Diese Jungs können den ersten Schultag kaum erwarten

Region  Björn Stein und Julius Gross fiebern nach drei Jahren Kindergarten ihrem ersten Schultag entgegen. Schulranzen und Schultüte stehen schon bereit. Und ihre Lehrerin soll auch nett sein.

Schulstart für die Erstklässler: Von gepackten Ranzen und Überraschungen in Tüten

Björn Stein (links) und Julius Gross freuen sich auf den ersten Schultag.

Foto: Yvonne Tscherwitschke

Von wegen ewig lange Sommerferien! Die hat man tatsächlich nur als Schulkind, stellen der sechsjährige Julius Gross und sein gleichaltriger Freund Björn Stein gerade fest. Und das sind sie eben noch nicht. Noch nicht ganz. Die beiden Jungs aus Bitzfeld sind dazwischen. Sie sind kein Kindergartenkind mehr. Aber eben auch noch nicht in der Schule. Aber bald.

Sie können es kaum erwarten. Am 12. September dürfen sie endlich ihren Ranzen und die Schultüte schnappen. Dann, nach nur vier Wochen Ferien, sind sie endlich Abc-Schützen. "Und dann lernen wir endlich Deutsch", freut sich Björn. "Mathe", wünscht sich Julius. "Aber eigentlich ist bestimmt Sport am besten", überlegt Björn.

Er hat einen großen Bruder und weiß deshalb: Wenn man Schulkind ist, ist die Zeit des unbeschwerten Spielens vorbei. "Dann gibt es auch Hausaufgaben", überlegt Björn laut, ob ihm das gefällt. Vielleicht nicht so ganz. "Weil man sich da beschäftigen muss", erklärt der kleine Junge mit den langen Haaren. "Aber eigentlich würde ich ja viel lieber andere Sachen tun, die wichtig sind, wie spielen."

Ranzen, Schultüte und Mäppchen stehen schon bereit

Aber ein ganz großes Argument für die Schule steht bereits fix und fertig gepackt in den Kinderzimmern der beiden Jungs: die Schulranzen. Julius hat sich einen blauen mit Raumschiff, Satelliten und Sternen ausgesucht. Und seine Mama hat passend dazu eine Schultüte gebastelt und sogar ein passendes T-Shirt besorgt: Auf einem Teil ist eine Rakete, auf dem anderen sieht man Planeten.

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Björn hat sich für Drachen entschieden. Die Fantasietiere zieren auf schwarzem Grund Ranzen, Mäppchen und Sportbeutel. Noch ist der Ranzen leicht, sagt Björn. "Aber da sind ja noch nicht alle Bücher drin." Wenn es richtig losgeht, dann werden die beiden Jungs schon etliche Gramm Inhalt den steilen Schulbuckel hochschleppen. Was sie oben angekommen im Bitzfelder Schulhaus erwartet, das wissen sie schon.

Die Lehrerin soll nett sein, sagen die älteren Schüler

Alle Schulkinder haben bereits einen netten Brief der Klassenlehrerin bekommen. Deren Name ist also so wenig Überraschung wie der Name der Nebensitzer. Auch das haben die Kinder mit ihrer Lehrerin schon bei den Schulbesuchstagen besprochen. Björn und Julius sitzen beisammen. Julian sitzt ebenfalls bei ihnen. Sie freuen sich schon auf ihre Lehrerin, wissen von den großen Schülern, dass es eine "ganz Nette" sein soll. Ganz genau wissen die Abc-Schützen schon, wem der Ruf vorauseilt, streng zu sein.

Regeln sind sie durchaus gewöhnt. "Im Kindi ist freitags immer Aufräumtag", berichten sie vom Alltag im Bewegungskindergarten Bretzfeld. "Da wird dann auch immer alles, was gebaut wurde, abgebaut", bedauert Julius. "Aber als Schulkind muss man ja auch ordentlich sein", zuckt er mit den Schultern. Das Bauen hat ihm immer großen Spaß gemacht. Das Weben am Webrahmen auch. "Ausschneiden war auch gut", ergänzt Björn. Jede Menge Dinge sind so in den vergangenen drei Jahren entstanden. "Das haben wir in unseren Ordnern am letzten Kindi-Tag mit nach Hause bekommen", sagt Julius Gross.

 


Yvonne Tschwerwitschke

Yvonne Tscherwitschke

Autorin

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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