Besucher machen beim fünften Pfedelbacher Bierdorf Entdeckungen im Glas

Pfedelbach  Mehr als 30 verschiedene Biersorten gibt es an 14 Ständen beim Rathaus zu kosten. Am Samstagabend wird weiter gefeiert.

Bierkönigin Laetitia ist geübt beim Fassanstich. Foto: Richter

Es sieht so einfach aus, wenn Bierkönigin Laetitia den Hammer schwingt. Eins, zwei, drei - und schon fließt der Gerstensaft beim 5. Pfedelbacher Bierdorf. "Da muss ich ja jetzt doch schmunzeln", neckt die Bierhoheit Pfedelbachs Bürgermeister Torsten Kunkel, der zuvor den Anwesenden erklärt hatte, warum er sich dieses Mal Verstärkung holte: "Es hieß: Und jetzt noch einen festen Schlag. Und dabei habe ich das Fass fast ruiniert", gestand das Gemeindeoberhaupt.

Deshalb hat sich Kunkel auch gewundert, dass Haller Löwenbräu kein größeres Fass mitgebracht hat: "Denn es floss der ganze schöne Rebensaft dahin". Wie? Die Festgesellschaft traut ihren Ohren nicht. Rebensaft? "Hopfpensaft", schiebt Kunkel schnell nach. Alle lachen. Die Stimmung ist schon jetzt, gleich zu Beginn, sehr gelöst.

Geburtstagslied für den Landrat

Deshalb stimmt Kunkel mit einem Grinsen im Gesicht auch ein Geburtstagsständchen für Landrat Dr. Matthias Neth an, der wenige Tage zuvor seinen 40. Geburtstag gefeiert hat. Alle singen mit. Der Musikverein Pfedelbach mit Dirigent Florian Frank sorgt für die nötige Feierlichkeit.

Neth bedankt sich und lässt wissen: Schade, dass es in Pfedelbach kein Hohenloher Bier gibt. Das lasse sich aber für das nächste Bierdorf ändern. Flugs lädt er Torsten Kunkel ein, zusammen mit ihm einen Bierbraukurs zu besuchen.

"Du bringst die Bierhoheiten mit, ich meine Weinköniginnen und beim nächsten Bierdorf gibt es dann das Ergebnis zu versuchen", schlägt Neth vor. "Eleganter Konter", sagt Kunkel und nachdem sich während des Geplänkels der Schaum gesetzt hat, verteilt er gemeinsam mit Bierkönigin, Bierprinzessin und Hermann Mayerle von Haller Löwenbräu die ersten Gläser Freibier. Nicht nur Bierkönigin Laetitia und ihre Prinzessin Debora wollen einige der mehr als 30 Biersorten kosten.

Besucher haben die Qual der Wahl

An vielen Ständen wird beratschlagt, welche Sorte jetzt ins Glas soll. Dass man Wein und Bier auch mischen kann, das haben die Hoheiten am Nachmittag erfahren, als sie mit Wilfried Uhl unterwegs waren und den Spaziergang mit einer Weinprobe im Weinbaumuseum krönten. "Wilfried, danke, ihr habt ein so tolles Städtchen hier", lobt Laetitia. Den schönsten Platz nach der Eröffnung haben Meißners. Hinter ihnen leuchtet in der Abendsonne die Kirche - und bald ein Frankenbräu im Glas.

Brigitte Bender und Jürgen Schweizer entscheiden sich zu Beginn für Franziskaner - einmal mit, einmal ohne Alkohol. Jürgen Jonatschek mag Pils und Weizen, gern Paulaner. Heute gibt es ein Bit. Schließlich schenkt das sein Stand, der Bürgerverein Gleichen, aus. Und zum Glück auch Sekt. Denn nicht jeder auf dem Bierdorf ist Biertrinker.

Ins Schwitzen kommen die Jungs von der Jugendfeuerwehr: Bei ihnen brennt richtig Holz im Grill. Da muss man flink sein. Gleich nebenan gibt es tatsächlich unbekannte Biersorten zu entdecken. Der Namibia-Verein schenkt Windhoek Lager aus, außerdem Dju-Dju Bier, das schmeckt nach Mango oder Passionsfrucht. Dazu gibt es namibische Bratwurst direkt vom Lindelberg, aber mit original afrikanischen Gewürzen und Maisbrei. Eine Entdeckung.

 


Yvonne Tschwerwitschke

Yvonne Tscherwitschke

Autorin

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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