Widerstand gegen Buchenbacher Funkmast wächst

Mulfingen  Im Mulfinger Teilort Buchenbach wurden 225 Unterschriften gegen den geplanten Funkmast gesammelt. Die Telekom will aber am Standort festhalten.

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Der Mulfinger Gemeinderat hat zwar bereits zugestimmt, dass in Buchenbach ein Funkmast auf dem Grundstück hinter der Kirche errichtet werden kann. Doch die Bürger wehren sich weiter dagegen.

Foto: Armin Rößler

Seitens der Firma Deutsche Funkturm, die im Auftrag der Telekom agiert, ist der Fall klar: "Wir haben alternative Standortvorschläge im Vorfeld hinreichend geprüft, so dass wir das geplante Bauvorhaben weiter vorantreiben", teilt Pressesprecher Benedikt Albers auf Anfrage der Hohenloher Zeitung zum geplanten Bau eines Mobilfunkmasts im Mulfinger Teilort Buchenbach mit. Einen konkreten Zeitplan wolle man im Anschluss an das noch laufende Baugenehmigungsverfahren erstellen.

Gegner haben noch Hoffnung

In Buchenbach haben die Gegner des Vorhabens die Hoffnung trotzdem noch nicht aufgegeben und kämpfen weiter dafür, den umstrittenen Mast zu verhindern. Ihnen geht es vor allem um den Standort. Denn dieser soll keine hundert Meter von der Wohnbebauung entfernt, in der Nähe der denkmalgeschützten Kirche errichtet werden. Der 34-Meter-Mast wird vor allem gebraucht, um die Funkstille im Nachbarort Eberbach zu beheben. Zwar hat der Mulfinger Gemeinderat über den Kopf des Ortschaftsrats hinweg sowohl einer Überlassung des Grundstücks als auch dem Baugesuch bereits zugestimmt. Dennoch wächst im Ort der Widerstand.

Lange Unterschriftenliste

"Wir haben die Bürger befragt, wie sie zu dem Standort stehen", berichtet Ortsvorsteher Dieter Baumann. Das Ergebnis: 225 Unterschriften, die sich gegen einen Funkturm auf dem Grundstück hinter der Kirche aussprechen. "Das ist eine gute Reaktion, das sind 50 Prozent der Wähler", ordnet Baumann die Resonanz ein. Er habe die Unterschriftenliste zwar nicht wie ursprünglich geplant in der letzten Gemeinderatssitzung vor Weihnachten öffentlich präsentieren können, sie aber inzwischen an Bürgermeister Robert Böhnel übergeben und auch per E-Mail Gemeinde- und Ortschaftsräte darüber informiert. Die Botschaft "ist auf jeden Fall angekommen", meint der Ortsvorsteher.

Besser geeignete Standorte

Ein kleiner Zwischenerfolg: Am 26. Januar soll noch einmal ein Gespräch mit Vertretern der Telekom und der Verwaltungsspitze stattfinden. Dann will der Ortschaftsrat seiner Ansicht nach besser geeignete Standorte präsentieren, die an der Gemarkungsgrenze zwischen Eberbach und Buchenbach liegen, "400 bis 500 Meter vom Ortsrand entfernt", wie Baumann sagt. Ein möglicher Standort liege auf einem gemeindeeigenen Grundstück, andere gehörten Privatbesitzern, mit denen man bereits gesprochen habe. "Sie wären bereit", erklärt er.

Zwei Lücken auf einen Schlag schließen

Volker Weckert, der als engagierter Bürger den Widerstand gegen den Funkmast mit auf den Weg gebracht hat, bringt einen Standort auf der Anhöhe zwischen Buchenbach und Eberbach ins Spiel, von dem auch Nitzenhausen profitieren würde. "Die haben auch keinen Handyempfang", sagt er. Vielleicht könne man so zwei Versorgungslücken "auf einen Schlag" schließen. Ein nach Weckerts Kenntnis bei Mäusdorf geplanter Mast würde dann eventuell überflüssig.

Keine Information der Bevölkerung

Weckert wie Baumann stören sich nach wie vor daran, dass im gesamten Prozess, der schon 2018 begonnen hat, keine Information der Bevölkerung stattgefunden hat, etwa in Form einer gesonderten Veranstaltung zum Thema. Bürgermeister Böhnel hatte gegenüber der HZ auf die öffentlichen Sitzungen verwiesen, mit denen seiner Ansicht nach die Gemeinde ihrer Informationspflicht nachgekommen sei. Dass der Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung vor Weihnachten Fragen zum Thema nicht zulassen wollte, ist vielen Bürgern sauer aufgestoßen. "Ich habe das nicht okay gefunden", sagt Baumann. Nach seiner Kenntnis sind die Fragen aber schriftlich beantwortet worden.

Fall längst erledigt?

Die Auskünfte der Deutschen Funkturm klingen dagegen so, als sei der Fall längst erledigt, auch ohne das am 26. Januar anstehende Gespräch. Bei diesem wolle man lediglich "die Hintergründe zum geplanten Standort im Dialog erläutern", teilt Pressesprecher Albers mit. Man habe mehrere Standortvorschläge "gründlich hinsichtlich der funktechnischen und baulichen Eignung untersucht". Am gewählten Standort könne man die Mobilfunkversorgung "deutlich verbessern", an den alternativen Orten sei das gewünschte Versorgungsziel nicht zu erreichen. "Dies ist das Ergebnis der intensiven Analyse im Vorfeld der Planung. Dieser Prozess erfolgte im engen Austausch mit der Kommune", erklärt Albers.


Armin Rössler

Armin Rößler

Armin Rößler, geboren in Heilbronn, aufgewachsen in Untereisesheim, schreibt nach über dreißig Jahren im badischen Exil seit 1. Juli 2020 für die Hohenloher Zeitung.

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