Baustart für Kindergarten im Öhringer Limespark

Öhringen  Der 4,5 Millionen Euro teure Neubau soll bis September 2020 bezugsfertig sein. Sechs Gruppen finden hier Raum. Die Stadt musste ihre anfängliche Planung erweitern.

Von Peter Hohl

Baustart für Kindergarten im Öhringer Limespark

"Heut' in einem Jahr wollen wir ein Fest machen", kündigt der Oberbürgermeister an. Dabei gibt es doch an diesem Donnerstag bereits Sekt für die Großen und Seifenblasen für die Kleinen.

Doch in einem Jahr, sagt Thilo Michler, wird ein "erweitertes Richtfest" gefeiert. Dann soll der Rohbau des neuen Kindergartens im Limespark stehen. Mit dem Spatenstich am frühen Donnerstagnachmittag haben die Arbeiten begonnen.

Warteliste bei der Kinderbetreuung

"Wir wussten: Irgendwann kommt der Kindergarten. Wir wussten nur nicht, wann", sagt OB Michler. Nun ist es so weit, die Zeit drängt sogar, denn für die Kinderbetreuung führt die Stadt eine Warteliste. Erst vor gut einer Woche wurde ein Übergangskindergarten mit zwei Gruppen neben der Schillerschule eröffnet.

Immer mehr Menschen ziehen nach Öhringen, die Baugebiete boomen und die Geburtenzahlen steigen: 2016 und 2017 lagen sie um jeweils gut 20 Prozent über dem Schnitt der Vorjahre.

Das hat Folgen für die Planung im Limespark. Als die Stadt den Architektenwettbewerb europaweit ausgeschrieben hat - Sieger ist das Büro Simon aus Stuttgart -, ging sie von fünf Gruppen aus. Das Raumkonzept, das jetzt umgesetzt wird, ist für sechs Gruppen angelegt.

Vorgesehene Fläche erweitert

Dazu hatte die Stadt per Bebauungsplanänderung die vorgesehene Fläche für den geplanten Kindergarten erweitert, indem sie ein ursprünglich für die Wohnbebauung vorgesehenes Grundstück mit in die Gesamtfläche einbezog.

Geblieben ist das Prinzip der Flexibilität: Je nach Kinderzahlen können mehr oder weniger Räume für unter und für über Dreijährige genutzt werden. Zu jedem Gruppenraum gibt es einen größeren und einen kleineren Nebenraum. Bei den unter Dreijährigen wird der kleinere Raum als Wickelzimmer genutzt, bei den den über Dreijährigen als Materiallager.

Jedem Gruppenraum ist überdies ein Schlafraum (beziehungsweise Rückzugsraum) zugeordnet. Küche, Esszimmer und Toiletten sind um den größten und zentralen Raum, Marktplatz genannt, angeordnet. Die Personalräume sind neben dem Eingangsbereich angesiedelt.

Fördergeld vom Bund

4,5 Millionen Euro soll der Neubau kosten. 766.000 Euro fließen als Fördergeld aus dem Investitionsprogramm des Bundes zur Kinderbetreuungsfinanzierung 2017 - 2020 an die Stadt. "Wir hoffen, dass wir die Kosten halten können", sagt Oberbürgermeister Michler.

Den Rohbau erstellt die Firma Stauch aus Kupferzell zum Preis von 1.076.849,60 Euro. Das sind gut 50.000 Euro mehr, als die Stadt nach der Kostenberechnung erwartet hatte. Im Februar hat der Gemeinderat nach der Ausschreibung die Aufträge für insgesamt fünf Gewerke vergeben, einen sechsten mit niedrigerem Auftragsvolumen erteilte der OB.

Damit herrscht Kostenklarheit über rund 47 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens (ohne Planungshonorare und Möblierung). Die tatsächlichen Kosten bewegen sich um rund 2,3 Prozent über den berechneten Ausgaben.

Beim Spatenstich am Donnerstag sind es die Kinder aus dem Kindergarten Cappel, die mit ihrem Lied für einen fröhlichen Rahmen sorgen. Wenn - irgendwann nach dem geplanten Betriebsstart im September 2020 - die Einweihung gefeiert wird, dann werden die Kindergartengruppen im Limespark selbst mit Leben erfüllt sein.

 

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