Evangelische Christen im Kochertal vereinen sich

Vier Kirchengemeinden kooperieren und werden zu einer Gesamtkirchengemeinde − Zwei Pfarrer für sechs Kirchen

Von Oliver Färber

Evangelische Christen im Kochertal vereinen sich
Andreas Kopp ist geschäftsführender Pfarrer.Foto: Oliver Färber

Braunsbach - Kinder bringen ein großes Plakat in den Gottesdienst in der Burgenlandhalle. Es zeigt die Bilder der sechs Kirchen, die jetzt zur neuen Gesamtkirchengemeinde Braunsbach gehören. Die Vereinigug der vier Kirchengemeinden Braunsbach, Geislingen, Orlach/Jungholzhausen und Döttingen/Steinkirchen zu dieser Einheit war nicht leicht. Zumal die Künzelsauer Dekanin Ursula Kannenberg dagegen war, die Gemeinde Döttingen/Steinkirchen an den Bezirk Schwäbisch Hall abzugeben, erklärt der Vorsitzende des Gesamtkirchengemeinderats, Werner Weidner die Hintergründe. "Wir haben die Kooperation auf eigenen Antrieb hin vorangetrieben ohne Moderator", so Weidner.

Während dieser Phase verließ im Juli 2010 Pfarrer Herbert Hanauer die Kirchengemeinde Orlach/Jungholzhausen. Personell hätte dann das Angebot aus Döttingen/Steinkirchen neue Impulse gegeben.

Konstellation Der bisher nur dort tätige Pfarrer in Ausbildung Andreas Kopp bleibt nun mit seiner Frau im Döttinger Pfarrhaus. Er erhält eine Vollzeitstelle als geschäftsführender Pfarrer der neuen Gesamtkirchengemeinde Braunsbach. Die bisherige Geislinger Pfarrerin Susanne Bischoff behält in der neuen Konstellation ihre 50-Prozent-Stelle und betreut mit Kopp das Gesamtgebiet. Die bisherige Braunsbacher Pfarrerin Claudia Büshel geht im kommenden Juni in den Ruhestand.

Andacht In der Kirchengemeinde gibt es damit sechs Kirchen, aber nur zwei Pfarrer. Mindestens alle 14 Tage soll aber in jedem der Gotteshäuser eine Andacht stattfinden. Alle Angebote der einzelnen Gemeinden bleiben bestehen. Zusammengearbeitet wird vor allem in der Jugendarbeit und beim Konfirmandenunterricht. Auch vier Kirchengemeinderäte wird es weiter geben. Nach der Wahl 2013 wird der jetzt 35 Mitglieder starke Gesamtkirchengemeinderat auf 20 reduziert.

"Wir gehen von 250 auf 150 Prozent Pfarrstellen zurück, aber ich glaube, die Situation wird trotzdem noch besser", gibt sich Weidner optimistisch. Er setzt auf den guten Ruf, den sich Andreas Kopp als Pfarrer erarbeitet hat. Der freut sich über seine neue Aufgabe und ist sicher: "Die Gemeinden können sich dank ihrer unterschiedlichen Gaben gegenseitig bereichern." Es gebe eine positive Aufbruchsstimmung. Der 37-Jährige, der in Denkendorf bei Esslingen aufgewachsen ist, ist glücklich darüber, dass er so mit seiner Frau noch mindestens fünf Jahre in Döttingen bleiben kann.

Für den Haller Dekan Richard Haug ist die Kooperation fast ein Wunder. "Ich hätte jeden für verrückt erklärt, der gesagt hätte, dass auch noch Döttingen/Steinkirchen dazu kommt." Lange habe er sich Sorgen gemacht, jetzt sehe er, dass alles auf gutem Wege sei.