Bürger melden Bedenken an

Hohenlohe - Sorge ums Image, Klagen, weil die Streichungen ausgerechnet den Bus betreffen, den man selbst häufig nutzt: Nach den Sparbeschlüssen im Kreistag haben sich mehrere Leser kritisch zur Streichliste geäußert.

Von Heiko Fritze
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Bürger melden Bedenken an
Wohin sollen die Busse des Nahverkehrs Hohenlohe künftig noch fahren? Nach den Sparbeschlüssen im Kreistag regt sich Widerstand bei Bürgern und in der Gemeinde Kupferzell gegen einzelne Entscheidungen.Foto: Archiv/Hohl

Hohenlohe - Sorge ums Image, Klagen, weil die Streichungen ausgerechnet den Bus betreffen, den man selbst häufig nutzt: Nach den Sparbeschlüssen im Kreistag haben sich mehrere Leser kritisch zur Streichliste geäußert.

"Ich habe einen großen Schreck gekriegt − da wollte die FDP sonntags alle Fahrten einstellen", erzählt Wolfgang Linke, Vorsitzender des Albvereins Künzelsau. Dabei nutzten seine Wanderer bei ihren Touren am Wochenenden oft den Nahverkehr. "Wir müssten wieder aufs Auto umsteigen." Doch Linke denkt weiter: Viele Künzelsauer Studenten kämen sonntagabends von Zuhause, besitzen kein Auto − wie sollen sie dann in ihre Wohnungen kommen? "Künzelsau wird langsam abgehängt", befürchtet Linke. "Da geht es auch ums Image der Stadt."

Bahnhöfe

Leser Jürgen Binder macht sich für Busverbindungen zu den großen Bahnhöfen stark. "Die Anbindungen an Öhringen und Hall müssen so verbessert werden, dass man mühelos hinkommt. Teilweise muss man von Künzelsau zweimal umsteigen − wer macht denn das?"

Eine 55-jährige Witwe aus Forchtenberg beschwert sich über die Preiserhöhung bei den Schüler-Monatskarten. "Mir steht wenig Geld zur Verfügung, und meine Tochter muss mit dem Bus zum Gymnasium nach Künzelsau", klagt sie.

Sascha Romanowski liegt vor allem der Franken-Express zwischen Cappel und Künzelsau am Herzen, den der Pendler aus Kupferzell täglich nutzt. "Sparen ist nötig", sagt er. "Für Künzelsau ist die Streichung der Linie aber ein Einschnitt. Zu Hauptverkehrszeiten wurde sie von Pendlern gut genutzt."

Ähnlich wie Romanowski sieht es der Kupferzeller Gemeinderat. "Die Linie FE1 ist die Anbindung an die Stadtbahn", sagte Peter Lemke auf einer Ratssitzung am Dienstagabend und pochte darauf, diese Linie zu erhalten. Bürgermeister Joachim Schaaf sagte zu, noch einmal auf das Landratsamt zuzugehen.

"Ich habe vier schulpflichtige Kinder", wirft Albrecht Belz aus Schöntal ein. "Wie soll man zu Volksvertretern noch Vertrauen haben, die ihre Eigeninteressen vertreten, aber das Volk nicht?"

Claus Steinbrenner kritisiert, dass die Beschlüsse aus der Tagesordnung nicht ersichtlich waren − "der Bürger wird vor vollendete Tatsachen gestellt". Ein Kostentreiber sei auch die Stadtbahn, durch die sich in Bretzfeld die Busverbindung verschlechterte. "Ich bin Stadtbahnbefürworter und habe Verständnis, dass gespart wird − nur habe ich den Eindruck, dass nicht alle Aspekte einbezogen wurden. Es wird zu Lasten des Fahrgastes gespart."


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