Brücke, Strom und Wasserleitung

Dörzbach - Die Vorbereitungen laufen schon seit einigen Monaten. Dabei ist noch einige Zeit: Ein großes Festwochenende ist vom 1. bis 3. Oktober im Dörzbacher Teilort Hohebach geplant.

Von Heiko Fritze

Brücke, Strom und Wasserleitung
Die markante Sandsteinsäule weist schon mit dem eingravierten Datum auf eines der Jubiläen in Hohebach hin: Die Jagstbrücke ist 200 Jahre alt.Foto: Heiko Fritze

Dörzbach - Die Vorbereitungen laufen schon seit einigen Monaten. Dabei ist noch einige Zeit: Ein großes Festwochenende ist vom 1. bis 3. Oktober im Dörzbacher Teilort Hohebach geplant. Denn gleich drei Ereignisse werden gefeiert: Vor 200 Jahren wurde die Brücke über die Jagst eingeweiht, und vor 100 Jahren bekam Hohebach seine Wasserleitung sowie den ersten Strom.

Das Baujahr der Brücke lässt sich dabei ja noch recht einfach bestimmen - schließlich steht es in römischen Ziffern auf der Steinsäule in der Mitte des Bauwerks. Dass aber sogar der Anschluss ans Stromnetz so exakt dokumentiert ist, liegt an einer Hohebacher Besonderheit: 1910 wurde die ehemalige Mühle am flussaufwärts gelegenen Ende des Ortes zum Wasserkraftwerk umgebaut. Dies ist natürlich in den Archiven verewigt - ebenso, dass bis 1914 von dort aus Stromleitungen bis nach Reutsachsen, fünf Kilometer von Rothenburg entfernt, gezogen wurden. Lange Zeit lieferte so das Hohebacher Wasserkraftwerk die Elektrizität für die Umgebung. Heute speist es den Strom in das öffentliche Netz ein.

Veranstaltungsreigen

Als der Strom kam, nahmen die Hohebacher auch die Wasserleitung in Angriff. Noch heute werden 80 Prozent der Gebäude von der damals gefassten Klettenrainquelle, auf halber Strecke zwischen Hohebach und Weldingsfelden, versorgt, berichtet Ortsvorsteher Herbert Rimner.

Diese drei Ereignisse feiern die Hohebacher nun zusammen. So viel steht bereits fest: Der Veranstaltungsreigen erstreckt sich über drei Tage. Los geht es nach derzeitigem Stand der Planungen am Freitag, 1. Oktober, mit dem Theaterstück "Die Brücke zu Hohebach". Es wird von Hohebacher Bürgern aufgeführt - wie auch schon 1988 zur 750-Jahr-Feier und 1999 bei der Wiedereinweihung der Brücke nach dreijähriger Sanierungsphase. Samstagabends ist ein Festakt geplant, bei dem vor allem auf die 200 Jahre Brückengeschichte zurückgeblickt wird. Vorgesehen sind auch Fotoausstellungen von den Leitungs- und Bauarbeiten und Dokumentationen. Sonntags planen die Hohebacher ein großes Fest rund um die ehemalige Dreschhalle, wo auch jedes Jahr das Brückenfest steigt. Das Wasserkraftwerk soll dann zu einem Tag der offenen Tür öffnen, und auch der Kindergarten Hohebach will sich am Sonntag vorstellen. Schließlich sollen dort die Sanierungsarbeiten, die Mitte Februar beginnen, bereits abschlossen sein. Das Projekt ist mit etwa 470 000 Euro veranschlagt.

Gläserner Ort

"Das wird ein bisschen wie ein gläserner Ort", blickt Rimner auf das Festwochenende voraus. "Da stellen wir ganz schön was auf die Beine." Bereits beim Dörzbacher Pferdemarkt-Umzug waren die drei Hohebacher Wagen zu den Jubiläen echte Hingucker. In alle Vorbereitungen mit eingebunden wird natürlich auch Ex-Ortsvorsteher Kurt Häfele. Nicht nur wegen seiner hervorragenden Kenntnisse um die Ortsgeschichte, sondern einfach als Eigentümer. Schließlich gehört ihm und seinem Sohn das Hohebacher Wasserkraftwerk.