Zuwachs für die Senioren-Residenz am Fluss

Mit der Eröffnung des Günther-Ziehl-Hauses in Künzelsau wurde die Geschichte des Hauses der Begegnung wieder lebendig

Von Wendelin Schmidt

Zuwachs für die Senioren-Residenz am Fluss

Der neue Honorarkonsul Dr. Wolfgang v. Stetten hatte vor dem Konsulat im Albert-Berner-Haus von der Politik und dem Bauen als seinen zwei Leidenschaften gesprochen. Die doppelte Feier am Montagabend unterstrich dies augenfällig. Zuerst die Übernahme des Honorarkonsulates für Litauen und dann die Übergabe des benachbarten Günther-Ziel-Hauses, das die Residenz am Fluss für betreutes Wohnen mit zehn weiteren Wohneinheiten ergänzt.

Dieses Gebäude, das sich nach den Plänen der Firma Qualitätshaus Bäumlisberger in der Gestaltung nach dem Albert-Berner-Haus ausrichtet, steht auf dem Platz, auf dem das einstige Haus der Begegnung den älteren Menschen in der Kreisstadt in den Siebziger- und Achtzigerjahren als täglicher Treffpunkt gedient hatte.

Mit der Namensgebung sollte dem Gründer dieses Hauses, an den Wolfgang v. Stetten erinnerte, noch nachträglich die Reverenz erwiesen werden.

Der Fabrikant Günther Ziehl, dessen Sohn Uwe heute alleiniger Gesellschafter der Firma Ziehl-Abegg ist, hatte das Gebäude in der Amrichshäuser Straße für seine in London lebende Tochter gekauft und kostenlos als Treffpunkt für die Senioren der Stadt eingerichtet. Bis 1970 war das Gebäude im Besitz der Firma Wöhrle gewesen, die nach Gaisbach zog, wo sie mit dem "Treffpunkt Hohenlohe" das erste Einkaufszentrum im Hohenlohe eröffnet hatte.

Günther Ziehl, der sich schon um 1970 bundesweit für die ältere Generation eingesetzt hatte, eröffnete das Haus der Begegnung in Künzelsau am 2. April 1973. Diese Einrichtung galt damals im ganzen Land als Modell und wurde mit dem ersten Preis für Bürgerinitiativen ausgezeichnet. Als Günther Ziehl dann aber im Oktober 1983 die beliebte Leiterin des Hauses, Helga Knoll, wegen Differenzen über die Programmgestaltung entlassen hatte, boykottierten die meisten Besucher das Haus der Begegnung, zogen als "Seniorentreff" zunächst in das Gemeindezentrum St. Paulus und später in das neue Feuerwehrgerätehaus am Kocher um. Das Haus der Begegnung wurde 1985 endgültig geschlossen, nachdem im Februar 1984 der Versuch gescheitert war, einen neuen Träger zu beauftragen.

Nachdem zwischenzeitlich die Caritas eingezogen war, hatte die Stetten Bau GmbH das Haus im vergangenen gekauft, abgebrochen und an gleicher Stelle in siebenmonatiger Bauzeit das Günther-Ziehl-Haus gebaut, dessen zehn altersgerechte Wohnungen bereits alle verkauft oder vermietet sind.

Handwerkskammerpräsident Thilo Bräuninger freute sich, dass ausnahmslos Handwerker aus der Region beauftragt worden waren und Dieter Bäumlisberger stiftete zur Erinnerung an die Eröffnung einen Löwenbrunnen.

Ein Gedenkstein vor dem Eingang des mit 1,2 Millionen Euro veranschlagten Günther-Ziehl-Hauses erinnert an den einstigen Gründer und Förderer des legendären Hauses der Begegnung an gleicher Stelle. (Fotos: Wendelin Schmidt)
Zuwachs für die Senioren-Residenz am Fluss