Bei Blütenwanderung am Pfingstmontag der Schöpfung auf der Spur

Kupferzell  Mit Bezirksbauernpfarrer Arnim Speck und Landwirt Rudolf Deitigsmann geht es vom evangelischen Gemeindehaus in Kupferzell bis zum Versuchsfeld Schafhof. Dabei erfahren die Teilnehmer Wissenswertes zur Natur und erhalten Raum zur Besinnung.

Von Andreas Scholz

Bei Blütenwanderung am Pfingstmontag der Schöpfung auf der Spur

Die Blütenwanderung führt auch an schönen Gärtchen und Schrebergärtchen in Kupferzell vorbei . Da blühen in so manchen Gartenparzellen schöne Rosen.

Fotos: Scholz

Die Wolken hängen bereits etwas dichter, als sich am Pfingstmontag gegen 14 Uhr über 50 Wanderer vor dem Evangelischen Gemeindehaus in Kupferzell einfinden. Sie alle sind der Einladung der Ländlichen Heimvolkshochschule in Hohebuch gefolgt, die zusammen mit der Kreislandjugend Hohenlohe eine Blütenwanderung für die ganze Familie rund um Kupferzell organisiert hat.

Gemeinsam mit Landwirt Rudolf Deitigsmann und Bezirksbauernpfarrer Arnim Speck macht sich die Wandergruppe auf zum Versuchsfeld am Schafhof. Unterwegs halten Speck und Deitigsmann immer wieder an: Sie wollen den Teilnehmern der Blütenwanderung interessante Details über die Landwirtschaft sowie Flora und Fauna am Wegesrand erklären und gleichzeitig die Schöpfung mit dem Singen von Kirchenliedern ehren.

Stopp an Schrebergärtchen

Zum ersten Mal stoppt Deitigsmann an den idyllischen Schrebergärtchen nahe der Kupfer. "Auch wenn die Leute früher oft arm waren, so hatte fast jeder ein eigenes Kräutergärtchen und war quasi Selbstversorger. Zwischenzeitlich hatte sich das geändert und in den Kleingärten sah man viel mehr Rasenflächen", erklärt er.

Anschließend setzt die Wandergruppe die Route fort, die unterhalb der einstigen Eisenbahnstrecke zu den Kläranlagen führt. Gut gelaunt wandert auch Reinhold Böhringer aus Pfedelbach-Baierbach mit, der sich an dem Anblick der Pfingstrosen und Kletterrosen in den Vorgärten erfreut. "Ich bin aber auch schon gespannt, welche Blüten die Landwirte in diesem Jahr an den Feldrändern einsetzen", erklärt er.

Gemeinsam ein Kirchenlied singen

Nachdem Deitigsmann über die Vorteile von konservierenden Bodenbearbeitungsmaßnahmen in der heimischen Kulturlandschaft referiert hat, ergreift Speck das Wort. Am Feldrand oberhalb der Kläranlage lädt er die Wandergruppe zum gemeinsamen Singen eines Kirchenlieds von Paul Gerhardt (1607-1676) ein. Anschließend liefert der Bezirksbauernfarrer aus Kupferzell-Eschental weitere geistliche Impulse, indem er sich mit den christlichen und schöpferischen Botschaften auseinandersetzt, die Paul Gerhardt in seine Kirchenlieder gepackt hat. "All das was wir sehen, ist nur ein Bild für das, was Gott uns zeigen will", nennt der Hobbygärtner ein Interpretationsbeispiel.

Leider sind die Ausführungen des Pfarrers nur halbwegs gut zu hören, da der Lärm der vorbeirasenden Autos an der Bundesstraße 19 kurzzeitig das dominierende Geräusch bildet. Doch nur wenige Minuten später ändert sich die Geräuschkulisse komplett: Kein Autolärm oder sonstiges Zivilisationsgeräusch übertönt mehr den beruhigenden Gesang von Feldlerche, Meise und Co. Aus sicherer Entfernung hoppelt ein Feldhase seelenruhig über den benachbarten Stoppelacker.

Rudolf Deitigsmann erläutert den Wanderern auf dem Weg zum Schafhof, was es mit dem landwirtschaftlichen Projekt "F.R.A.N.Z." (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft und Naturschutz mit Zukunft) auf sich hat. An dem Projekt beteiligt sich auch der Landwirt Jürgen Maurer aus Kupferzell-Feßbach als Demonstrationsbetrieb. "Es ist ein Projekt des Deutschen Bauernverbands, um die Ökologie auf dem Feld zu fördern", so der Landwirt. "Sie sehen hier als Beispiel am Feldrand die lila Blüten der Phacelia, die wahre Bienenweiden sind".

Hintergründe zu Versuchsfeldern

Ökologie und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen, ist dann im Rahmen der Blütenwanderung ebenso ein wichtiges Thema beim Besuch der Versuchsfelder beim Schafhof. Hier wartet schon Bernd Weger bei leider einsetzendem Regen am Feldrand, um den Wanderern spannende Hintergründe zu den Versuchsfeldern zu erläutern, die von den Landwirtschaftsämtern in Ilshofen und Öhringen betreut werden. "Der Klimawandel sorgt dafür, dass sich die Landwirtschaft auch mit zukunftsfähigen Getreidesorten beschäftigen muss. Wir haben hier Versuchsfelder mit Wintergerste angelegt und gleichzeitig führen wir auch Düngungsversuche mit Winterweizen durch, um wertvolle Rückschlüsse zu gewinnen", bekräftigt der Landwirtschaftsexperte aus Öhringen.

Familienerlebnistag auf Versuchsfeld

Wer sich ausführlicher mit Getreidesorten und den Versuchsfeldern am Schafhof befassen möchte, dem bietet sich am 23. Juni die Gelegenheit dazu. Am Sonntag finden beim Familientag auf dem Schafhof zwischen 12 und 17 Uhr regelmäßig Führungen durch das zentrale Versuchsfeld statt. Zusätzlich gibt es eine Ausstellung von Landmaschinen sowie Wissenswertes über die Getreideproduktion- und verarbeitung sowie Artenvielfalt und Biodiversität in der heimischen Kulturlandschaft. Eine digitale Schnitzeljagd auf dem Versuchsfeld rundet den Familienerlebnistag ab.

Bei Blütenwanderung am Pfingstmontag der Schöpfung auf der Spur

Bezirksbauernpfarrer Arnim Speck (li.) und Landwirt Rudolf Deitigsmann erklären unterwegs Einiges.


Kommentar hinzufügen