800.000 Euro Zuschuss bringt Stadtsanierung ins Rollen

Waldenburg  Zweimal war Waldenburg mit dem Antrag bei der Landesregierung abgeblitz. Jetzt hat man die Zusage endlich in der Tasche. Im kommenden Jahr geht es los. Eine der ersten Maßnahmen wird der Umbau des historischen Lindenplatzes.

Von Christian Nick

800 000 Euro Zuschuss vom Land bringt Stadtsanierung ins Rollen

Nachdem sich die Stadtverwaltung bereits jahrelang bemüht, kann es nun alsbald tatsächlich losgehen − und die Altstadt auf Vordermann gebracht werden. Die Fördersumme ist zwar kleiner als erwartet, dennoch herrscht Freude.

Foto: Archiv/Koch

Aller guten Dinge sind drei: Diese seit tausenden von Jahren strapazierte Lebensweisheit bewahrheitet sich nun auch in Waldenburg. Denn nachdem die Stadt in den vergangenen Jahren bereits zweimal mit ihrem Fördermittel-Antrag für eine Frischzellenkur bei der Landesregierung abgeblitzt war (wir berichteten), hat man nun endlich die langersehnte Zusage auf Teilnahme an einem der seit Jahren chronisch überzeichneten baden-württembergischen Programme zur Stadtentwicklung erhalten.

Konzentration aufs Wesentliche ist gefordert

Zwar gibt es anstatt der beantragten über zwei Millionen Euro lediglich 800 000 Euro an Fördermitteln - doch in Waldenburg freut man sich freilich lieber über den Spatz in der Hand als über die Taube auf dem (Altstadt-)Dach.

Somit kann es nun definitiv im kommenden Jahr mit der Sanierung der Altstadt losgehen. Weil mit der Reduktion der avisierten Fördersumme naturgemäß auch der ursprünglich auf 4,1 Millionen Euro taxierte Gesamtrahmen der Investitionssumme auf voraussichtlich rund die Hälfte schrumpfen wird, ist die Konzentration aufs Wesentliche erforderlich: Im September sollen die Gemeinderäte den genauen Fahrplan und die Sanierungsobjekte beschließen. Zehn Jahre lang können die Fördergelder dann abgerufen - und in konkrete Erneuerungsarbeiten investiert - werden.

Klar ist indessen bereits: Die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für den barrierefreien Umbau der Altstadt soll eine zentrale Rolle spielen. Und was auch bereits feststeht: Die endgültige Sanierung des maroden Lindenplatzes wird wohl eine der baldigeren Maßnahmen sein.

Sicherheit sofort, Sanierung erst später

800 000 Euro Zuschuss vom Land bringt Stadtsanierung ins Rollen

In ihrer jüngsten Sitzung stimmten die Waldenburger Räte bei zwei Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen nämlich dafür, bis 2020 mit dem endgültigen Umbau der denkmalgeschützten Örtlichkeit zu warten - und gegenwärtig nur rund 6000 Euro für die Errichtung des neuen Geländers am Abhang in die Hand zu nehmen.

Damit wird eine Minimalstforderung realisiert, welche die Räte bereits vor Monaten von Verwaltung und Planern eingefordert hatten: Der marode Platz solle zumindest bis zum Stadtfest im September wieder sicher von den Gästen betreten werden können. Ebendies wird nun sichergestellt. Grund für den Beschluss war nicht zuletzt die Tatsache, dass in der Bergstadt gegenwärtig noch kein Haushalt eingebracht und verabschiedet wurde - weswegen Heinrich Schüz (Bürgervereinigung) durchaus die Mehrheitsmeinung im Gremium repräsentierte, wenn er kritisch anmerkte, dass "für eine weitere Beschlussfassung keine Grundlage" vorliege.

Ein Urteil, für das auch Bürgermeister Markus Knobel durchaus Verständnis zeigte. Er pochte aber auf die vorgezogene Errichtung des endgültigen Brüstungsgeländers zum Schutz der Bürger: "Ein Provisorium wäre rausgeschmissenes Geld, und die Sicherheit muss unbedingt gewährleistet sein."

Barrierefrei und einladend

Knobel versicherte überdies, die Haushaltsplanung - zum ersten Mal im System der Doppik - habe in den kommenden Monaten nun höchste Priorität.

Die historische Stätte, an der in Waldenburg dereinst die Gerichtsbarkeit vollzogen worden war, soll 2020 dann barrierefrei, einladender und "aufenthaltsfreundlicher" umgestaltet werden. Das bedeutet konkret: Die Mauer zum Bürgersteig hin wird komplett abgerissen, um den "historischen Zustand der Offenheit" wiederherzustellen, eine neue Linde soll gesetzt und der Platz mit einer Stahl-Holz-Konstruktion umwehrt werden. Eine "Schöffenbank" sowie mehrere Sitzbänke sind als Reminiszenz an die historische Rolle als Gerichtsplatz geplant. Auch der Boden soll komplett neu gestaltet werden.

Die Gesamtkosten für die Kommune werden mit knapp 70 000 Euro angegeben - abzüglich der entsprechenden Förderung im Rahmen der Stadtsanierung, deren genaue Höhe noch aussteht. Die größten Posten im Budget markieren mit rund 15 700 Euro das Stützwerk samt nun vorgezogenem Absturz-Schutz sowie der Garten- und Landschaftsbau mit etwa 14 400 Euro.

 

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