur wenige Quadratmeter großen Plattform zeigt das Duo Medini aus Italien waghalsige Rollschuh-Tricks. Unglaubliche Kraft, gepaart mit Eleganz, präsentieren die Messoudi-Brothers bei ihrer Handstand-Akrobatik. Im Finale werden alle Akteure nochmals mit frenetischem Beifall und Bravo-Rufen vom Publikum belohnt.

 
 

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