Verfahren gegen Fritz Klein

Hohenlohe - Die polizeilichen und gerichtlichen Ermittlungen gegen Fritz Klein verlaufen

Hohenlohe - Die polizeilichen und gerichtlichen Ermittlungen gegen Fritz Klein verlaufen in der NS-Zeit im Sande. Schon im August 1933 wird das Verfahren gegen den SA-Standartenführer wegen Körperverletzung mit Todesfolge in mittlerweile zwei Fällen (nach Hermann Stern starb auch Arnold Rosenfeld an den Misshandlungen vom 25. März 1933) zur Niederschlagung vorgesehen.

Im Jahr 1935 wird es eingestellt. Der Reichsstatthalter in Württemberg schlägt es „im Wege der Gnade“ nieder.

Vor dem Schwurgericht Ellwangen muss sich der mittlerweile 43-jährige Fritz Klein im Oktober 1952 der Körperverletzung in 16 Fällen, davon zwei mit Todesfolge, verantworten. Angeklagt wird er nur wegen der Verbrechen in Creglingen. Die an anderen Orten verübten Körperverletzungen an Juden und NS-Gegnern sind verjährt. Klein wird zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Untersuchungshaft und Internierungszeit in französischer Gefangenschaft von Mai 1945 bis Juli 1946 werden angerechnet. Strafmildernd wirkt sich die Unreife aus, die Klein zur Tatzeit 1933 attestiert wird, und seine Reue. Erschwerend schlägt sich seine Brutalität 1933 nieder. Im Juni 1953 wird die Strafe ausgesetzt und eine Bewährungszeit von vier Jahren festgesetzt. Im Juni 1957 wird die „Reststrafe gnadenhalber endgültig“ erlassen. Fritz Klein lebt als Gastwirt in Isny und Oberstaufen. Er stirbt 1966. bug