Wünsche für eine gute Zukunft

Künzelsau  Mehrere Wochen lang wurden in der ganzen Region bunte Klimabänder gesammelt. Jetzt werden sie nach Berlin gebracht.

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Viele bunte Klimabänder mit Wünsche und Forderungen für die Zukunft wehten vor dem Alten Rathaus in Künzelsau.

Foto: Armin Rößler

Die Wünsche und Forderungen sind vielfältig: "Mehr Radwege, mehr Nahverkehr, weniger Auto", ist auf einem der bunten Bänder zu lesen, die gerade vor dem Alten Rathaus in Künzelsau aufgehängt werden. "Lebensraum für Tiere und Pflanzen" steht auf einem anderen, "mehr regionale Produkte" oder "ohne Plastik" wird angemahnt. Ein Klimaband reiht sich an der langen Leine ans andere, weckt die Aufmerksamkeit von Passanten und will, ganz im Sinne der Initiatoren, zum Nachdenken anregen und ein Zeichen setzen: für den Erhalt der Erde, für eine sinnvolle Klimapolitik und für die Relevanz der Klimafragen.

Schirmherr ist Franz Alt

"Wir wollen mit einer positiven Aktion sichtbar nachen, dass sich viele Menschen eine Regierung wünschen, die etwas fürs Klima tut", sagt Priscilla Reinauer, die mit der Gruppe Hohenlohe for Future in der Region die bundesweite Aktion unterstützt. Hinter den Klimabändern stecken die Omas for Future, eine Bewegung des gemeinnützigen Vereins "Leben im Einklang mit der Natur". Unterstützt werden sie unter anderem von Schirmherr Franz Alt. Wochenlang wurden in ganz Deutschland die Klimawünsche der Menschen gesammelt und im öffentlichen Raum sichtbar aufgehängt. Jeder konnte Klimabänder basteln, beschreiben und aufhängen. Nun werden die Klimabänder nach und nach eingesammelt und dann klimaneutral mit Fahrrädern nach Berlin gefahren.

Eine große Tüte voller Bänder aus Schwäbisch Hall

Silke Cleve ist aus Schwäbisch Hall nach Künzelsau geradelt, auch ihr Sohn Paul (4) hat ein paar Kilometer mit dem Rad zurückgelegt, den Rest im Anhänger. Die beiden haben eine große Papiertüte voller Klimabänder mitgebracht. "Es gab einen Aktionsstand in Schwäbisch Hall, da konnten die Passanten ihre Wünsche aufschreiben", erzählt Cleve. Zudem habe man mehrere Sammelstellen gehabt.

In Öhringen wurde auf dem Markt gesammelt

Gudrun Krebs-Bothner bringt aus Öhringen gut 80 Klimabänder mit, die unter anderem auf einer Aktion auf dem Markt gesammelt wurden. "Die Aktion wird echt gut von den Leuten angenommen", meint Priscilla Reinauer. In Künzelsau sei man mit einem Stand beim Fairen Frühstück am 19. Juni gestartet. Ein Beispiel, wie die Aktion Kreise zieht: Im Weltladen sei eine Kundin aus Waldenburg auf die Klimabänder gestoßen. "Sie hat dann dort in der Stadtbücherei eine Sammelstelle eingerichtet", erzählt Priscilla Reinauer.

Abordnung aus Böblingen

Den größten Schwung Klimabänder bringen Jutta und Karl-Heinz Rau von der Regionalgruppe Sindelfingen-Böblingen an diesem Nachmittag nach Künzelsau. Es sind 680 Stück in einer großen Box, die auch in Gerlingen und Filderstadt gesammelt wurden. Als sie in Böblingen gestartet sind, waren der OB und zwei Bundestagsabgeordnete zugegen, erzählen sie, in Stuttgart wurden sie im Umweltministerium begrüßt. "Aber weder in Böblingen noch in Stuttgart war so ein schöner Platz", freut sich Jutta Rau über das Ambiente am Alten Rathaus, während die Beteiligten die Klimabänder an einer langen Schnur sichtbar machen.

Das Fahrrad wird genutzt

"Eine echt tolle Aktion", würdigt Martin Hellemann, der Mobilitätsmanager des Hohenlohekreises, das Engagement. Nur so könne man die Öffentlichkeit aufmerksam machen und in eine Diskussion übers Thema kommen. "Jeder von uns hat eine Verantwortung", sagt Hellemann und freut sich ganz besonders, dass für die Aktion das Fahrrad als Fortbewegungsmittel genutzt wird.

Selbst etwas tun

"Jeder ist gefordert", unterstreicht für die Besucher aus Böblingen Karl-Heinz Rau. Man dürfe nicht nur "von der Politik Lösungen erwarten", sondern müsse auch selbst etwas tun. Wichtig sei, dass das Thema Klimaschutz "in der Breite in der Bevölkerung ankommt". Priscilla Reinauer ergänzt: "Klimaschutz ist ja Menschenschutz. Wir machen damit etwas für uns und für unsere Kinder."

Ankunft am 11. September

Am heutigen Freitag geht es für fünf oder sechs Aktive von Hohenlohe for Future aufs Fahrrad, um die gesammelten Wünsche weiter nach Würzburg zu bringen, wo sie von der nächsten Gruppe in Empfang genommen und dann weiter transportiert werden. Am 11. September sollen sie dann in Berlin angekommen sein. Dort werden sie beim "Festival der Zukunft" öffentlichkeitswirksam aufgehängt.


Armin Rössler

Armin Rößler

Armin Rößler, geboren in Heilbronn, aufgewachsen in Untereisesheim, schreibt nach über dreißig Jahren im badischen Exil seit 1. Juli 2020 für die Hohenloher Zeitung.

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