Erste Gäste steuern den Öhringer Wohnmobilhafen an

Öhringen  Seit rund zwei Wochen hat das neue Heicamp samt Biergarten und Gaststätte Wunderbar in Öhringen geöffnet. Es ist eine Anlaufstelle für Wohnmobilreisende, aber nicht nur.

Von Juergen Koch

Erste Gäste steuern Wohnmobilhafen an

Gerade angekommen: Frank und Martina Leidig aus Nürnberg (Zweiter und Vierte von links) werden von Rainer Heidemann und Gabi Süß im Biergarten des neuen Heicamp begrüßt.

Foto: Juergen Koch

 

"Das hat gefehlt in Öhringen, ich bin fast jeden Abend da", sagt der Öhringer Wolfgang Kreuzer und nimmt einen Schluck vom kühlen "Feierabend-Bier".

Von seinem "Stammplatz" im schattigen Biergarten der Gaststätte Wunderbar kann er "fast heimgucken". Als Orientierung dient ihm der Wasserturm in Öhringen-Nord, der sich gut sichtbar am östlichen Stadtrand erhebt.

Wenn er nicht in die Ferne schaut, kann Wolfgang Kreuzer seinen Blick entlang der Wohnmobile schweifen lassen, die meist gegen Abend den neuen Wohnmobilhafen Heicamp in Öhringen ansteuern. Der hat nach fünfmonatiger Bauzeit samt Biergarten und öffentlicher Gaststätte Wunderbar vor rund zwei Wochen eröffnet

Heicamp als Durchgangsstation für Reisende

Zwei Tische weiter sitzen Frank und Martina Leidig aus Nürnberg mit ihren zwei Hunden. Mit ihrem "ersten eigenen Wohnmobil" sind sie "gerade erst angekommen". Ihr erster Eindruck vom Heicamp: "Sehr gut, sehr frei, alles neu, tolle sanitäre Anlagen und auch die Anfahrt ist hervorragend", sagt Frank Leidig.

Auf das Heicamp seien sie "über die sozialen Medien aufmerksam geworden", berichtet Martina Leidig. Am nächsten Morgen wollen sie ihr eigentliches Ziel im badischen Staufen ansteuern, bedauern es aber schon ein wenig, dass sie gar nichts von Öhringen sehen. "Aber wir werden uns auf jeden Fall informieren, was man hier so alles machen kann, und dann vielleicht mal wiederkommen, ist ja nicht weit von Nürnberg aus."

Das hört Heicamp-Inhaber Rainer Heidemann gerne. "Die meisten bleiben bisher eine Nacht und sehen unser Heicamp eher als Durchgangsstation", so seine bisherige Erfahrung. Sein Ziel: "Wir arbeiten dran, dass Öhringen und das Heicamp auch zum Tourismus-Ziel werden."

Erinnerung an erste Gäste

Mit der bisherigen Resonanz auf Wohnmobilhafen und Wunderbar ist Heidemann "sehr zufrieden". Seine erste Bilanz: bis zu sechs Wohnmobile pro Tag, darunter viele Niederländer , und im "Biergarten jeden Tag voll". Gut kann er sich an seine ersten Gäste erinnern, die mit ihrem Wohnmobil aus Köln kamen. Und auch an die Gäste, die eine ganze Woche geblieben sind.

Seit einigen Tagen bieten Heidemann und seine Lebensgefährtin Gabi Süß in der Gaststätte Wunderbar mittags auch zwei Tagesessen an. "Das hat mit 53 Essen am ersten Tag gleich voll eingeschlagen." Neben Gabi Süß und ihrer Tochter Franziska Süß war für die Küche eigentlich Reinhold Reiss von der ehemaligen Öhringer Weinstube Küferstüble eingeplant. "Der hat uns leider zwei Wochen vorher abgesagt", sagt Rainer Heidemann. Deshalb ist er weiter auf der Suche nach Ersatz.

Ein erstes Etappenziel ist geschafft

Mit dem Heicamp haben sich Rainer Heidemann und Gabi Süß - beide selbst aktive Wohnmobilisten - einen "alten Traum" verwirklicht. Sind sie nun am Ziel? "Am Ziel bin ich nie, aber wir haben jetzt eine gute Etappe geschafft und die erste Resonanz motiviert uns weiter", so Heidemann.

Sein nächstes Etappenziel: "Erstmal Bäume und Rasen grün bekommen und das Heicamp unter den Wohnmobilisten als lohnenswertes Ziel etablieren." Außerdem muss er noch ein paar Restarbeiten erledigen, von der Holzverkleidung an einer Wand des Sanitärgebäudes über Spiegel an den Waschbecken bis zu zwei weiteren Duschen.

Inzwischen hat sich Stammgast Kreuzer noch ein Radler bestellt und lässt weiter seinen Blick schweifen. "Ich bin überzeugt, dass das Heicamp läuft", sagt er.


Tourismus nach vorn bringen

40 Ganzjahres- und 20 Sommerstellplätze bietet der Wohnmobilhafen Heicamp auf dem rund 80 Ar großen Gelände - einer ehemaligen Pferdekoppel - gleich beim Verrenberger Ring am südwestlichen Stadtrand von Öhringen an. Ein modernes Sanitärgebäude sowie die öffentliche Gaststätte Wunderbar mit Rezeption, kleinem Laden mit regionalen Produkten und je 35 Sitzplätze drinnen und im Biergarten runden das Angebot ab.

Die Gaststätte bietet mittags wechselnde Tagesessen, abends eine Karte mit kalten und warmen regionalen Speisen aus Produkten regionaler Erzeuger an - vom Wurstsalat über Schnitzel und Rostbraten bis zum Schweinefilet im Speckmantel.

Heicamp-Inhaber Rainer Heidemann sieht aufgrund der Nähe zu Autobahn, Stadtbahn und zur Buslinie Öhringen-Verrenberg sowie wegen der zahlreichen Rad-, Wanderwege und Hohenloher Ausflugsziele "großes touristisches Potenzial" und rechnet mit einer "jährlichen Durchschnittsauslastung von rund 30 Prozent". Zum Vergleich: Die durchschnittliche Jahresauslastung in Baden-Württemberg liegt bei 37 Prozent.

Mit seinem Heicamp will Rainer Heidemann auch einen Beitrag dazu leisten, "Öhringen touristisch weiter nach vorne zu bringen". Auf seiner Homepage (www.heicamp.de) bietet er den Gästen als Service eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten an.