Brutale Schlägerei auf Abi-Party

Pfedelbach - Der Vorfall liegt schon drei Wochen zurück, doch die Ermittlungen der Hohenloher Polizei bringen immer mehr Licht ins Dunkel. Eine Abi-Party des Öhringer Agrar-Gymnasiums endete für einen 19-jährigen Handballer des TSV Pfedelbach mit einem Schädelbruch und einem mehrtägigen Aufenthalt im Krankenhaus. Zwei weitere Vereinskameraden wurden bei der Party am 30. November im Pfedelbacher Gentele durch Schläge und Tritte verletzt. Als Täter ermittelt wurden ein 19-jähriger Kosovo-Albaner aus Waldenburg, dessen älterer Bruder sowie ein 21-jähriger Türke aus Neuenstein.

Von Hagen Stegmüller
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Pfedelbach - Der Vorfall liegt schon drei Wochen zurück, doch die Ermittlungen der Hohenloher Polizei bringen immer mehr Licht ins Dunkel. Eine Abi-Party des Öhringer Agrar-Gymnasiums endete für einen 19-jährigen Handballer des TSV Pfedelbach mit einem Schädelbruch und einem mehrtägigen Aufenthalt im Krankenhaus. Zwei weitere Vereinskameraden wurden bei der Party am 30. November im Pfedelbacher Gentele durch Schläge und Tritte verletzt.

Als Täter ermittelt wurden ein 19-jähriger Kosovo-Albaner aus Waldenburg, dessen älterer Bruder sowie ein 21-jähriger Türke aus Neuenstein. Nach einem vierten Verdächtigen, wohl ein Verwandter der beiden Kosovaren, wird noch gefahndet.

Die Polizei hat inzwischen rekonstruiert, was sich in der Samstagnacht im Gentele ereignet hat. Danach stießen die Pfedelbacher Handballer nach einer internen Feier zu der Abi-Party, wo es auf der Tanzfläche bald zu einer Auseinandersetzung kam. Ein stark alkoholisiertes Vereinsmitglied wurde von hinten attackiert, es ging zu Boden und steckte Prügel und Tritte ein. Zehn Minuten später uferte die Situation aus, als eine volle Bierflasche einen 19-jährigen Handballer am Kopf traf. Mit einer Schädelfraktur musste der junge Mann ins Krankenhaus, wo ihm in einer komplizierten Operation eine Plastikplatte in die Schädeldecke eingesetzt wurde. Mittlerweile hat der Student die Klinik wieder verlassen.

Streit gesucht

Zeugenaussagen und weitere Beweismittel belegen, dass die Bierflasche von dem 19-jährigen Kosovo-Albaner aus Waldenburg geworfen wurde. Auch der 21-jährige Türke aus Neuenstein soll Streit gesucht und brutal zugeschlagen haben. „Das sind zwei hochgradige Schläger“, sagt Polizeisprecher Jürgen Baierl, beide seien wegen Gewaltdelikten einschlägig bekannt. So wie andere Gäste wundert sich auch Baierl darüber, was die zwei auf einer Party von Gymnasiasten zu suchen hatten: „Die haben nicht mal einen Schulabschluss.“

„Es ist schlimm, dass der Junge so schwer verletzt wurde“, bedauert Tanzlokal-Betreiber Gerhard Gentele (54). Er selbst sei aber nicht Veranstalter gewesen, sondern habe lediglich seine Räume für die Party mit rund 300 Besuchern zur Verfügung gestellt. Als Konsequenz aus dem Vorfall will er bei ähnlichen Veranstaltungen den Ordnungsdienst von zwei auf vier Mann verstärken. So fordert es auch das Öhringer Ordnungsamt, das Gentele nach der brutalen Prügelei eine entsprechende Anordnung zugestellt hat.

Gentele reagiert

Im Pfedelbacher Tanzlokal Gentele ist es in den vergangen Wochen mehrfach zu Raufereien unter alkoholisierten Gästen gekommen. „Schlägereien gab es schon immer. So etwas lässt sich nie zu 100 Prozent verhindern“, sagt Betreiber Gerhard Gentele, der nach eigenen Angaben „mit eisernem Besen“ gegen Randalierer vorgeht und konsequent Hausverbote erlässt. Zusätzliche Sicherheit biete das elektronische System am Eingang, wo jeder Besucher fotografiert und nach Verfehlungen auch identifiziert werden könne. Bei Straftat-Verdacht würden Details über den betreffenden Gast der Polizei gemeldet.


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