30 Jahre Partnerschaft zwischen Bretzfeld und Budaörs in Ungarn

Bretzfeld  400 Menschen feierten in Bretzfeld das besondere Jubiläum. Tamás Wittinghof, Bürgermeister von Budaörs, nimmt für den Fortbestand der Verbindung zwischen den Gemeinden die Jugend in die Pflicht.

Von Yvonne Tscherwitschke

Foto: Tscherwitschke

400 Menschen feiern das Jubiläum der Partnerschaft zwischen Bretzfeld und Budaörs und denken an die Zeit der Vertreibung und des Eisernen Vorhangs zurück.

Mehr als alle Worte erzählen die vielen Fotos, die auf der Leinwand im Hintergrund ablaufen, die bewegte und bewegende Geschichte der Partnerschaft zwischen Bretzfeld und Budaörs. Sie zeigen vorsichtige erste Annäherungen, vor allem aber viele gemeinsam gefeierte Feste und fröhliche Aktionen mit einem immer größer werdenden Kreis an Teilnehmern.

Zwei Wochen zuvor wurde das Jubiläum schon in Ungarn gefeiert

So wundert es nicht, dass mit 400 Menschen das 30-jährige Bestehen dieser Partnerschaft und Freundschaft in der Brettachtalhalle gefeiert wurde. 100 Budaörser waren dazu bereits am Donnerstagabend mit zwei Bussen angereist.

Zwei Wochen zuvor war das Jubiläum in feierlichem Rahmen in Ungarn gefeiert worden. Dazu waren viele Bretzfelder angereist. Eine fünfköpfige Delegation war gar mit Traktoren die knapp 1000 Kilometer gereist. Dafür gab es von der Gemeinde nun das goldene Sitzkissen. "Denn kaum etwas anderes wurde mehr thematisiert als das Wetter und die Härte der Sitze", erklärt Bretzelds Bürgermeister Martin Piott.

In Ungarn wie nun auch in Bretzfeld unterzeichneten die Verantwortlichen erneut die Urkunde - in Bretzfeld mit einer Unterschrift im Goldenen Buch der Gemeinde -, um für die Zukunft zu bekunden, die Freundschaft so lebendig halten zu wollen, wie sie ist.

Tamás Wittinghof, Bürgermeister Martin Piotts Kollege auf ungarischer Seite, nimmt hierfür vor allem die Jugend in die Pflicht. Es sei Zeit, das Staffelholz zu übergeben, erklärt er den Hintergrund des Partnerschaftsgeschenks: ein großes Puzzle, das in zwölf Bildern die Geschichte der Partnerschaft zeigt.

Viele private Kontakte entstanden

Martin Piott ist es nicht bange um die Zukunft der "tief empfundenen Freundschaft". Zwischenzeitlich seien so viele private Kontakte auf beiden Seiten gewachsen, erklärt er. Auf der Bühne zeigen das eindrücklich die gemeinsamen Auftritte ungarischer und deutscher Musiker. Wie seine Vorgänger im Amt Thomas Föhl und Herbert Sickinger hat auch Piott sich anstecken lassen von der herzlichen Freundschaft der Budaörser.

Erst durch die Besuche, sagt Piott, habe er um die Bedeutung des traurigen geschichtlichen Hintergrunds der Partnerschaft erfahren. Damals, in einem geteilten Europa mit Eisernem Vorhang sei es noch schwieriger gewesen, in den Köpfen der Menschen für ein Gefühl der Partnerschaft zu werben, für Friede und Freiheit.

Blick zurück

Was aus der Partnerschaft geworden ist, das sei ein Paradebeispiel für ein gemeinsames Europa über alle Grenzen hinweg. Das unterstrich Wittinghof. Dass Budaörs so eine großartige Entwicklung genommen habe, sei zu großen Teilen der Tatsache zu verdanken, dass Bretzfeld Budaörs in der Anfangszeit des Umbruchs, der Neuordnung in allen Bereichen unterstützt habe. "Bretzfeld stand gerade in der kritischen Zeit hinter uns", sagt Wittinghof und verweist sowohl auf die Zeit des Falls des Eisernen Vorhangs wie auch auf die Zeit nach der Vertreibung, als Bretzfeld den Vertriebenen eine neue Heimat wurde. Ein Zeichen dafür ist, dass am Wochenende zum 63. Mal in Bretzfeld am Festwochenende Kiritog, also Kirchweih, gefeiert wird. "Wir hoffen, unseren ungarischen Gästen ein ähnlich schönes Wochenenende zu bereiten, wie sie es für uns getan haben", sagen die drei Weinhoheiten, die durch den Abend führen.

 


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