Für „GABI“ tun die Firmen fast alles

Neue Wege in der Ausbildung beschritten

Von Wendelin Schmidt

Für „GABI“ tun die Firmen fast alles
Nach der Präsentation der Gemeinsamen Ausbildungsinitiative und durchwegs positiven Erfahrungsberichten von Ausbildern und Azubis wurde die Lehrwerkstatt der Firma Stahl besichtigt. (Foto: Wendelin Schmidt)

Von Wendelin Schmidt

Am Anfang stand im Februar 2004 eine Idee des Personalleiters der Firma Stahl in Waldenburg, dann folgte eine Periode voller Skepsis, die aber schließlich vom Mut zum Risiko und von Begeisterung abgelöst wurde. Die fünf Firmen Bürkert, Kriwan Industrie-Elektronik, Kriwan-Testzentrum, Rosenberg Ventilatoren und die R. Stahl AG verhalfen „GABI“ zur Geburt - ihrer Gemeinsamen AusBildungsInitiative.

Mitten im ersten Lehrjahr wurde das Kind am Mittwoch von den Unternehmen und den Ausbildern und von den Auszubildenden selbst vorgestellt. Alle waren der Meinung: der Sprössling macht sich und verdient weitere Förderung.

Warum sollte es Hohenloher Firmen nicht möglich sein, bei der Ausbildung junger Menschen zusammen zu arbeiten, die hoch qualifizierten Ausbilder auch in anderen Firmen einzusetzen und Räumlichkeiten, Maschinen und Anlagen gemeinsam zu nutzen? Auf diese Frage, die Personalschef Wolf Rothländer von der Firma Stahl vor zwei Jahren stellte, antworteten die fünf Firmen der Innovationsregion Kocher & Jagst mit „GABI“.

Gerhard Hettinger, stellvertretender Vorsitzender der Innovationsregion, war nach der Präsentation voll des Lobes für die Auszubildenden, die zurzeit als Elektriker, Mechaniker, Mechatroniker und im kooperativen Studiengang ausgebildet werden. 32 sind es insgesamt, die nach einem ausgeklügelten Plan mal in dieser Firma, dann in einer anderen „in die Lehre“ gehen und so von den Stärken der Unternehmen profitieren können.

Da galt es im Vorfeld viel abzustimmen, wie Mario Retzbach, Projektleiter des Gabi-Teams und Ausbildungsleiter bei Stahl, erläuterte: Von der Ausarbeitung der Ausbildungspläne über Urlaubsregelungen bis zu den Abfahrtszeiten der Busse. Mit den Ausbilden der Firmen hatte auch Oberstudiendirektor Manfred Ille mit seinem Lehrerteam von der Gewerblichen Schule Künzelsau großen Anteil daran, dass aus der Idee eine neue innovative Ausbildungsmethode wurde und im Juni 2005 der Kooperationsvertrag unterzeichnet werden konnte.

Martin Schomaker, Geschäftsführer bei Stahl, und Gerhard Hettinger unterstrichen die Chancen, dass den Auszubildenden neben der fachlichen Qualifizierung auch soziale Kompetenzen vermittelt werden. Auszubildene und Firmen profitierten von dieser Kooperation gleichermaßen. Friedrich Kriwan kündigte breites eine Erhöhung der Ausbildungslätze an.

Azubi Steffen sprach für alle: „Aus unserer Sicht ist das eine tolle Sache, die menschliche und sachliche Vorteile bringt“.